11.12.2007 - Autor: rr

Paul Fischer gestorben

Pionier und Brückenbauer der Jungenschaftsarbeit in Württemberg ist heimgerufen worden.

Stuttgart (ejw) - Am vergangen Samstag, den 8. Dezember, ist Paul Fischer nach langer, schwerer Krankheit 79-jährig verstorben. Paul Fischers Leidenschaft war die Jugendarbeit. Als diplomierter Brückenbauingenieur baute er so Brücken zwischen den Generationen. Wie nur wenige gelang es ihm bis weit ins Rentenalter, Jugendliche zu begeistern. In wöchentlichen Gruppenstunden, auf Sommerfreizeiten in Südfrankreich und in Korsika prägte er über Jahrzehnte unzählige Jungen und junge Männer. Begonnen hatte er in den 50er-Jahren als Jungscharleiter in der Stuttgarter Markusgemeinde. Ab Mitte der 60-er Jahre bis Ende der 90-er Jahre leitete er dann dort wöchentlich eine Jungenschaft, ein Gruppe für 13- bis 17-jährige Jungen.


Bereits kurz nach Beginn seines Engagements in der Jungenschaftsarbeit wurde er Mitglied im landesweiten Fachausschuss Jungenarbeit und im Redaktionskreis der Arbeitshilfe "der Steigbügel". Diesen Gremien blieb er bis zum Ende aufs Engste verbunden. Unzählige landesweite Seminare und Veranstaltungen wie Rüsttreffen, Jungenschaftstagen und Freizeiten tragen etwas von seiner Handschrift. Paul Fischer, der als Flakhelfer die letzten Kriegstage erlebt hatte, war es wichtig, junge Menschen mit dem Evangelium vertraut zu machen. Den Glauben, der ihm selbst zur Stärke geworden war, wollte er weitergeben.


Paul Fischer wurde für sein außergewöhnliches Engagement in der Jugendarbeit bereits Ende der 90-er Jahre mit dem Bundesverdienstkreuz sowie mit dem goldenen Kugelkreuz, der höchsten Auszeichnung der Evangelischen Jugend in Deutschland, ausgezeichnet.


Helmut Häußler


Paul Fischer wird am Donnerstag, den 13. Dezember 2007, in Stuttgart beerdigt.


Die Aussegnungsfeier beginnt um 11.15 Uhr in der Markuskirche.


Die anschließende Beisetzung findet auf dem Fangelbachfriedhof statt.




Bild in höherer Auflösung

Paul Fischer



Nachruf für Paul Fischer

zur Beerdigung am 13. Dezember 2007


Liebe Frau Fischer,

liebe Familie Fischer,

mit Ihnen trauern nicht zu zählende Menschen in Württemberg und darüber hinaus. Mit Ihnen trauern vor allem Jungen, junge Männer, Männer verschiedenster Altersstufen, die von der Jugendarbeit von Paul Fischer geprägt wurden. Mit Ihnen trauert das Evangelische Jugendwerk in Württemberg, Vorstand und Leitung, die Jungenarbeit, der Redaktionskreis Steigbügel, die Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter der letzten Jahrzehnte. Mit Ihnen trauert die Evangelische Jugend in Deutschland, aej, die schon vor Jahren Paul Fischer für sein außergewöhnliches Engagement mit der höchsten Auszeichnung der Evangelischen Jugend in Deutschland, dem Goldenen Kugelkreuz, ehrte. Der Vorsitzende der aej, Landesjugendpfarrer Rolf Ulmer, und der Generalsekretär der aej, Mike Corsa, haben mich beauftragt, Ihnen ihre Anteilnahme und ihren Dank zu übermitteln.


Als ejw, CVJM und aej danken wir Gott für das Leben und Wirken von Paul Fischer.


Wofür steht Paul Fischer?

Was hat ihn ausgezeichnet?

Was machte ihn zu diesem außergewöhnlichen Paul Fischer. Ich versuche einige Antworten mit Stichworten. Enge Wegbegleiterinnen/Wegbegleiter haben mich dabei unterstützt.

Der diplomierte Brückenbauingenieur war ein Brückenbauer zwischen den Generationen. Bis weit ins Rentenalter konnte er Jugendliche begeistern. Er war ein Menschen-Fischer, der seine ganze Kraft dafür einsetzte, dass Jugendliche, vor allem Jungen, Jesus Christus kennen lernen. Dafür hat er sein Herz an die Angel gehängt.

Ein Basisarbeiter, der jahrzehntelang wöchentlich Gruppen leitete mit immer neuen Ideen, Sommerfreizeiten organisierte in Südfrankreich und auf Korsika, an Wochenenden unterwegs war. Jungenschaft, 13- bis 17-jährige Jungen, waren seine Leidenschaft.Für sie engagierte er sich auf Landesebene im Fachausschuss Jungen, bei Jungenschaftstagen und Freizeiten.


Im Steigbügel, der Fachzeitschrift für die Arbeit für 13- bis 17-Jährige, war er jahrzehntelang Redaktionsmitglied, schrieb eigene Praxisartikel und wurde so zum Unterstützer für Gruppenleiter.

Seminare und Rüsttreffen bereicherte er mit seinen Ideen.

Wenn es irgendwo fehlte, sprang Paul Fischer ein. Sogar ein Mal für 1 ½ Jahre in einer Jungenschaft im Bezirk Brackenheim.

Legendär die Freizeiten, seine Reiseführer, die ausgefeilten Programme, Filme und Doku-mentationen, Elternabende.

Die Jungen sollten glauben und leben lernen. Dafür hat er sich ganz engagiert. Für seine Jungen kaufte er einen VW-Bus. Für seine Jungen machte er den Führerschein. Für sie setzte er Zeit und Geld wie kein anderer ein.

Tiefgründig, fromm, theologisch gebildet, blitzgescheit und bescheiden, ein Mensch mit klaren Grundsätzen, treu und verlässlich, weitsichtig, geprägt von Kriegs- und Nachkriegszeit.


Wer in der Stadt Jugendarbeit betreibt, stand schon immer im Brennpunkt und vor besonderen Herausforderungen. Danke, dass uns Gott immer wieder solche Menschen wie Paul Fischer schenkt, die geradlinig ihren Weg gehen, zu ihren Grundsätzen stehen, auch wenn sie angefeindet werden – bei ihrer Zielgruppe bleiben, der Jungenarbeit, auch wenn das in manchen Zeiten nicht modern ist. Mut zu Prioritäten haben, manchmal einseitig, aber tolerant.


Die Evangelische Jugendarbeit, unsere ganze Kirche, viele Menschen aus den letzten Jahr-zehnten, danken Gott, dass es Paul Fischer gegeben hat.

Herzlich danken wir Ihnen, Frau Fischer, und Ihren Kindern, der ganzen Familie. Sie haben die Leidenschaft und die Berufung Ihres Mannes und Ihres Vaters tatkräftig und manchmal unter Verzicht von eigenen Interessen mitgetragen.

Die Segensspuren von Paul Fischer bleiben. Was Paul Fischer geglaubt, in seinem Leben durch Wort und Tat weitergegeben hat, kann er nun sehen.

Unser auferstandener Herr Jesus Christus tröste Sie, Frau Fischer und Ihre Familie.


Hermann Hörtling


Kommissarischer Leiter

des Evangelischen Jugendwerks in Württemberg



 

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Bürgermeister a. D. / Ministerialdirektor i. R.

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