11.01.2018 - Eberhard Fuhr (Pressesprecher des EJW)

Musikbands fördern und weiterentwickeln

Vor 40 Jahren undenkbar, heute selbstverständlich: Förderung Popularmusik in der evangelischen Jugendarbeit

Der Arbeitsbereich musikplus im Evangelischen Jugendwerk in Württenberg (EJW) weist auf ein besonderes Jubiläum hin. Vor 40 Jahren wurde in Beilstein (Evangelischer Kirchenbezirk Marbach am Neckar) der Landesarbeitskreis Band in Württemberg (LaBiW) gegründet. Damit begann die Förderung der Popularmusik in der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Was damals noch undenkbar war ist heute selbstverständlich. „Popularmusik ist heute ein wertvoller und für die Verkündigung unverzichtbarer Teil unserer Kirchenmusik“, sagt Landeskirchenmusikdirektor Matthias Hanke. „Das Ringen um einen gemeinsamen Weg aller kirchenmusikalisch Verantwortlichen um Qualifizierung und das große Engagement der Ehrenamtlichen in der evangelischen Jugendarbeit haben maßgeblich zur positiven Gesamtentwicklung beigetragen“. Auch Cornelius Kuttler, der Leiter des EJW, freut sich über die vielfältigen musikalischen Angebote von musikplus, zu denen beispielsweise Cajon-Workshops, Chorleitungsseminare, Coaching von Bands und Musikteams sowie Tontechnikworkshops und eine Kursreihe für Pianisten gehören. „Mit dieser zehnteiligen Reihe werden Klavierspieler angesprochen, die sich in Gottesdienst und Gemeinde einbringen und ihre Fähigkeiten bei der Liedbegleitung und beim Instrumentalspiel ausbauen wollen. Als Abschluss können sie die sogenannte D-Prüfung ablegen, die dem landeskirchlichen Befähigungsnachweis entspricht“, berichtet Kuttler. 40 Jahre nach Gründung des LaBiW kommen 50 Musiker aus zehn Bands und 35 Einzelmusiker vom 19. bis 21. Januar 2018 in Hohenwart bei Pforzheim bei „Band at Work“ zusammen. Erfahrene Künstler wie Maria Kaulbarsch, Dee Rosario oder Florian Ostertag bieten ihnen Band-Coaching und Intensiv-Workshops. Am Samstagabend können die jungen Musiker bei einem öffentlichen Konzert Live-Erfahrung auf einer großen Bühne sammeln.

Neuer Schwung in der Kirche

Für Bands im kirchlichen Raum gab es vor 40 Jahren keine Ausbildungs-möglichkeiten, weder an Musikschulen noch an Volkshochschulen. Auch keine der etablierten kirchlichen Stellen konnte sich damals eine E-Gitarre oder Schlagzeug im Gottesdienst vorstellen. Doch bei den jungen Musikern war schon längst das Bedürfnis entstanden, auch christliche Botschaften mit den Hörgewohnheiten ihrer Lebenswelten zu verknüpfen und damit neuen Schwung in die Musik der Kirche zu bringen. Deshalb haben sich im Juni 1978 engagierte Musiker wie Hans Reichel (Löchgau) aus 18 Bands in Beilstein zusammengefunden und den Landesarbeitskreis Band in Württemberg (LaBiW) gegründet. Dies war der erste Zusammenschluss dieser Art in Deutschland. Ihr Ziel war es, dass sich christlichen Bands gegenseitig kennenlernen und musikalisch fortbilden. Nachdem der LaBiW zunächst vergeblich nach einer Anknüpfung an kirchliche Dienststellen suchte, fand er schließlich Aufnahme und Unterstützung im Referat für musisch-kulturelle Bildung (mukubi) im Evangelischen Landesjugendpfarramt in Württemberg. „Von irgendwoher bekam ich den Tipp, dass es beim Landesjugendpfarramt einen neuen Referenten für musisch-kulturelle Bildung gibt. Den habe ich einfach angerufen. Am anderen Ende meldete sich eine sonore Stimme mit dem Namen Hufeisen“, berichtet Hans Reichel, einer der Gründungsväter des LaBiW auf Anfrage.

Von Hans-Jürgen Hufeisen bis Hartmut Engler

Hans-Jürgen Hufeisen, heute erfolgreicher Blockflötenspieler, Komponist, Arrangeur und Choreograph kümmerte sich ab 1978 um den Nachwuchs und organisierte anfangs zwei Treffen pro Jahr. Im Herbst gab es Instrumentalworkshops, die beispielsweise von dem damals noch unbekannten Dieter Falk, heute erfolgreicher Musikproduzent, Keyboarder, Arrangeur und Komponist geleitet wurden. Albert Frey, der bekannte Songwriter, Lobpreisleiter und Musikproduzent holte sich 1983 beispielsweise mit der Band „Effata“ bei einem der mukubi-Workshops wertvolle musikalische Impulse. Bei den jährlich stattfindenden Bandjahrestreffen - das Erste fand im Januar 1981 im Haus Sommerhof in Sindelfingen statt - wirkten als „Special Guests“ beispielsweise Frank Laufenberg (damals SWF), Mathias Holtmann (damals SDR) und der damals noch unbekannte Hartmut Engler (PUR) mit. „Unser Anliegen war es, dass christliche Popularmusik auch im Radio gespielt wird. Deshalb haben wir auch die Radiomoderatoren zu unseren Treffen eingeladen damit wir und unsere musikalische Szene wahrgenommen werden“, erzählt Reichel weiter. Rund 35 Jahre hat der diplomierte Bauingenieur ehrenamtlich die Auftritte von christlichen Bands auf dem Kirchentag organisiert und Veranstaltungskonzepte mitentwickelt. „In dieser Zeit sind viele persönliche Kontakte und Freundschaften entstanden, die ich nicht missen möchte“, bilanziert er. Der LaBiW organisierte damals für die Bands auch Veranstaltungen, und Nachwuchsfestivals. So beteiligten sich die christlichen Bands beispielsweise mehrfach bei Landesfamilientagen auf dem Stuttgarter Killesberg, bei Landesgartenschauen und anderen säkularen Veranstaltungen. Beim Nachwuchswettbewerb „EIGENSINNiCH“ waren in den letzten Jahren beispielsweise die Sängerin Lea LaDoux und die Band For me and my sons erfolgreich. Heute bietet musikplus im EJW jährlich rund 60 Seminare, Musikteamcoaching und Workshops für Chor, Band, Instrumente und Technik mit rund 450 Teilnehmenden, sowie zwei Chortage für Pop- und Gospelchöre mit rund 1.500 Teilnehmenden.

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Werner Baur

Oberkirchenrat i.R.

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