07.07.2014 - Autor: Eberhard Fuhr

Ministerpräsident würdigt soziales Engagement der Posaunenchöre

von links nach rechts: Oberbürgermeister Ivo Gönner, Landesbischof Dr. h. c. Frank Otfried July, Gerlinde Kretschmann, Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Foto: www.martinweinbrenner.de/Copyright: EJW)

Blechbläser bringen Ulm wieder zum Klingen

Beim 45. Landesposaunentag des Evangelischen Jugendwerks in Württemberg (EJW) sind am Sonntag über 6.500 Bläserinnen und Bläser zusammengekommen und haben die Ulmer Innenstadt zum Klingen gebracht. Unter dem Motto „Zum Glück ist Gott nah“, angelehnt an die diesjährige biblische Jahreslosung, feierten sie mit rund 3.500 weiteren Gästen bei der Schlussveranstaltung auf dem Münsterplatz. „Zum Glück ist Gott nah“ war auch das Leitwort für die 13 Gottesdienste am Vormittag.

„Sound der Posaunenchöre ist Alleinstellungsmerkmal“

Für Ministerpräsident Winfried Kretschmann war der Landesposaunentag „ein großartiges Ereignis. Der Sound der Posaunenchöre ist ein Alleinstellungsmerkmal der Evangelischen Kirche. Was wäre Württemberg ohne den evangelischen Posaunensound?“ sagte er unter Beifall der Zuhörer auf dem Ulmer Münsterplatz. Darüber hinaus würdigte er besonders das soziale Engagement der Bläserinnen und Bläser. Sein Lieblingslied „Nun danket alle Gott“ sang er lautstark mit. Für Gottfried Heinzmann, den Leiter des EJW, war die Traditionsveranstaltung eine besondere Zeit, in der etwas von Gottes Gegenwart spürbar gewesen sei.

„Gott schaut in das Herz und nach dem guten Willen“

In einer Talkrunde im Kornhaus mit dem baden-württembergischen Ministerpräsident Winfried Kretschmann, Ulms Oberbürgermeister Ivo Gönner und dem evangelischen Landesbischof Dr. h. c. Frank Otfried July überraschte und outete sich der Landesvater als ehemaliger Posaunist, der in zwei Stadtkapellen mitspielte. „Es war bestimmt ein Fehler, dass ich das aufgegeben habe“, so der Landesvater. Für ihn wirke sich sein christlicher Glaube nicht unmittelbar auf das politische Tagesgeschäft aus. In der Politik komme es auf Erfolge an und ob man „was gescheits“ hinbekommt. „Gott schaut in das Herz und nach dem guten Willen und nicht danach, was wir zustande bringen. Vor Gott scheitern wir nicht, wenn wir erfolglos sind“ sagte er vor rund 350 Zuhörern. Moderiert wurde die lebendige und engagierte Gesprächsrunde von Christoph Zehendner.

In Bezug auf die gesellschaftliche Kontroverse um den Bildungsplan betonte Kretschmann,  dass  die  Landesregierung  „nie  Menschen umerziehen wollte. Das wäre ja totalitär!“  Die Missverständnisse seien nun ausgeräumt und das Thema „Sexuelle Verschiedenheit“ dort einsortiert, wo es hingehöre: „dass Menschen verschieden sind und wir Menschen in ihrem Sosein akzeptieren“, so der Ministerpräsident. Auch beim Ausbau der Ganztagesschule begrüßt Kretschmann ausdrücklich auch Akteure der evangelischen Jugendarbeit. „Religionsgemeinschaften sollen in den öffentlichen Raum mit ihren Werten. Wir haben ja eine kooperative partnerschaftliche Form der Trennung zwischen Staat und Kirche.“

Swing, Salsa und eine Opernouvertüre

Eröffnet wurde der Landesposaunentag am Samstag mit einem „BrassMob“ in der Ulmer Innenstadt. Zur Eröffnung, die erstmals auf dem Kornhausplatz stattfand, kamen mehr als  600 Ulmer, Gäste und Bläser, die schon am Samstag angereist sind. Der Schwäbische Posaunendienst überraschte mit einem vielseitigen Programm mit Kompositionen von Antonio Vivaldi und Giovanni Gabrieli, aber auch zeitgenössischen Komponisten wie Helmut Lammel und Michael Schütz. Gottfried Heinzmann wies die Zuhörer bei der Ouvertüre zu „Hänsel und Gretel“ von Engelbert Humperdinck darauf hin, dass in dem Märchen auch ein Abendsegen versteckt sei. Bei der Choralphantasie im Salsa-Rhythmus „Sollt ich meinem Gott nicht singen“ von Friedrich Veil, kam auch das Publikum in Bewegung.

„Hier lebt unsere Kirche – und wie“

Bei Landesbischof Frank Otfried July löste der Landesposaunentag Glücksgefühle, da an einem solchen Tag „in beglückender Weise“ wieder einmal das „Mehrgenerationenhaus Kirche“ deutlich werde. „Wer Zweifel hat an der Lebensfreude und Gottestreue, am Gestaltungswillen und öffentlichem Anspruch unserer Landeskirche in Württemberg, der soll nach Ulm kommen und den Landesposaunentag besuchen. Hier lebt unsere Kirche – und wie“ sagte er bei seinem Grußwort bei der Schlussfeier auf dem Ulmer Münsterplatz.

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