10.03.2017 - Eberhard Fuhr (Redaktion)

Prediger, Seelsorger und Brückenbauer

Foto: EMH/privat

Altlandesbischof Theo Sorg ist heimgegangen

Dr. h. c. Theo Sorg ist tot. Der württembergische Altlandesbischof und frühere Leiter des Evangelischen Jungmännerwerks in Württemberg ist am 10. März in Blaubeuren im Alter von 87 Jahren (geb. 11.03.1929) heimgegangen. Der Nachfolger Hans von Kelers leitete die Landeskirche von 1988 bis 1994 und ist durch eine Vielzahl von Veröffentlichungen hervorgetreten. Dabei war es ihm ein Anliegen, die Bedeutung theologischer Arbeit für die kirchliche Praxis hervorzuheben, biblisch fundierte Predigt zu fördern und zum missionarischen Gemeindeaufbau beizutragen.
 

Weitere Informationen:

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Erinnerungen an Theo Sorg von Rolf Lehmann

Theo Sorg war in den 50er- und 60er-Jahren des letzten Jahrhunderts Jugendvikar und Jugendpfarrer in Stuttgart und von 1960 bis 1965 Leiter der Landesstelle des Evangelischen Jungmännerwerks in Württemberg. Auch danach blieb er der Evangelischen Jugendarbeit verbunden. Ich erinnere mich, wie ich in schwierigen Zeiten der Stuttgarter Jugendarbeit, am Ender der 60ger-Jahre mit ihren Unruhen, im Amtszimmer des Stiftspfarrers sitzen konnte und er als Seelsorger nicht nur mich aufrichtete, sondern auch ein liebevolles Verständnis für schwierige Jugendliche zeigte.

Zuhörender, betender und Mut machender Seelsorger – das war eine seiner großen Begabungen. Eine andere Begabung war die des evangelistischen Redners. Meine erste Erinnerung sind die beim Solitude-Rennen über Lautsprecher übertragenen Andachten. Die richtigen Worte zur richtigen Zeit, der Situation, aber nie dem Zeitgeist angepasst. Die nächste Erinnerung sind seine evangelistischen Ansprachen im Winterzelt des Zirkus Althoff in der Neckarstraße. Dort wo jetzt der SWR seine Gebäude hat. Ein Thema war „Namen sind Schall und Rauch“. Nach 60 Jahren noch in Erinnerung! „Jesus Christus, König und Herr, dein ist das Reich, die Kraft, die Ehr´.  Gilt kein andrer Namen heut und ewig. Amen.“ Dieser ewige Herr ruft euch bei eurem Namen. Das ist nicht Schall und Rauch. Das ist Leben. Ewiges Leben. Da wurde es im kalten Zelt warm ums Herz.

Und dann die monatlichen Jugendgottesdienste in der vollen Leonhardskirche. Sogar die jungen Männer aus dem Lehrlingsheim des Jungmännerwerks in der Danneckerstraße standen am Sonntag so früh auf, dass sie morgens um 8 Uhr in der Kirche waren. Um Theo Sorgs willen, von dem wir erfuhren, dass es um Jesu Willen geht.

Volle Kirchen gab es dann auch als Theo Sorg Stiftspfarrer und später Prälat wurde. Wenn dann Theo Sorg nicht selbst predigte und die Kirche nicht so voll war, sprachen alte Stuttgarter vom „Ohn-Sorg-Theater“.

Seelsorger – Evangelist – Prediger. Und Theo Sorg war mehr. Bei der 450-Jahr-Feier der Reformation in Württemberg auf dem Killesberg war er der große Organisator. Ich erinnere mich an erfolgreiche Sitzungen mit Autorität ohne autoritär zu sein. Zielführend und ergebnisorientiert. Und er war ein politischer Mensch. Ich erinnere mich an seinen Bericht vom Besuch als Bischof beim Daimler-Vorstand, wo er vor den Gefahren des Waffenexports gewarnt hatte. Nicht laut aber klar. Der geistliche Mann der Bibel ganz in dieser Welt. Auch im organisatorischen und politischen Bereich. Gottes Reich in der Welt. Viele Seiten könnte man mit dankbaren Erinnerungen füllen. Nicht nur ich. Viele ungezählte Menschen aus seiner Zeit vom Jugendvikar bis zum Bischof. Ein Zeuge Jesus Christi in unserer Zeit und unserer Welt. Ein Jesusnachfolger, dem die Liebe zu Jesus und zu den Menschen über alles ging. Auch über Dogmen, Strukturen und Ordnungen. „In des jüngsten Tages Licht, wenn alle Welt zusammenbricht, wird zu Christi Füßen jeder bekennen müssen: Jesus Christus, König und Herr“.  Mancher briefliche und persönliche Kontakt endete so:  „Jesus allein die Ehre!“

Rolf Lehmann
Bürgermeister a. D.
Ministerialdirigent i. R.
Ehemaliger Vorsitzender des EJW


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Thai An Vu

Informatikerin & Ehrenamtliche im EJW-Weltdienst

"Zuerst habe ich gedacht, ich bin ja schon selber Migrantin und in Migrantengemeinden aktiv. Doch in Begegnungen mit Menschen aus anderen Kulturen und in anderen Ländern habe ich einen neuen Schatz entdeckt. Es macht Spaß Erfahrungen zu teilen."

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