25.03.2013 - Eberhard Fuhr (Öffentlichkeitsarbeit und Fundraising)

Klares „Ja“ zu hauptamtlicher Leitung gefordert

Die Absolventinnen und Absoventen der Langzeitfortbildung "Verantwortlich leiten"

Langzeitfortbildung für Hauptamtliche in der Jugendarbeit abgeschlossen

Am vergangenen Freitag haben achtzehn hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus der evangelischen Jugendarbeit die zweijährige Fortbildung „Verantwortlich leiten“ abgeschlossen. Bei der Zertifikatsübergabe im EJW-Tagungszentrum Bernhäuser Forst forderten die Absolventinnen und Absolventen vor Vertreterinnen und Vertretern aus dem Jugendwerk und der Landeskirche  ein klares „Ja“ zu einer hauptamtlichen Leitung in der Jugendarbeit.


„Die Leitung eines Jugendwerks ist komplexer geworden“

Im Evangelischen Jugendwerk in Württemberg (EJW) wird großen Wert darauf gelegt, dass die Ehrenamtlichen Leitungsaufgaben haben. Dies soll auch zukünftig so bleiben. Dennoch bräuchten auch die Hauptamtlichen einen klaren Auftrag zur Leitung. So war es am Freitag in den verschiedenen Statements jener Hauptamtlichen zu hören, die im Rahmen einer Langzeitfortbildung für Leitungsaufgaben fortgebildet wurden. Christoph Gruber, selbst Teilnehmer des Kurses und Leitender Bezirksjugendreferent im Evangelischen Jugendwerk Bezirk Leonberg begründete dies so: „Die Leitung eines Jugendwerks ist komplexer geworden. Es wird immer schwieriger Ehrenamtliche für Leitungsaufgaben zu gewinnen. Nicht alles, was in der Vergangenheit die Ehrenamtlichen geleistet haben, kann man zukünftig von ihnen erwarten. Daher werden mehr und mehr Hauptamtliche gebraucht, die zusammen mit Ehrenamtlichen in guter Weise die Jugendarbeit im Bezirk und Ort leiten". Kurt Klöpfer, Vorsitzender der Berufsgruppe der Jugendreferentinnen und Jugendreferenten in der Evangelischen Landeskirche in Württemberg und ebenfalls Kursteilnehmer, verwies auf die Kirchengemeindeordnung, in der festgehalten sei, dass Pfarrer und Kirchengemeinderäte gemeinsam leiten. Für ihn sei es eine Frage der Zukunftsfähigkeit der Evangelischen Jugendarbeit in Württemberg, dass es zu einem klaren „Ja“ zu hauptamtlicher Leitung kommt.

Junge Menschen zur Verantwortungsübernahme befähigen

In seinem Grußwort betonte Gottfried Heinzmann, der Leiter des EJW bei der Zertifikatsübergabe, dass die Jugendarbeit ganz spezifische Anforderungen an die hauptamtlich Leitenden stelle: „Hauptamtliche in der Jugendarbeit sollen so leiten, dass junge Menschen ermutigt und befähigt werden, selbst Verantwortung zu übernehmen.“ Dieses Miteinander von Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen in der gemeinsamen Verantwortung für die Jugendarbeit müsse immer wieder neu ausbalanciert werden. Gottfried Heinzmann begrüßte den Impuls der Absolventinnen und Absolventen, eine Diskussion über die Frage der Leitung zu eröffnen und in den zuständigen Gremien des EJW eine Klärung der unterschiedlichen Rollen von Haupt- und Ehrenamtlichen in Leitungsaufgaben herbeizuführen. Die Partizipation sei als wesentliches Merkmal im Blick zu behalten und die Leitung grundsätzlich so auszuüben, dass Räume entstehen, in denen junge Menschen selbst leiten können. „Leading from behind“ – so könne man es in ein Stichwort gefasst beschreiben. „Ich bin überzeugt davon, dass Jugendarbeit hier einen wichtigen Dienst für Kirche und Gesellschaft leistet. Wer in der Jugendarbeit gelernt hat, sich in demokratischen Prozessen einzumischen, kann das später auch im Kirchengemeinderat oder im Stadtrat, in der Landessynode oder im Landtag einbringen“, so Heinzmann.

Das Besondere der Evangelischen Jugendarbeit

Der Kurs mit fünf Intervallen zu den Themenbereichen „Kommunikation bewusst gestalten“, „Grund legen – Führen und Leiten“, „Organisationen leiten“, „Personen führen“ und „Geistlich leiten und führen“ bot den Teilnehmenden die Möglichkeit, theoretische Grundlagen zu erwerben, die Führung von Personen zu erproben und in die Praxis umzusetzen. Er wurde veranstaltet vom Werks- und Personalbereich des Evangelischen Jugendwerks in Württemberg (EJW) in Kooperation mit „Train The Trainer“ im Evangelischen Bildungszentrum der Württembergischen Landeskirche. Helmut Häußler, Personalreferent im EJW, wies auf die Grundlagen der Führungs- und Leitungsphilosophie des Kurses hin. „Haltungen und Werte von Seiten der Führungs- und Leitungspersonen entscheiden weit mehr über den Erfolg einer Organisation als Instrumente und Methoden. Dies gilt umso mehr in einem Werk, in dem der Verkündigungsauftrag konstituierend ist, denn das Besondere der Evangelischen Jugendarbeit besteht in ihrem Verkündigungsauftrag.“

„Was hat Gott mit diesem Jugendwerk vor?“

Für Christoph Gruber soll jedes Leitungshandeln im Jugendwerk dazu dienen, dass dieser Verkündigungsauftrag „bestmöglich für die Menschen in unseren Orten und Bezirken wahrgenommen werden kann. Ich glaube, dass geistlich Leiten und Führen mehr ist, als einen Zuständigen zu haben, der für das Gebet am Anfang und Ende der Sitzung zuständig ist.“ Entscheidend ist für den 39-Jährigen, dass die Leitung das Gespräch über das Evangelium von Jesus Christus immer wieder in Gremien und Dienstbesprechungen, aber auch mit unterschiedlichen Menschen im Ort und Bezirk initiiert. „Als Christen lassen wir uns von unserem Herrn leiten, und daher ist es als Werk dann auch eine Gemeinschaftsaufgabe zu fragen: Herr, was hast Du mit uns, mit diesem Jugendwerk mit dieser Freizeit vor. Für mich ist ein geistlicher Leiter jemand, der genau diese Fragen immer wieder stellt und dafür sorgt, dass diese Grundjustierung immer wieder vorgenommen wird.“ Dies dürfe man jedoch nie am Denken, Glauben und Fühlen des geistlichen Leiters festmachen, sondern „am Hören auf unseren Herrn. Manchmal ist es notwendig, mutige Entscheidungen zu treffen. Dann braucht es Menschen, die dazu beauftragt sind, und die diese Entscheidung in Verantwortung vor dem Verkündigungsauftrag, dem darin enthaltenen Evangelium und den Geboten unseres Gottes, aber auch in Verantwortung vor den damit betroffenen Menschen treffen.“

Eberhard Fuhr (Öffentlichkeitsarbeit und Fundraising)

Download:
Presse-Information vom 25.03.2013

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Journalist & Theologe

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