02.12.2013 - Autor: Eberhard Fuhr (Redaktion)

Landesbischof wertet Kirchenwahl als Erfolg

Pressekonferenz zur Kirchenwahl 2013: von links nach rechts: Dekan Ralf Albrecht (Lebendige Gemeinde); Ulrike Stepper (Offene Kirche); Landesbischof Dr. h. c. Frank Otfried July; Oliver Hoesch (Pressesprecher der Evangelischen Landeskirche in Württemberg). Foto: Evangelisches Medienhaus Stuttgart

Jugendwerk regt Schwerpunkt-Tagung zur Jugendarbeit an

Die Mitglieder der Evangelischen Landeskirche in Württemberg haben gestern rund 10.000 Kirchengemeinderäte und eine neue Landessynode gewählt. Bei der Wahl zur Synode hat der Gesprächskreis „Lebendige Gemeinde" seine Spitzenposition behauptet. Von den 90 Synodensitzen erreichte er 39 (2007: 40 Sitze). Deutliche Gewinne gab es für den Gesprächskreis „Offene Kirche", der 30 Mandate erreichte (2007: 25). Verluste verzeichneten die Gesprächskreise „Evangelium und Kirche“ (15; 2007: 18) sowie „Kirche für morgen“ (5; 2007: 7). Die Wahlbeteiligung lag mit rund 24 Prozent etwa auf dem Niveau von 2007 (24,3 Prozent).

Landesbischof Dr. h. c. Frank Otfried July wertet die Kirchenwahl 2013 als Erfolg: „Die Wahlbeteiligung von knapp einem Viertel aller Kirchenmitglieder zeigt, dass unsere Kirche eine interessierte, engagierte und tragfähige Basis hat, die deutlich über die Gottesdienstgemeinde hinausgeht. Für mich ist das ein ganz klares Zeichen dafür, dass Kirche nach wie vor eine starke Kraft ist und ihre Stimme in unserer Gesellschaft deutlich vernehmbar bleiben wird. Und: Mit 10.000 neugewählten Kirchengemeinderäten und 90 zukünftigen Landessynodalen verfügen wir über eine breite ehrenamtliche Leitungsstruktur, die die Landeskirche – zusammen mit den Hauptamtlichen – in eine gute Zukunft führen wird.“

Herausforderungen in der Gesellschaft – Veränderungen in der Jugendarbeit

Andreas Lämmle, der Vorsitzende des EJW und Gottfried Heinzmann, Leiter des EJW, freuen sich über die große Bereitschaft der knapp 12.000 Kandidatinnen und Kandidaten für die Kirchengemeinderatswahl und 161 Kandidatinnen und Kandidaten zur Synodalwahl. „Wir gratulieren den gewählten Landessynodalen und wünschen Gottes Segen. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit und unterstützen die Mitglieder der Landessynode gerne in der Umsetzung ihres Amtsgelübdes im Blick auf die Jugendarbeit: „Dass die Kirche in allen Stücken wachse an dem, der das Haupt ist, Christus.“  Angesichts der aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen und den daraus resultierenden Veränderungen für die Jugendarbeit erhofft sich die Leitung des EJW von der 15. Evangelischen Landessynode deutliche Signale, die den zunehmenden Wert der außerschulischen Jugendarbeit für Kirche und Gesellschaft unterstreichen und regt eine Schwerpunkt-Tagung zur Jugendarbeit an.

"Lebendige Gemeinde" hochzufrieden

Für den Gesprächskreis „Lebendige Gemeinde“ zeigte sich der Vorsitzende, Dekan Ralf Albrecht, beim heutigen Pressegespräch hochzufrieden und bezeichnete das Ergebnis als herausragend. Die „Lebendige Gemeinde“ habe ihr Wahlziel, weiterhin größter Gesprächskreis in der Synode zu bleiben, voll und ganz erreicht. Mit 39 Sitzen sei die „Lebendige Gemeinde“ der mit Abstand größte Gesprächskreis. Damit sei die Freude verbunden, die Synode weiterhin maßgebend gestalten zu können. „Für die ‚Lebendige Gemeinde‘ gilt in der Synode nach wie vor das Prinzip der größtmöglichen Übereinstimmung mit allen Gesprächskreisen. Wir wollen gemeinsam in einem fairen Miteinander Kirche gestalten“, so Albrecht gegenüber der Presse.

„Kirche für andere“

Die „Offene Kirche“, so deren Vorsitzende Ulrike Stepper, freue sich, in der neuen Landessynode mit einer deutlich gestärkten Gruppe antreten zu können und wolle auch in Zukunft eintreten „für Vielfalt und Gerechtigkeit mit Profil und Biss.“ Sie stehe für „eine Kirche, die sich nicht selbst genug ist, sondern die ‚Kirche für andere‘ ist.“ Die Offene Kirche werde beantragen, die Stellen des Islambeauftragten, des Friedenspfarramts und des Umweltbeauftragten wieder aufzustocken. „Verschiedene Lebensformen als gleichwertig anzuerkennen ist uns wichtig, und deshalb setzen wir uns dafür ein, dass homosexuelle Pfarrer und Pfarrerinnen als Paare in eingetragener Lebensgemeinschaft im Pfarrhaus wohnen und arbeiten können. Unseren Zielen Frieden, Gerechtigkeit, Bewahrung der Schöpfung und der weltweiten Verbundenheit der Kirchen bleiben wir weiterhin verpflichtet.“

Dankbar für mehr Theologensitze

Pfarrer Dr. Richard Mössinger stellte als Vorsitzender des Gesprächskreises „Evangelium und Kirche“ fest, dass auch diesmal geringe Abstände das Wahlergebnis kennzeichneten. Er bedauerte, dass sehr qualifizierte Kandidaten und Kandidatinnen nicht gewählt worden seien und „die württembergische Bekenntnisgemeinschaft ‚Evangelium und Kirche‘ als zahlenmäßig kleine Gruppe bei einem Mehrheitswahlrecht ihre Schwierigkeiten“ habe. „Wir sind dankbar für mehr Theologensitze und für neue qualifizierte Leute. Auch mit weniger Synodalen werden wir unsere ganze Kraft daran setzen, dass die Kirche Kirche bleibt. Wir wünschen, dass die Gemeinschaft der neu gewählten Synodalen durch ihre Finanzbeschlüsse für eine gute Präsenz der Kirche in allen Teilen des Landes sorgt und das ihre tut, dass die Stimme des Evangeliums und die diakonische Arbeit zur Bewältigung der persönlichen und öffentlichen Herausforderungen eine Hilfe sein können.“

Kräftiger Dämpfer und bittere Enttäuschung

Friedemann Stöffler, Vorsitzender des Gesprächskreises „Kirche für morgen“, bewertete das Wahlergebnis beim Pressegespräch als "kräftigen Dämpfer" und "bitter enttäuschend". „Nach dem großen Erfolg bei der letzten Wahl 2007 mit sieben Sitzen haben wir in der neuen Synode nur fünf Sitze. Besonders bedauerlich dabei ist, dass keiner unserer Pfarrer und keine unserer Kandidatinnen es in die Synode geschafft haben. Wir hatten gehofft und geglaubt, wir könnten die Anzahl unserer Sitze weiter ausbauen. Das ist uns leider nicht gelungen, obwohl wir den Eindruck haben, dass wir wichtige Themen wie die Frage der Beteiligungskirche und der Lebensweltgemeinden eingebracht haben.“ Stöffler sieht auch das bestehende Wahlrecht als Ursache für das schlechte Abschneiden seiner Gruppierung. „Das Profil der Gruppe war entscheidender als das Profil der Kandidaten.“ Er kündigte eine Initiative zur Änderung des Wahlrechts an, damit „auch Parteien ein Gewicht in der Synode erhalten.“

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Werner Baur

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