26.01.2008 - Autor: 

Seminar CVJM-Weltdienst im ejw

Erstaunliche Einsichten beim Weltdienst-Seminar um den "Global Marshall Plan" im Bernhäuser Forst am 25./26. Januar 2008




"Das Internet verbraucht weltweit mehr CO2 als der gesamte globale Flugverkehr – denn 24 h täglich brummen die Server", erklärt uns Dr. Maike Sippel, Politikwissenschaftlerin von der Global Marshall Plan Initiative (GMP). Eine "Second Life"-Figur verbraucht soviel Strom, wie ein "First Life-Mensch" in Indien. Rund 30 Teilnehmende aus der Jugendarbeit in Württemberg hören gespannt zu. Und es ist leicht zu belegen, dass ein kleiner virtueller Avatar in der Internet Welt "Second Life" tatsächlich ungefähr soviel Strom verbraucht, wie einem "First Life" Menschen in Indien zur Verfügung steht. Solche Einsichten machen betroffen.


Aber Betroffenheit zu erzeugen ist nicht das Ziel der GMP. Das ist, wie bei diesem Seminar, nur der Einstieg. Das eigentliche Ziel der GMP Initiative ist es, Lösungen für die wirtschaftlichen und ökologischen Herausforderungen der Menschheit zu finden und voranzutreiben. Wissenschaftler aller Fachrichtungen aus allen Kontinenten arbeiten am GMP mit. Volkswirtschaftler und Gentechnikerinnen, Physikerinnen und Philosophen arbeiten zusammen um Wege aus der wirtschaftlichen und ökologischen Sackgasse der Menschheit aufzuzeigen.


So erklärt Jakob Schoof vom GMP Büro in Stuttgart, wie Verbraucher, Politik, Kirchen und NGOs (ejw und Weltdienst) zur konkreten Veränderung beitragen können.


Und Freda Marful, Dipl.-Betriebswirtin aus Uganda erzählt von der Kaffee–Farm ihres Vaters. Der Kaffeepreis fiel durch Massnahmen der Weltbank um 95%. Ganze Landstriche verarmten, nicht nur in Uganda. Und sie ergänzt: "Nur 1% des Kaffees in Uganda kann fair verkauft werden! Wenn ihr fair einkaufen würdet, wäre viel mehr Leuten geholfen. Die bräuchten dann keine Entwicklungshilfe!"


Auch Paulino Miguele, Erziehungswissenschaftler aus Mosambique kann deutlich machen, warum Entwicklungshilfe manchmal nicht funktioniert. Die Geberländer wollen zu oft zu schnelle Ergebnisse, die in ihr Geber-Schema passen. Die Situation im Land interessiert sie zu wenig.


"Wenn ich nun Kaffee kaufe, denke ich an den Vater von Freda Marful in Uganda… Wir haben als Verbraucher das einzige Machtmittel, das die Global Players der Weltwirtschaft zu einem anderen Verhalten bewegen kann – nämlich unser Kauf-Verhalten und unser Geld," sagt Siegfried Pfeiffer aus Kirchheim.


Und Reinhold Kemmler vom CVJM Pfullingen fasst zusammen: "Praktische, basis-bezogene Weltdienstarbeit und Hilfe für Afrika muss weitergehen! Und hier beim Seminar wurde mir deutlich: Wir müssen den Leuten in der Jugendarbeit auch konkret zeigen, wo und wie sie als Wähler und Verbraucher handeln müssen, um die Situation der Menschen im ärmeren Teil der Welt zu verbessern!"

Matthias Hiller


Bilder vom Seminar, fotografiert von Albert Kober

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Mehr zum Thema

Wer sich weiter für die Umsetzung der GMP Ziele in ejw und Weltdienst interessiert, ist herzlich dazu eingeladen! Denn etliche TeilnehmerInnnen des Seminars treffen sich wieder um am Thema weiter zu arbeiten. Auch Jakob Schoof von der GMP Gruppe in Stuttgart wird dabei sein.


Termin: 10. Juni 2008 - 19.00 h

im Evangelischen Jugendwerk in Württemberg (ejw)

Haeberlinstraße 1-3

70563 Stuttgart-Vaihingen

cwd@ejwue.de

Telefon: 07119781-350

Hannelore Blank-Kirschmann

 

Ich bin dabei!

Werner Baur

Oberkirchenrat

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