15.11.2016 - Autor: Eberhard Fuhr (Redaktion)

Oberkirchenrat Paul Koller gestorben

Foto/Copyright: EMH - Kirschner

Der ehemalige Personaldezernent wurde 89 Jahre alt

Der frühere Oberkirchenrat Paul Koller ist tot. Er starb am Sonntag, 13. November, im Alter von 89 Jahren in Ludwigsburg. „Der Tod von Oberkirchenrat Koller, den ich schon als Schüler kennenlernen durfte und dessen Familie ich verbunden war, berührt mich sehr“, sagt Landesbischof Dr. h. c. Frank Otfried July. Koller habe als Ausbildungs- und später Personaldezernent in großherziger Weise Pfarrerinnen und Pfarrer auf ihrem Berufsweg begleitet, Impulse gesetzt und immer wieder auf den Kern aller pfarramtlichen Tätigkeit hingewiesen, nämlich „das Evangelium zu verkündigen, Seelsorge zu üben und dies in Menschenfreundlichkeit und Menschenliebe“.

Der am 6. August 1927 in Münsingen-Breithülen geborene Koller wirkte nach Theologiestudium und Vikariat von 1952 bis 1956 als Jugendpfarrer am Ulmer Münster. Anschließend wurde er Gemeindepfarrer an der Ludwigsburger Stadtkirche. Dort wechselte er 1959 auf die Stelle des Jugendpfarrers, bevor er 1965 als Gemeindepfarrer nach Bad Mergentheim ging. 1971 wurde Koller Ausbildungsleiter für den Pfarrdienst, 1972 Mitglied des Evangelischen Oberkirchenrats. Koller leitete dort zunächst das Ausbildungsreferat, ab 1979 bis zum Eintritt in seinen Ruhestand zehn Jahre lang das Personalreferat.

Paul Koller war zudem von 1971 bis 1981 Vorsitzender des Evangelischen Jugendwerks in Württemberg und damit der erste ehrenamtliche Vorsitzende des Jugendwerks, das damals durch die Fusion des Mädchenwerks mit dem Jungmännerwerk entstanden ist. Als Jugendpfarrer in Ulm und Ludwigsburg hatte er vielfältige Erfahrungen in der Jugendarbeit gesammelt, die ihm halfen, die Verantwortung als Vorsitzender wahrzunehmen. Gleichzeitig hatte er als Oberkirchenrat im Ausbildungsdezernat und später im Personaldezernat eine herausragende Kenntnis der landeskirchlichen Vorgänge und Strukturen. In seiner Person verkörperte er die sogenannten Schwabenformel „selbständig im Auftrag“. Er wirkte vertrauensbildend auf beiden Seiten. Ihm war die Selbständigkeit des Jugendwerks wichtig und gleichzeitig lebte er vor, was es heißt, seine Kirche zu lieben.

Der Trauergottesdienst findet am Freitag, 18. November 2016, um 12 Uhr in der Bartholomäuskirche in Tamm statt.

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Zum Tod unseres ehemaligen Vorsitzenden
Oberkirchenrat i. R. Paul Koller

Die Fusion von Evang. Mädchenwerk und Evang. Jungmännerwerk zum Evang. Jugendwerk in Württemberg erscheint uns heute als selbstverständlich. Das war vor 45 Jahren aber durchaus mit Befürchtungen und Ängsten verbunden. Würde sich das freie Werk seine Eigenständigkeit gegenüber der Landeskirche bewahren können, würde das Mädchenwerk vom größeren Jungmännerwerk dominiert? Wo würden die Pfadfinder oder die Evang. Jugend auf dem Lande ihren Platz finden? Große Erwartungen richteten sich an den zu wählenden Vorsitzenden.

Schon deshalb war die Bereitschaft von Pfarrer Paul Koller, sich für dieses Ehrenamt zur Verfügung zu stellen, mutig und verantwortungsvoll zugleich. In einer Zeit großer Umbrüche in Kirche und Gesellschaft bedurfte es einer Person wie ihn, der den unterschiedlichen Gruppen aufgeschlossen gegenüber stand, aber dabei die Basis unserer Arbeit und die gemeinsamen Aufgaben und Ziele nicht aus den Augen verlor.  Schon als Gemeindepfarrer und vor allem als Jugendpfarrer in Ulm und in Ludwigsburg war er der Jugendarbeit eng verbunden.

Zehn Jahre lang, von 1971 bis 1981, prägte er das Evang. Jugendwerk durch seine beispielhaft wahrgenommene Leitungsverantwortung, stärkte dessen theologisches Profil und erwies sich als einfühlsamer Seelsorger, der für jeden ein offenes Ohr hatte, für die Hauptamtlichen ebenso wie für Ehrenamtliche. Sein partnerschaftlicher Umgang und seine vertrauensbildende Arbeitsweise hat uns alle bereichert. Auch als er 1972 zum Oberkirchenrat berufen wurde, ließ sein Engagement für unser Werk nicht nach. Er ermutigte uns immer, unseren Weg im Evang. Jugendwerk selbstbewusst und doch vertrauensvoll im Hinblick auf unsere Landeskirche zu gehen.  

Paul Koller ist am 13. Nov. 2016 im Alter von 89 Jahren gestorben. Wir alle, die wir mit ihm zusammen arbeiten durften, sind für sein segensreiches Wirken und für die gemeinsame Zeit außerordentlich dankbar und werden ihn nicht vergessen.

Dietmar Spreer

 

 

 

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