28.06.2017 - Helmut Gamer (Redaktion: Eberhard Fuhr)

Trauer um Professor Eberhard Weinbrenner

Architekt des Bergheim Unterjoch, Freizeitheim Kapf und Silserhof gestorben

Am 20. Juni 2017 ist der Architekt und Professor Eberhard Weinbrenner  im Alter von 91 Jahren gestorben.

Eberhard Weinbrenner hat gebaut, nicht nur in der Region seiner Heimatstadt Nürtingen, sondern weit darüber hinaus: repräsentative kommunale Gebäude,  Kirchen, Gemeindehäuser, Geschäftshäuser aber auch das Bergheim Unterjoch und den Silserhof  im Oberengadin/Schweiz.
Das Bergheim Unterjoch im Oberallgäu, im Jahr 1950 war er noch Architekturstudent, dürfte  wohl  sein erstes Bauprojekt gewesen sein.  Ende April 1949 hatte sich unter maßgeblicher Beteiligung von Eberhard Weinbrenner das „Unterjoch-Komitee“,  eine Initiative junger Leute mit dem Ziel gegründet, in Unterjoch ein Freizeitheim zu bauen.  Die Landesleitung des Evangelischen Jungmännerwerkes in Württemberg  war von dieser Idee, etwa vier Jahre nach dem katastrophalen Krieg, zunächst überhaupt nicht begeistert. Die Initiativegruppe schaffte jedoch Fakten: Mit einer ersten landesweiten Geldammlung  konnte das Grundstück erworben werden.  So kurz nach der Währungsreform eine erstaunliche Leistung. Die Erweiterung des Bergheims 1976 und auch die folgenden An- und Umbauten wurden durch sein Architekturbüro geplant und realisiert.

Eine besondere Beziehung  verband  Eberhard Weinbrenner  mit dem Silserhof: Nach dem der Silserhof in Sils-Maria (Oberengadin / Schweiz) im Jahr 1973 von der Evang. Landeskirche in Württemberg gekauft worden war, plante Eberhard Weinbrenner den Neubau des Hauses. Der erste Entwurf scheiterte „als zu modern“ an den Genehmigungsbehörden der Gemeinde  Sils-Maria – möglicherweise auch nur ein Vorwand, um das Bauvorhaben überhaupt zu verhindern. Wie er später äußerte hat es ihn großes Überwindung gekostet, entgegen seinen sonstigen gestalterischen Prinzipen, im zweiten Planungsanlauf einerseits  einen modernen  Bau zu entwerfen, der andererseits allerdings typische Merkmale der traditionellen Engadiner Bauweise (Fensterfluchten, Sgraffito-Technik, Rundbogentüren), ohne historisierend zu wirken, aufnimmt. Geduld, Überzeugungskraft, Einfühlungsvermögen und Sturheit musste Eberhard Weinbrenner aufbringen, um die Verantwortlichen der Gemeinde Sils-Maria schließlich zu überzeugen.  Der neue Silserhof war in der Region der erste Neubau im „Engadinerstil“ und entwickelte in der Folgezeit eine stilbildende  Wirkung.

Auch das Sport- und Freizeitheim Kapf wurde durch die Architekten Werkgemeinschaft, der Eberhard Weinbrenner angehörte, gebaut und geplant. Obwohl er längst zu den Spitzenarchitekten mit einem bundesweiten Betätigungsfeld zählte, beeinflusste er weiterhin in verschiedenen Funktionen die Baumaßnahen des EJW. Beim Silserhof und dem Bergheim Unterjoch begleitete er bis ins Detail kritisch auch die kleinen Umbaumaßnahmen.

1955 schreibt Eberhard Weinbrenner zur Entstehungsgeschichte des Bergheims Unterjoch:
„Die Jungen und Mädel, die damals an diese Aufgabe herangingen, haben sich dieses  Haus von ihrem Herrn erbeten. Man kann über dieses Thema sehr fromme Weisheiten vom Stapel lassen. Wir waren uns sicher, dass das Reden nicht allzu viel nützt, wenn es Theorie bleibt. Vielleicht würde manches in der Welt anders stehen, wenn wir den Mut hätten, an alles mit der gleichen Gewissheit der Erhörung heranzugehen, wie es damals in diesem kleinen Kreis geschah. Irgendwie wussten wir, dass wir auf dem richtigen Kurs lagen.“

Danke Eberhard Weinbrenner.

Die Trauerfeier findet am Freitag, 30. Juni 2017, 13:00 Uhr in der Versöhnungskirche, Breiter Weg 26, in Nürtingen statt.



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