16.12.2009

Neuer Landesschülerpfarrer eingeführt

Über 150 Festgäste feierten am Sonntag, 13.12. die Einführung von Wolfgang Ilg als neuem Landesschülerpfarrer im ejw.

 


 

Einführung

 
 

Predigt 

 
 

Bilder

 
 

  Film 

 

Pfarrer Gottfried Heinzmann, Leiter des ejw, verknüpfte in seiner Einführung die Grundbeauftragung des Landesschülerpfarrers mit aktuellen Herausforderungen.

1. Die Schule steht heute im Focus des öffentlichen Interesses. Der Landesschülerpfarrer steht hier an der Schnittstelle zwischen Jugendarbeit und Schule. Er ist im Evangelischen Jugendwerk und damit in der Jugendarbeit verortet. Durch die Ausrichtung auf den Lebensraum Schule ist er in besonderer Weise gefragt, die besonderen Chancen der Jugendarbeit in die Schule hineinzutragen. Hier gilt es, gemeinsam mit den Haupt- und Ehrenamtlichen die Modelle der Kooperation zwischen Jugendarbeit und Schule konzeptionell und strategisch weiterzuentwickeln.

2.  Durch die Integration der früheren LakiSa hat sich die Schülerinnen- und Schülerarbeit im ejw verändert. Verschiedene Zielsetzungen, Arbeitsweisen, Gesprächskulturen und Organisationsformen sind zusammengeführt worden. „Der Landesschülerpfarrer fördert die Entwicklung der gesamten Breite der Schülerinnen- und Schülerarbeit im ejw und ist die Integrationsperson in der Schülerinnen- und Schülerarbeit."

3. Der Landesschülerpfarrer ist als Initiator und Begleiter von theologischen Bildungsprozessen mit Schülerinnen- und Schülern gefragt. Wir kommen her vom Jugendtag 2009 zum Thema „FRAGE". Die Begleitung von kritisch fragenden Jugendlichen, von Schülerinnen und Schülern, die Mühe haben mit dem Glauben und mit der Kirche - auch das gehört zur Aufgabe des Landesschülerpfarrers.

Präambel der Grundlagen der Schülerinnen- und Schülerarbeit:
„Die Schülerinnen- und Schülerarbeit im ejw geschieht selbständig im Auftrag der Evangelischen Landeskirche. Sie versteht sich in der Nachfolge Jesu Christi als Teil der einen christlichen Kirche. Die Schülerinnen- und Schülerarbeit will ein offenes und missionarisches Angebot für Schülerinnen und Schüler sein. Mit ihnen versucht sie, die Liebe Gottes, die sich allen Menschen zuwendet, erlebbar zu machen. Sie ermutigt Jugendliche, sich mit der biblischen Botschaft auseinander zu setzen und bei der Erneuerung von Welt und Kirche im Geist des Evangeliums mitzuwirken."

Seit 1.09.2009 arbeitet Wolfgang Ilg im Jugendwerk. Mit vollem Einsatz, allerdings nur mit einem 75%tigen Stellenanteil. Er hat einen Antrag auf Reduzierung gestellt, um seine Doktorarbeit fertigstellen zu können und seine freiberufliche Tätigkeit in geringem Umfang fortführen zu können. Wir sind froh, dass Gerald Jetter die Vertretung für die restlichen 25% übernommen hat. Er ist Pfarrer in Weikersheim und im Rahmen der Vertretung verantwortlich für die Tage der Orientierung.

Bei Deiner Einsetzung ins Amt des Landesschülerpfarrers möchte ich Dich daran erinnern, dass Du nicht nur für Schülerinnen und Schüler zuständig bist, sondern selbst Schüler bist. „Rabbi", so haben die Jünger Jesus angeredet. „Rabbi" - damit du für andere jemand sein kannst, der Wegweisung gibt, ist es notwendig, dass Du selbst Wegweisung empfängst.
In einem Lied von Christoph Zehendner wird das schön formuliert:

„Ich will bei dir zur Schule gehen, die Welt mit deinen Augen sehn,
begreifen, was dir wichtig ist, verstehn, was falsch und richtig ist.
Ich will mich orientiern an dir, zu andern sein wie du zu mir.
Selbstlos sein, wie du es bist, ich will die Menschen sehn wie du sie siehst."

Lieber Wolfgang,
dass Du selbst Schüler dieses Rabbi bleibst und ihm nachfolgst, das wünsche ich dir.
Dass du als Landesschülerpfarrer Schülerinnen und Schüler mit auf diesen Weg nimmst und ihnen Wegbegleiter und Wegweiser auf dem Weg des Glaubens bist, das folgt daraus.

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Predigt

So seid ihr nun nicht mehr Gäste und Fremdlinge, sondern Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen. Denn ihr seid ja in den Bau eingefügt, dessen Fundament die Apostel und Propheten bilden - und der Schlussstein in diesem Bau ist Jesus Christus. Durch ihn wird der ganze Bau zusammengehalten, durch ihn, den Herrn, wächst er auf zu einem heiligen Tempel. (Eph 2,19-21; eigene Übersetzung)

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In seiner Predigt betonte Wolfgang Ilg mit diesem Bild Buntheit als Konstruktionsprinzip im Reich Gottes. Dazu brauche es ein „Master-Image" , eine Vorstellung, wie das Ganze werden soll. Und zugleich soll jeder in Demut seinen speziellen Platz einnehmen und mit seiner Farbe Akzente setzen.

Drei Konkretionen ergeben sich daraus:

1. Zielperspektive
Für die Schülerinnen- und Schülerarbeit kann das Bild vom Mosaik helfen, die Zielperspektive dieses Zusammenwachsens deutlicher zu begreifen. Die Buntheit, die unsere Schülerarbeit ausmacht, ist nicht in erster Linie Konfliktpotenzial, sondern Reichtum.

2. Lust auf andere
Das Spektrum der möglichen Farben wird oft nur ansatzweise in seiner vollen Pracht ausgeschöpft. Die kürzlich veröffentlichte Sinus-Milieu-Studie führt eindrücklich vor Augen, dass bestimmte Milieus in der kirchlichen Jugendarbeit kaum vorkommen. Damit das Bild voll und rund wird, müssen wir besondere Anstrengungen unternehmen, diejenigen Jugendlichen anzusprechen, die in unserer Farbpalette bislang zu wenig präsent sind. Was wir brauchen, ist eine echte „Lust auf andere".

3. Leitidee für unsere Gesellschaft
Schließlich möchte ich in einer dritten Konkretion unser Bild von den Mosaiksteinchen auch über´den kirchlichen Horizont hinaus als eine Leitidee für unsere Gesellschaft insgesamt verstehen. Das Miteinander verschiedener Einzelfarben ist in Deutschland auch das Konstruktionsprinzip des Staates...In der Logik dieser staatlich gewollten, profilierten Buntheit liegt es auch, wenn die kirchliche Jugendarbeit im Gemeinwesen eine starke Rolle spielt und sich als Orientierungsangebot für junge Menschen versteht.

Bausteine in Gottes Bau - das können und sollen wir sein. Für alle Felder, in die wir uns als Kirche einbringen, wünsche ich uns diese Buntheit, ein gutes Fundament und die Vision eines „Master Image".
Damit eine Steinmauer gut zusammenhält, braucht es manchmal Mörtel. Solcher Mörtel in unserem Zusammensein ist das Vertrauen: Vertrauen untereinander, und Vertrauen auf Gott.

Predigt zum Download (pdf-Datei mit Bild)

Mosaik: Wolfgang Ilg nach einem Foto von Jiri Bohdal
Das Plakat kann beim Calwer Verlag bestellt werden (10 Stück 4,90 Euro): ISBN 978-3-7668-4054-7

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Den musikalischen Rahmen gestaltete ein Ensemble der Schülerinnen- und Schülerarbeit im ejw. Zeugenworte sprachen Christine Mauz aus Plattenhardt und Prof. Dr. Martin Weingardt, Pädagogische Hochschule Ludwigsburg.
Zeugenwort Prof. Dr. Martin Weingardt als pdf

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Fünf besondere Rosen mit den Namen Gloria Dei, Einkreuzung, Liebe, Freude und Peace überreichte Jürgen Kehrberger, Fachlicher Leiter des ejw in seiner Moderation der Grußworte von Harald Alber, dem Vorsitzenden des ejw, Oberkirchenrat Helmut Dopffel und Professor Friedrich Schweizer und Deborah Traut.


Glückwünsche und wegweisende Begrüßungsgeschenke überreichten die ehren- und hauptamtlich Mitarbeitenden aus der Schülerinnen- und Schülerarbeit.

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Fragen an den neuen Landesschülerpfarrer

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Das ausführliche Interview findet man in unserem Podcast!

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Werner Baur

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