06.12.2019 - Eberhard Fuhr (Pressesprecher des EJW)

"Man muss nicht singen können"

Ein breites Bündnis aus Kirche und Sport hat die Idee zum 1. Stuttgarter Weihnachtssingen präsentiert und im GAZI-Stadion symbolisch dazu den Startschuss gegeben. (Foto: Eberhard Fuhr - EJW)

Weihnachtsliedersingen am 4. Advent im Stuttgarter GAZI-Stadion

Zum ersten Stuttgarter Weihnachtsliedersingen am vierten Advent (22. Dezember) werden bis zu 8.000 Besucher erwartet. Bei der Aktion sollen zwei Mal 45 Minuten Popsongs, Weihnachtschoräle und Friedenslieder gesungen werden, sagte Vorsänger Patrick Bopp von der Vocal Comedy-Truppe FÜENF am Donnerstag (05.12.2019) bei einem Pressegespräch in Stuttgart. Die Zusammenkunft werde mit einem Kerzenmeer und einem kirchlichen Segen schließen. Instrumentell unterstützt wird Patrick Bopp von Landeskirchenmusikdirektor Matthias Hanke (musikalischen Leiter), sowie Tobias Bodensiek und Till Müller-Kray an Bass und Schlagzeug. Mit dabei ist zudem das Blechbläser-Ensemble EJUS Brass unter Leitung von Christof Schmidt.

Kurze Vorbereitungszeit

Erst Ende Juli 2019 haben die Verantwortlichen mit den Vorbereitungen zum 1. Stuttgarter Weihnachtsliedersingen begonnen. Die Initiative ging dabei vom Landesarbeitskreis „Kirche und Sport“ aus. „Gemeinsam möchten sie ein Zeichen setzen“, sagte Henrik Struve vom Evangelischen Jugendwerk in Württemberg. „Wir werden keine Show bieten und das Modell der Union Berlin nicht kopieren“, betonte Patrick Bopp von der Vocal-Gruppe „DIE FÜENF“, der die Funktion des Vorsängers übernehmen wird. Er ist von der Grundidee des Weihnachtssingens, dass Menschen unterschiedlichen Alters, verschiedener Hintergründe und Religionen gemeinsam Weihnachtslieder singen, überzeugt. „Man muss nicht singen können und auch den Mut zum Scheitern haben“, sagte er bei dem Pressegespräch. Die Idee wird auch von den Stuttgarter Kickers unterstützt. Die Fußballmannschaft hat in Vorbereitung des Events bereits ein Musikvideo produziert, in dem sie bedeckt mit blauen Zipfelmützen „Feliz Navidad“ singt.

Gesellschaftliche Aufgabe

Auch Stuttgarts Sport- und Sicherheitsbürgermeister Martin Schairer war spontan von der Idee begeistert, da er selbst Sänger ist. Für ihn steht fest: „Singen macht glücklich“. Er wies darauf hin, dass die Veranstaltung für Menschen allen Glaubens offen sei. „Auch ein Jude und ein Muslim kann ein Weihnachtslied singen“, sagte er. Er sei sicher, dass es nicht bei einem einmaligen Weihnachtsliedersingen im Stadion bleibt, sondern dass dieses Event zu einer Institution in Stuttgart werde. Die Stadt verlange für die Veranstaltung keine Miete des Stadions.

Der evangelische Landeskirchenmusikdirektor Matthias Hanke sieht in der Aktion eine gesellschaftliche Aufgabe und einen Beitrag dazu, dass man Kirche als „Outdoor-Veranstaltung“ erleben kann. Die Liedtexte würden auf einem Großbildschirm eingeblendet, niemand müsse sie auswendig können. Wortbeiträge würden im Programm kurzgehalten, der gemeinsame Gesang stehe im Vordergrund. Gerlinde Kretschmann, die die Schirmherrschaft übernommen hat, werde eine Weihnachtsgeschichte vorlesen.

Veranstalter des Stuttgarter Weihnachtssingens ist die Evangelische Landeskirche in Württemberg gemeinsam mit einem breiten Bündnis aus Vertretern von Kirchen und Sportorganisationen. Von jeder Eintrittskarte gehen je 50 Cent an die Kinderturnstiftung Baden-Württemberg und die Stiftung „Singen mit Kindern“. Die Gesamtkosten der Veranstaltung schätzt Kirchenrat Frank Zeeb von der Evangelischen Landeskirche in Württemberg auf bis zu 40.000 Euro. Sollten 8.000 Gäste kommen, wäre das Budget ausgeglichen. Ein mögliches Defizit werde die Landeskirche decken.

Weitere Informationen:

1. Stuttgarter Weihnachtssingen

2 Halbzeiten – 2 x 45 Minuten …
… gemeinsam Weihnachten erleben
… gemeinsam singen und staunen
… mit Stadionwurst, Punsch und Glühwein
Und wenn wir alle nicht genug haben, gibt es eine Nachspielzeit!


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