01.10.2012 - Autor: Eberhard Fuhr (ejw)

Theologe, Verkündiger des Evangeliums und Schriftsteller

Erinnerung an Prof. Dr. Helmut Lamparter

Über 40 Vertreterinnen und Vertreter aus Familie, der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg, des früheren Evangelischen Jungmännerwerks und des Evangelischen  Mädchenwerks sowie des Evangelischen Jugendwerks in Württemberg haben am vergangenen Freitag (28.09.2012) an den Theologen und Dichter Prof. Dr. Helmut Lamparter erinnert, auf den Tag genau an seinem 100. Geburtstag.

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Hermann Hörtling, Vorsitzender ejw-Förderverein (Foto: Eberhard Fuhr)

Für Hermann Hörtling, den Mitinitiator der Erinnerungsfeier und Vorsitzenden des ejw-Förderverein e. V., sind runde Geburtstage Anlass, auf Spurensuche zu gehen und an besondere Menschen zu erinnern. „Es ist wichtig für das ejw, sich an die Väter und Mütter der Evangelischen Jugendarbeit zu erinnern“ so der ehemalige Fachliche Leiter des ejw. Von 1960 bis 1971 war Lamparter Vorsitzender des Evangelischen Jungmännerwerks. In dieser Zeit wurden auch die Weichen für die Fusion mit dem Evangelischen Mädchenwerk zum Evangelischen Jugendwerk in Württemberg (ejw) gestellt. In der Nachkriegszeit war der Theologe bis in die 70er Jahre prägend für die Evangelische Jugendarbeit in Württemberg sowie für Generationen von Studierenden der  Pädagogischen Hochschule in Ludwigsburg. Jürgen Kehrberger, der heutige Fachliche Leiter des ejw, wies in seiner Begrüßung darauf hin, dass es eine lange Liste ergeben würde, wollte man die theologischen und gemeindeorientierten Werke aufzuzählen, die Helmut Lamparter verfasst hatte. Exemplarisch erinnerte Jürgen Kehrberger  an die Bibelkommentare, insbesondere den Psalmenkommentar in der "Gelben Reihe", an sein Jesusbuch, das in vorsichtiger Weise in die historische Bibelwissenschaft einführt und an die heute noch wertvolle kleine Schrift "Warum lässt Gott das alles zu?" Die Werke des 1991 verstorbenen Theologen seien verständlich, wissenschaftlich gründlich und im Vertrauen auf das biblische Wort geschrieben entstanden.

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Dr. Ulrich Lamparter (Foto: Ebehard Fuhr)

Dr. Ulrich Lamparter, einer der beiden Söhne des ehemaligen Senatsmitglieds der PH Ludwigsburg, wies darauf hin, dass sein Vater die Welt immer aus der Perspektive Gottes gesehen habe und nicht „aus der Perspektive der Kreatur des Menschen“. Die Theologie des ehemaligen Professors an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg müsse man aus den Kriegserfahrungen verstehen. So sei sein Vater im Zweiten Weltkrieg  in Frankreich gewesen, dort verwundet worden, habe knapp überlebt und sei mit gefälschtem Sanitätsausweis in seine Heimat Reutlingen zurückgekehrt. Deshalb habe er sich auch mit der Frage „Gibt es einen gerechten Krieg?“ und Luthers Ausführungen zum Türkenkrieg intensiv beschäftigt. Als „Verkündiger mit Leib und Seele“ bezeichnete Pfarrer i. R. Helmut Elsäßer seinen Patenonkel. Die Beschäftigung mit den Psalmen habe ihm über die Kriegserfahrungen hinweggeholfen. „Aus seinen Veröffentlichungen spricht Klarheit.“ Lamparter sei auch kein Freund von langen Diskussionen gewesen. „Alle Zeit ist anvertraute Zeit“ zitierte er eines der  Leitworte des „Bibelauslegers und fantastischen Eiskunstläufers“.

Helmut Weingärtner, Stellvertretender Vorsitzender des Beirats der Calwer Verlag GmbH, berichtete, dass Lamparter in 30 Jahren 23 Bücher und Schriften veröffentlicht habe. 1962 wurde Lamparter in den Vorstand des Calwer Verlags gewählt, von 1974 bis 1982 war er Vorsitzender des Verlagsvereins. In dieser Zeit habe er vor allem religionspädagogische Werke und Schulbücher in den Blick genommen. „Biblisch theologische Bildung für jeden Geldbeutel war sein Ziel“ so Weingärtner.


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links: Rolf Scheffbuch (Prälat i. R. von 1965 bis 1971 Leiter des Evangelischen Jungmännerwerks in Württemberg, von 1971 - 1974 Leitender Referent des Evangelischen Jugendwerks in Württemberg), rechts Traugott Scheytt (Dekan i.R., von 1963 bis 1971 Leiter des Evangelischen Mädchenwerks in Württemberg, von 1981 - 1984 Vorsitzender des Evangelischen Jugendwerks in Württemberg). (Foto: Eberhard Fuhr)

„Unverrückt an einer Aufgabe bleiben“ so beschrieb Prälat i. R. Rolf Scheffbuch, den ehemaligen väterlichen Freund. Unverrückt auf das Wort der Heiligen Schrift und ihrer Zeugen lauschen, das habe den „wendigen Ski-Fahrer zum hörbereiten Seelsorger für junge Menschen, vor allem auch der Ludwigsburger Studenten gemacht“. Klaus Strittmatter, in den 70er Jahren Referent für Sportarbeit im Evangelischen Jungmännerwerk und Evangelischen Jugendwerk in Württemberg, beschrieb Lamparter als „menschlichen Christen“. Egal ob beim Empfang eines Oberbürgermeisters oder bei der Bibelarbeit bei einer Freizeit im Silserhof, „er war immer mit dem Herrn Jesus Christus zusammen“.

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Mit dem „Lamparter-Familienchor“ brachte Wolfgang Grau, Komponist aus Seeheim-Jugenheim, einige Neuvertonungen von Psalmen, die Helmut Lamparter als Dichter bearbeitet hatte, bei der Gedenkveranstaltung zu Gehör. Diese Neuvertonungen der Psalmen werden in Kürze vom Strube-Verlag München veröffentlicht.

Die Erinnerungsfeier wurde veranstaltet vom ejw-Förderverein, der ejw-Stiftung Jugend.Bibel.Bildung in Kooperation mit der Familie Lamparter.

Ich bin dabei!

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Ingo Rust

Finanzbürgermeister Stadt Esslingen

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