02.05.2019 - Frank Weberheinz (Ehrenamtlicher EJW-Weltdienst - LA Sudan)

Machtwechsel im Sudan

Foto: YMCA Sudan - EJW-Weltdienst

Hoffnung für die Partner des EJW-Weltdienst

„Wie ist denn eine Zusammenarbeit mit einem solchen Land überhaupt möglich? Man hört aus dem Sudan immer nur negative Schlagzeilen“, diese Frage wurde und wird uns im EJW-Weltdienst immer wieder gestellt. Und tatsächlich ist der Sudan kein einfaches Partnerland. Der EJW-Weltdienst arbeitet dennoch seit fast 40 Jahren mit den YMCAs im Sudan erfolgreich zusammen. Die Mitarbeiter vor Ort leisten unter schwierigen Bedingungen tolle Arbeit. Unsere Geschwister haben die Hartnäckigkeit und den langen Atem, den wir als Partner immer wieder an den Tag legen müssen, wirklich verdient. Denn die Zusammenarbeit wurde durch das islamische Regime in den letzten Jahren zunehmend erschwert. Ein trauriger Höhepunkt war die Absage einer lange geplanten Besuchsreise nach Khartoum und Port Sudan im Frühjahr dieses Jahres. Zu gefährlich wäre der inoffizielle Besuch in den YMCA gewesen.
Hoffnung durch Machtwechsel

In den letzten Wochen und Monaten haben sich nun die Ereignisse überschlagen und kamen zu einem von uns völlig unerwarteten und überraschenden Ergebnis. Die Regierung von Sudans Langzeitherrscher Omar al-Baschir ist am Ende. Der Militär regierte den Sudan seit 30 Jahren mit harter Hand. 1989 kam er durch einen Putsch an die Macht. Seitdem gab es immer wieder gewaltreiche Konflikte im eigenen Land, etwa in der Darfurregion oder dem Südsudan, der seine Unabhängigkeit errang. Die Christen litten zunehmend unter dem fundamentalistischen Regime. Nun haben die massiven Proteste und Massendemonstrationen im Land, die durch die jahrelange Wirtschaftskrise und die große Unzufriedenheit in der Bevölkerung ausgelöst wurden, die Wende gebracht. Was kommen wird, ist offen. Ob die Übergangsregierung einen demokratischen Wechsel zulässt, wird sich zeigen. Auch was dieser Wandel für unsere Partner bedeutet, müssen wir abwarten.

Was bedeutet das für unsere Partner?

Wir sind weiterhin in engem Kontakt mit den YMCA in Port Sudan und Khartoum und mit unserer Partnerorganisation IAS. Grundsätzlich herrscht bei den Menschen Aufbruchsstimmung und große Freude über den Machtwechsel. Mit einer Militärregierung scheinen sich die Sudanesen jedoch nicht abgeben zu wollen.

Einige Stimmen von unseren Partnern:

Die Mitarbeiter aus dem YMCA Port Sudan schreiben:
„Für uns Christen ist das ein historischer Einschnitt, weil die islamische Regierung uns kaum Rechte lies, unseren Glauben zu praktizieren. Wir hoffen, dass die neue Regierung allen die gleiche Möglichkeit gibt, ihren Glauben zu leben. Unsere Arbeit ist von den Unruhen nicht beeinträchtigt. Bitte betet für uns, dass wir eine gute und gerechte neue Regierung bekommen, dass Gott den Verantwortlichen in den Kirchen Weisheit gibt und Gott unser Land und seine Menschen in dieser schwierigen Zeit beschützt.“

Aus dem YMCA Khartoum bekommen wir die Nachricht:
“Die Situation ist immer noch schwierig und besorgniserregend. Der Umsturz wurde vom Vizepräsidenten des Sudan unterstützt, der ein enger Vertrauter Al Bashirs war und als Fundamentalist bekannt ist. Er war auch an Kriegsverbrechen im Darfur beteiligt“

Unsere Partnerorganisation IAS schreibt uns:

“Die Mitarbeiter unserer Teams halten sich weitgehend sicheren Gebieten auf und sind nicht in Gefahr. Fast stündlich gibt es neue Meldungen und wir beobachten die weitere Entwicklung sehr sorgfältig.“

Unsere Bitte an Sie:
Bitte denken Sie in Ihrer Fürbitte an die Christen im Sudan und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Projekten in Khartoum und in Port Sudan. Unsere Gebete brauchen Sie in dieser Umbruchsphase mehr denn je.

Sie können auch ganz konkret mit Ihrer Spende helfen. Denn das Land braucht gerade jetzt dringend Zeichen der Hoffnung und unserer Verbundenheit.

Wir unterstützen beispielsweise weiterhin die Hilfsprojekte Sauberes Wasser durch Brunnenbohrungen und Biosandfilter, Schulunterricht für Flüchtlingskinder in Engaz/Port Sudan und in Gabarona/Khartoum.

Hier können Sie direkt spenden:
Online-Spende EJW-Weltdienst

Spendenkonto:
Evangelisches Jugendwerk in Württemberg
EJW-Weltdienst
Evangelische Bank (EB)
IBAN: DE24 5206 0410 0400 4054 85; BIC: GENODEF1EK1

Projekt-Nr. SUD108 Sudan – Wasser und Schulen
Projekt-Nr. SUD109 Sudan – Engaz-Schule YMCA Port Sudan
Projekt-Nr. SUD103 Sudan – Schule Gabarona YMCA Khartoum

Vielen Dank für Ihre Gebete und Ihre Unterstützung!

Weitere Informationen:


Das Evangelische Jugendwerk in Württemberg (EJW) koordiniert, fördert und gestaltet die evangelische Jugendarbeit in Württemberg. Unser Ziel ist es, junge Menschen zum Glauben an Jesus Christus einzuladen, ihren Glauben im Alltag zu stärken und sie bei ihrem Engagement für Jugendarbeit und Gesellschaft zu unterstützen. Kurz gesagt: begegnen, begleiten und befähigen. Deshalb unterstützen wir Kinder, Konfirmanden, Jugendliche, Familien und (junge) Erwachsene über unsere sinnstiftenden Arbeitsbereiche, Veranstaltungen, Bildungsangebote und Reisen. Zudem bringen wir die einzelnen Jugendwerke vor Ort sowie in den Bezirken voran. Als größter konfessioneller Jugendverband in Baden-Württemberg bieten wir jährlich circa 306.000 jungen Menschen regelmäßige und circa 462.000 einmalige Angebote. Wir arbeiten selbstständig im Auftrag der Evangelischen Landeskirche in Württemberg und mit einem großen Netzwerk an Partnern. Mehr über uns erfahren Sie unter www.ejwue.de/ueber-uns/wer-wir-sind/ 

FSJ/BFD lohnt sich!

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Immanuel Alber ( EJW Ravensburg (17/18))

Lehramtsstudium in Geographie+Sport an der Uni Freiburg

"Bei meinem FSJ im EJW hab Ich ein abwechslungsreiches Programm geliefert bekommen, das ich selbst mitgestalten durfte. Spaß, Action, pure Freude, viel Neues über die Arbeit und Input rund um Gott und die Welt inklusive. Ich hatte eine Mega geile Zeit. Danke."

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