24.02.2010

Sauberes Wasser für Flüchtlinge im Sudan

Gemeinde Weissach spendete 25.000 Euro für drei Brunnen in Afrika. Vorbildhafte Jubiläumsaktion zum 100-jährigen Bestehen ihrer Wasserversorgung.

Foto: Fritz Leng (ejw) (Copyright: ejw)

Sauberes Trinkwasser aus dem Wasserhahn ist in unserer Region heute eine Selbstverständlichkeit. Und doch ist es gerade einmal gut hundert Jahre her, dass die Menschen beispielweise rund um Leonberg noch mit dem Krug auf dem Kopf zum Dorfbrunnen gehen mussten, wenn sie das kühle Nass im Haus haben wollten. Auch in der Heckengäugemeinde Weissach war die Versorgung mit Wasser mit allerlei Mühen verbunden. Zwar gab es im Strudelbachtal einige Quellen. Doch weil die Bevölkerungszahl gegen Ende des 19. Jahrhunderts stark anstieg, kam es zu ersten Engpässen. So kamen der damalige Schultheiß und sein Gemeinderat im Jahr 1907 auf die Idee, Wasser aus einem örtlichen Brunnen in einen Hochbehälter zu pumpen. Am 9. Oktober 1909 konnte die Gemeinde dann den Betrieb der Gemeindewasserversorgung öffnen. Die Weissacher feierten deshalb im letzten Jahr mit einem großen Fest das 100-jährige Bestehen ihrer Wasserversorgung.

In Afrika gibt es in vielen Regionen keine Versorgung mit sauberem Trinkwasser aus dem Wasserhahn. Wasser ist purer Luxus. Die Menschen sind oft mehrere Stunden unterwegs, um überhaupt an das kostbare Nass zu kommen. Durch den Sudan fließt beispielweise nur ein einziger Fluss, der Nil, der auch Äthiopien und Ägypten mit Wasser versorgt. Im Süden des Sudan, 1000 km von der Hauptstadt Khartoum entfernt, liegen die Nuba-Berge. Viele Jahre wütete in dieser Region ein schrecklicher Bürgerkrieg. Seit 2004 ermöglicht ein Friedensabkommen vielen Flüchtlingen die Rückkehr in ihre Heimat. Der CVJM-Weltdienst des Evangelischen Jugendwerks in Württemberg hilft in dieser wasserarmen Region durch seine Partnerorganisation IAS, Brunnen zu bohren und Schulen zu gründen. Denn Wasser ist das größte Problem in dem trockenen Land.

Nach Ende des Bürgerkrieges ist in den Nuba-Mountains seit einigen Jahren ein zaghafter Wiederaufbau möglich. Die Menschen in dieser Region sind durstig nach Wasser und nach Bildung. Brunnen und Wasserspeicher sollen Menschen und Tiere im Sudan mit dem so dringend benötigten Nass versorgen. Nach der erfolgreichen Brunnenbohrung kommt es meist auch zur Gründung einer Schule, die unter einfachen Matten begonnen wird. Der Dorfälteste und ein Dorfkomitee sorgen dafür, dass der Brunnen später gewartet wird und jeder Dorfbewohner immer Zugang zu dem Brunnen hat. Sauberes Wasser und Bildung sind das, was die vielen entwurzelten Kinder und Erwachsenen dort am dringendsten benötigen. Der Weissacher Gemeinderat beschloss auf Anregung einiger Gemeinderäte Mitte Dezember einstimmig, im Jubiläumsjahr „100 Jahre Wasserversorgung" ein Projekt des CVJM-Weltdienstes im Evangelischen Jugendwerk in Württemberg mit 25.000 Euro zu unterstützen, das Menschen in Afrika mit lebensnotwendigem Wasser versorgt. Mit diesem Geld können jetzt drei dringend notwendige Brunnen gebohrt werden, die ausschließlich von der Gemeinde Weissach finanziert werden.

 

Scheckübergabe in Weissach

Scheckübergabe im Weissacher Rathaus: Die Gemeinde im Heckengäu spendete 25.000 Euro und unterstützt damit das Projekt "Brunnen für den Sudan" des CVJM-Weltdienstes im ejw. Von links nach rechts: Eberhard Fuhr (Fundraising ejw), Bürgermeisterin Ursula Kreutel (Weissach), Fritz Leng (ejw-Weltdienst), Kämmerer Horst Haindl (Weissach).

Bei der Scheckübergabe berichtet Fritz Leng vom ejw, der in Korntal-Münchingen wohnt, dass es gar nicht so einfach sei, in die sudanesische Darfur-Region und die Nuba-Mountains zu reisen. Linienflüge gebe es nur in die Hauptstadt Khartoum. Die entfernt liegenden Krisenregionen wären für Europäer nur schwer zu erreichen. Er erzählte von einer eindrücklichen Begegnung bei seiner letzten Reise in den Sudan. „Wir kommen in der Abenddämmerung zu dem neuen Brunnen bei Dilling. Einige Mädchen und Frauen pumpen frisches, klares Wasser aus der Tiefe und füllen es in ihre Kanister. Eine aufgeregte Frau verwickelt Victor, den Leiter des Bohrteams, in ein Gespräch. Geduldig hört er sich ihr Problem an: Seit es den neuen Brunnen gibt, kommen auch die Kühe hierher und zertreten die Ränder ihres Feldes. Nach langem Zuhören fragt Victor die Frau, wo sie denn früher ihr Wasser geholt hätte. „Ja, da war ich stundenlang unterwegs und habe kein so gutes Wasser gefunden wie jetzt. Es ist sehr gut, dass ihr den neuen Brunnen gebohrt und die Pumpe installiert habt", erzählt sie begeistert. „Sehen sie", meinte Victor, „und das Problem mit den Kühen werden wir auch lösen können".

Fritz Leng möchte so bald wie möglich wieder in den Sudan reisen. Er versprach der Weissacher Bürgermeisterin Ursula Kreutel und dem Kämmerer Horst Haindl neue Bilder mitzubringen und im Gemeinderat zu berichten, wenn die Brunnen gebaut und in Betrieb sind. „Ich komme gerne wieder zu Ihnen nach Weissach."

Spendenkonto:
EKK
BLZ 520 604 10
Konto Nr. 400 405 485
Projekt-Nr. 175 (Brunnen für den Sudan)

Unterstützung der Projekte per SMS:
Senden Sie einfach das Schlüsselwort WELTWEIT via SMS an die 81190
Eine SMS kostet 3 EUR zzgl. der normalen SMS-Versandkosten. Davon gehen 2,83 EUR an das ejw für die internationale Arbeit.

Webcode 2010ejw0224

 

 

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