18.12.2009 - Autor: Martin Burger

Prima Klima in Kopenhagen?

"ejw ist Experte für Lebensstilfragen und dürfe dabei Themen wie Ökologie und Nachhaltigkeit nicht aussparen." Infoabend zeigt Perspektiven des Handelns und ermutigt, eigene Schritte zu gehen.

Gespannt warteten die Besucherinnen der ejw-Veranstaltung „Prima Klima in Kopenhagen?" auf die Live-Schaltung zur Tagesschau. Die erste Meldung bezog sich auf den Abschlusstag der Klimakonferenz in Kopenhagen. Eher enttäuscht wurden die Nachrichten vernommen. Es hatte sich nicht viel bewegt und die Aussichten auf ein Abkommen, das nach vorne weist, waren gering. Aus „Hopenhagen" drohte ein „Brokenhagen" zu werden.

Ganz anders die Stimmung beim Evangelischen Jugendwerk in Württember (ejw) in der Haeberlinstraße. Vierzig Personen sind gekommen, um sich über Klimafragen zu informieren und miteinander ins Gespräch zu kommen.
Dass es dabei nicht nur um Worte geht, stellte Klaus Amler vom Arbeitszweig „Experimentelle Bildungsräume" innerhalb der Schülerarbeit des ejw, bei seiner Begrüßung heraus. Deshalb wurden interessante Referenten eingeladen, bei denen Wort und Tat zusammenkommen.

Berthold Frieß, Landesgeschäftsführer des BUND in Baden-Württemberg (www.bund-bawue.de), gab einen informativen Überblick von Kioto nach Kopenhagen und machte deutlich, dass es in Kopenhagen zum einen um die Fortführung des Kioto-Protokolls, zum anderen um langfristige gemeinsame Aktivitäten zum Klimaschutz geht.

„Faith can move Mountains" - mit diesem Satz beendete der Umweltbeauftragte der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, Hans-Hermann Böhm, seinen Vortrag. Er hat dargestellt, was die Landeskirche aktiv für den Klimaschutz unternimmt und wie die Gemeinden vor Ort aktiv werden können. Dabei geht es nicht nur um einzelne Maßnahmen, sondern um Klimaschutz mit System und Umweltmanagement. Hier könne die Kirche deutliche Zeichen setzen und Einfluss nehmen auf gesellschaftliche Entwicklungen. In praktischen Beispielen wie z. B. in den Bereichen ökofaire Beschaffung und Stromerzeugung wurde deutlich, dass man einiges tun kann. Als Christen haben wir Verantwortung in dieser Welt, dies zeigt sich auch daran, wie wir mit unserer Umwelt umgehen. Deshalb ist es wichtig, dass Kirche ökologische Leitlinien entwickelt, die auf vielen Ebenen umgesetzt werden.
Interessante Informationen und Links gibt es auf www.umwelt.elk-wue.de

 
news/images/2009-12-18-03.jpg„Act Now" drückt aus, was für Sascha Groß wichtig ist. Mit diesem Transparent ist er mit über 50 Jugendlichen nach Kopenhagen gefahren, um für den Klimaschutz einzutreten. Als Initiator des „Junge Umwelt Bündnis 2.0" (www.dont-melt-our-future.de ) und Landesjugendsprecher der Naturschutzjugend in Baden-Württemberg (www.naju-bw.de) ist es ihm ein Herzensanliegen, so viel Jugendorganisationen wie möglich ins Boot zu holen, um das Bündnis für Klimaschutz weiter auszubauen. Mit seinen Bildern von der Großdemonstration brachte er einen Hauch von Kopenhagen in die Haeberlinstraße.

Die Kirche hat eine Schöpfungsverantwortung, die vielfältig zum Ausdruck gebracht wird. Dies wurde auch bei Jobst Kraus und Ernst-Ludwig Vatter deutlich. Sie sind im Vorstand bzw. Aufsichtsrat der neu gegründeten „Ökumenischen Energiegenossenschaft" (www.oekumenische-energiegenossenschaft.de) in Bad Boll. Ausgehend von der Finanzierung einer Photovoltaikanlage auf dem neuen Südflügel der Evangelischen Akademie in Bad Boll, hat sich die Genossenschaft das Ziel gesetzt, viele Kirchenmitglieder und Mitarbeitende aus kirchlichen und diakonischen Einrichtungen als Unterstützerinnen zu gewinnen, um weitere Anlagen auf kirchlichen Gebäuden zu finanzieren.

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Der „interaktive Marktplatz" wurde dazu genutzt, um mit den Referenten ins Gespräch zu kommen. Infotafeln und Materialien dienten dazu, sich intensiver mit den Themen zu beschäftigen. Außerdem stellte sich der „Ökoausschuss" des evangelischen Bezirksjugendwerks Calw vor (www.ejw-calw.de) , der auf vielfältige Weise das Thema Klimaschutz in die Arbeit des Jugendwerks einbringt (z.B. „Grüne Seite" im Mitarbeiterrundbrief, Öko-Aktionen auf Freizeiten, „Prima-Klima"-Öko-Cent).

Die abschließende, von Martin Burger moderierte Talkrunde, machte deutlich, wie wichtig es für eine Organisation wie das ejw ist, sich mit Klimaschutz zu beschäftigen. Als Jugendverband hat das Jugendwerk eine besondere Verantwortung für nachkommende Generationen. Dies stellte Berthold Frieß deutlich heraus. „Gebt die Welt nicht auf" appellierte er und fragte gleichzeitig, warum das ejw nicht schon lange auf Umweltschutzpapier umgestellt hat. Das ejw sei Experte für Lebensstilfragen und dürfe dabei Themen wie Ökologie und Nachhaltigkeit nicht aussparen.

Ziel des Informationsabends war es, Perspektiven des Handelns aufzuzeigen „zwischen Resignation, ungeduldiger und geduldiger Radikalität". Die Besucherinnen und Besucher wurden ermutigt, sich weiter zu informieren, nicht nur auf Ergebnisse von Kopenhagen zu warten, sondern eigene Schritte für den Klimaschutz zu unternehmen.

„Prima Klima in Kopenhagen?" wurde vom Arbeitszweig „Experimentelle Bildungsräume" der Schülerinnen- und Schülerarbeit im ejw veranstaltet.

Martin Burger,
Landesreferent für Jugendpolitik und Projektarbeit

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