12.11.2007 - rr

Kirchenwahlen 2007 Ergebnisse

Lebendige Gemeinde holt erneut die meisten Sitze in der Synode - Kirche für morgen kann Ergebnis verdreifachen

Stuttgart. Das vorläufige Endergebnis bei den Wahlen zur 14. Württembergischen Evangelischen Landessynode steht fest: Von 1.939.485 Wahlberechtigten haben 471.809 Menschen ihre Stimme abgegeben. Das sind 24,3 Prozent und damit 0,9 Prozentpunkte weniger als bei den letzten Wahlen im Jahr 2001 (25,2). Im Jahr 1995 lag die Wahlbeteiligung bei 28,4 Prozent, vor 18 Jahren bei 29,1 Prozent.


Die nach einem reinen Mehrheitswahlrecht durchgeführte Persönlichkeitswahl brachte folgendes Ergebnis: Auf die Gruppierung Lebendige Gemeinde entfielen 40 Sitze, das sind drei weniger als bei der Wahl vor sechs Jahren (43). Die Offene Kirche kam auf 25 Sitze, zwei weniger als im Jahr 2001 (27). Evangelium und Kirche erhielt 19 Sitze, einen mehr als zur letzten Wahl (18). Die Gruppierung Kirche für morgen, die im Jahr 2001 zum ersten Mal angetreten war, konnte ihr Ergebnis nun auf sechs Sitze verdreifachen (2).


Allerdings hatten sich nach der Wahl im Jahr 2001 Sitzanzahl und Sitzverteilung durch Zuwahlen und Nachrückverfahren verändert. So gab es am Ende der 13. Landessynode 95 Synodale, von denen sich 42 zur Gruppierung der Lebendigen Gemeinde zählten, 29 zur Offenen Kirche, 21 zu Evangelium und Kirche und zwei zur Gruppierung Kirche für morgen.


Das vorläufige Wahlergebnis stand um 00.40 Uhr fest. Wie bei der Wahl im Jahr 2001 hatte der Wahlkreis Urach/ Münsingen wieder am schnellsten ausgezählt. Gegen 21.25 Uhr konnte das Ergebnis nach Überprüfung durch die landeskirchliche Wahlleitung veröffentlicht werden. Insgesamt dauerte die Stimmenauszählung länger als erwartet, weil die erhöhte Anzahl der Briefwähler das Auszählverfahren verzögerte.


Zu den 90 von den Kirchenmitgliedern gewählten Synodalen hinzu kommt ein Vertreter von der Evangelisch-theologischen Fakultät in Tübingen: Professor Hans-Joachim Eckstein ist erneut vom Prüfungsausschuss der Fakultät in die Synode entsandt worden. Außerdem hat die Synode die Möglichkeit, bis zu acht stimmberechtigte und bis zu sechs beratende Mitglieder hinzuzuwählen.


Neben der Landessynode wurden in der Evangelischen Landeskirche in Württemberg auch ungefähr 12.000 Kirchengemeinderäte in rund 1.400 Kirchengemeinden gewählt. Die Ergebnisse werden von den Kirchengemeinden vor Ort bekannt gegeben.


Wahlleiter zufrieden, trotz gesunkener Wahlbeteiligung


Kleine Gesprächskreise sehen sich als die Gewinner der Kirchenwahl


Stuttgart. Das vorläufige Ergebnis der gestrigen Kirchenwahl soll bis Donnerstag, 15. November, endgültig feststehen, das kündigte der landeskirchliche Wahlleiter, Hans-Peter Duncker, heute bei einer Pressekonferenz in Stuttgart zum Ausgang der Kirchenwahl an. Nach dem vorläufigen Ergebnis haben von 1.940.285 Wahlberechtigten 471.809 Menschen ihre Stimme abgegeben. Das sind 24,3 Prozent und damit 0,9 Prozentpunkte weniger als bei den letzten Wahlen im Jahr 2001 (25,2 Prozent).


Der Rückgang der Wahlbeteiligung sei zwar bedauerlich, da es sich aber um weniger als ein Prozent handele, sei es insgesamt ein "positives Ergebnis", sagte Duncker. Der Trend weise auch in den übrigen evangelischen Landeskirchen meist nach unten. Die erstmals vorhandene Möglichkeit, Briefwahlunterlagen gleich mit den Wahlbenachrichtigungen zu versenden, habe insgesamt zu einer höheren Wahlbeteiligung in denjenigen Gemeinden geführt, die von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht haben. Anderswo sei die Beteiligung stärker gefallen, so der Wahlleiter. Er dankte den rund 11.000 ehrenamtlichen Helfern vor Ort, ohne die die Kirchenwahl nicht hätte stattfinden können.


Die kleinen Gruppierungen wie Kirche für morgen und Evangelium und Kirche seien bei dieser Wahl die Großen gewesen, sagte der wieder in die Synode gewählte Kandidat der Gruppierung Evangelium und Kirche, Winfried Dalferth. Seine Gruppe hat im Vergleich zur Wahl vor sechs Jahren einen Sitz hinzugewonnen. Evangelium und Kirche wolle weiterhin die vermittelnde Gruppierung zwischen Lebendiger Gemeinde und Offener Kirche bleiben, man setze auf Kommunikation statt auf Konfrontation, so Dalferth.


Friedemann Stöffler von Kirche für morgen zeigte sich erfreut über das Ergebnis seiner Gruppierung. Man wolle die Identifikation mit Kirche erhöhen, auch durch Strukturveränderungen. "Volkskirche statt Amtskirche" sei eine der Forderungen von Kirche für morgen. So sollten Gemeinden ihre Pfarrer direkt wählen können, nicht erst nach einer Vorauswahl durch den Oberkirchenrat. Weiteres Anliegen: Kirche für junge Menschen gestalten, zum Beispiel durch spezielle Jugendkirchen. Junge Kandidaten seien verstärkt in die Synode gewählt worden, nicht nur Vertreter von Kirche für morgen. Das zeige, dass die Jugend in der Kirche eine Rolle spielt und spielen soll, so Stöffler.


Zufrieden mit dem Wahlergebnis war auch die Lebendige Gemeinde, man habe das Ziel erreicht, wieder stärkster Gesprächskreis in der Landessynode zu sein, sagte Volker Teich. Thematische Schwerpunkte für seinen Gesprächskreis sei der für April 2008 geplante Kongress "Wachsende Kirche", der Einsatz zugunsten von Jugendlichen und Senioren in der Kirche sowie die Diskussion über den Aufgabenbereich von Diakoninnen und Diakonen innerhalb der Landeskirche. Teich wünscht sich eine gute inhaltliche Zusammenarbeit und ein gutes Miteinander aller Gesprächskreise in der Synode, "dafür stehe ich", so der Schorndorfer Dekan.


Als "durchwachsen" bezeichnete Rainer Weitzel von der Offenen Kirche das Ergebnis für seine Gruppierung. Die Offene Kirche sei die Gruppierung mit den meisten neuen Kandidaten gewesen. Man habe nichts gegen "breite Mehrheiten" in der Synode über Gesprächskreisgrenzen hinweg. Inhaltliche Auseinandersetzungen sollte es dennoch geben. Sein Gesprächskreis werde geschlossener auftreten als in der zu Ende gegangenen Legislaturperiode, kündigte Weitzel an, und "konstruktive Opposition" bieten. Er kritisierte, dass notwendige unangenehme Entscheidungen, wie der Verkauf des Hauses Birkach, von der Offenen Kirche über ihre Ausschussvorsitzenden verkündet werden mussten, einzelne Mitglieder der Lebendigen Gemeinde sich außerhalb der Synode aber gegen diese Beschlüsse gestellt hätten.


Die Wahrhaftigkeit der Synodalen und ihrer Entscheidungen zu überprüfen, darin sah Friedemann Stöffler eine weitere Aufgabe seiner Gruppierung angesichts der Auseinandersetzung zwischen Offener Kirche und Lebendiger Gemeinde. So hätten sich alle Gesprächskreise für eine Stärkung der Jugendarbeit ausgesprochen, was die Synodalen aber nicht davon abgehalten hätte, diese Arbeit durch Sparmaßnahmen zu schwächen. Zahlreiche Jugendreferentenstellen seien gekürzt und die finanzielle Unterstützung für das Evangelische Jugendwerk in Württemberg "nach dem Rasenmäherprinzip" reduziert worden.


Klaus Rieth




Klaus Rieth

Ergebnisse und weitere Informationen zur Kirchenwahl im Internet unter: www.kirchenwahl.de

 

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Thai An Vu

Informatikerin & Ehrenamtliche im EJW-Weltdienst

"Zuerst habe ich gedacht, ich bin ja schon selber Migrantin und in Migrantengemeinden aktiv. Doch in Begegnungen mit Menschen aus anderen Kulturen und in anderen Ländern habe ich einen neuen Schatz entdeckt. Es macht Spaß Erfahrungen zu teilen."

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