08.09.2011 - Autor: rr

Viele Wege führen nach Afrika

Für ihren Einsatz für den ejw-Weltdienst erhielten Albert Kober und Eberhard O. Brachhold das Goldene Weltbundabzeichen des CVJM

Foto: miketraffic/Copyright: ejw-Weltdienst   
links: Albert Kober, rechts: Eberhard O. Brachhold
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27 und 22 Jahre lang waren Albert Kober aus Obersontheim und Eberhard O. Brachhold aus Waiblingen Mitglieder des Fachausschusses Weltdienst des Evangelischen Jugendwerks in Württemberg (ejw). Beide sind Jahrgang 1956, beide schieden nun aus und wurden mit dem Goldenen Weltbundabzeichen des CVJM geehrt.

Viele Wege führen nach Afrika. Der Weg von Albert Kober begann mit dem Teenagertraum von der Wüste. Sein erstes reales Afrika-Erlebnis führte ihn 1982 in sieben Wochen mit einem VW-Bus quer durch die Sahara. Als ein halbes Jahr später Adolf Wagner als CVJM-Bruderschaftssekretär in den Sudan ging, bat er Kober um Hilfe bei der Überführung von zwei Fahrzeugen: „Du hast doch schon Erfahrung." Das erneute Abenteuer begann: Drei Wochen lang saß Kober in Alexandria am Zoll fest. Acht Tage wartete das Team in Assuan auf die Fähre, dann passten die Fahrzeuge zuerst nicht darauf. In der Nubischen Wüste blieben die Fahrer in Sandlöchern stecken. Doch nach insgesamt sechs Wochen erreichten sie Khartum.

War Kober als Jugendlicher in Burgstall bei Backnang in der evangelischen Jugendarbeit tätig, war es Brachhold in Bad Wildbad im Schwarzwald. Wenn CVJM-Bruderschaftssekretär Fritz Mast aus Nigeria berichtete, war der 16-Jährige fasziniert. Brachhold wollte hauptamtlich in die Jugendarbeit. Ob im CVJM-Kolleg in Kassel oder beim Praktikum und Zivildienst beim CVJM Osnabrück, immer hatte der Weltdienst seinen Platz.

Die Arbeit des CVJM Sudan begann mit der Ausbildung junger Menschen. Doch in der schlimmen Dürre am Horn von Afrika Mitte der 1980er-Jahre, ähnlich wie derzeit wieder, lag die größte Not woanders. Kober nutzte seine Semesterferien, um drei Monate lang im Sudan die Flüchtlingshilfe zu unterstützen. „Dort habe ich mein Theologiestudium reflektiert", sagt er. Er studierte Physik und Theologie für das Lehramt, landete aber nach seinem Abschluss in der Industrie und schloss nebenher ein BWL-Studium an.

Kober wurde 1984 in den Fachausschuss Weltdienst des ejw gewählt. „Es gab in Württemberg keinen Sudankenner", meint er zur zweithöchsten Stimmenzahl als Neuling. Ein solcher blieb er nicht lange. 1993 übernahm er den Vorsitz des gut 20-köpfigen Fachausschusses. Er besuchte Projekte in vielen Ländern. „Die Partner bestimmten die Geschwindigkeit der Projekte. Wir dürfen sie nicht überfordern. Außerdem müssen die Vereine vor Ort einen Eigenbeitrag leisten."
Brachhold kam 1987 als Vertreter der Hauptamtlichen in den Fachausschuss. „Man braucht einige Zeit, um die komplizierten und weitreichenden Entscheidungen zu verstehen", blickt er zurück. „Wichtig sind persönliches Interesse für Länder und Menschen." 1991 übernahm er Konzeption und Redaktion des Heftes zum 25-jährigen Weltdienstjubiläum, anschließend die komplette Produktion von 19 halbjährlichen Ausgaben „Weltdienst aktuell" und mehrerer Arbeitshilfen.

Als Bezirksjugendreferent in Geislingen/Steige machte er den Weltdienst zum wichtigen Thema. Delegationen wurden vom Oberbürgermeister empfangen, in den Schulunterricht eingeladen und wunderten sich über das seltsame schwäbische Brot mit den drei Löchern.
Nach zehn Jahren Jugendarbeit wechselte Brachhold als Öffentlichkeitsreferent in die Mariaberger Heime. Seit 1994 ist er Leiter der Öffentlichkeitsarbeit der Diakonie Stetten. Als Netzwerker wollte er Diakonie, Jugendarbeit und Weltdienst verbinden. Die evangelische Jugendarbeit, schrieb er 1991 in einem Brandbrief an das ejw, habe die „diakonische Dimension" vernachlässigt. Der Brief hatte Folgen. Jugendmitarbeiter hospitierten fortan in sozialen Einrichtungen, das ejw gründete einen Arbeitskreis „Jugendarbeit und Diakonie". Die Diakonie Stetten stellt berufliche Möglichkeiten sozialen Engagements beim ejw-Jugendtag und CVJM-Landestreffen vor. Besucher des Weltdienstes aus Nigeria wiederum staunten beim Besuch in Stetten, denn in ihrer Heimat gibt es keine vergleichbaren Einrichtungen.

Für beide Männer, noch eine Gemeinsamkeit, ist der Weltdienst keine Einbahnstraße. „Afrika ist reich", sagt Kober. „Das ejw wäre arm ohne den ejw-Weltdienst."
Peter Dietrich


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Hintergrund:

Goldenes Weltbundabzeichen
Das goldene Weltbundabzeichen gibt es seit 1881 und fasst die geistlichen Schätze des CVJM zusammen. Fünf Kontinente symbolisieren die Verbundenheit für die weltweite CVJM-Arbeit, die in über 128 Ländern geschieht. In der Mitte steht der Name Jesus und erinnert Mitarbeitende daran, dass allein Jesus Christus ihre Mitte, ihr Grund und ihre Stärke ist. Daneben zeigt das Weltbundabzeichen die aufgeschlagene Bibel mit dem Leitwort des weltweiten CVJM aus Johannes 17, Vers 21, dem Hohepriesterlichen Gebet: "Auf dass sie alle eins seien"!

Der ejw-Weltdienst
Selbstverständnis und Ziele des ejw-Weltdienstes (in Auszügen):

begegnen
Jesus Christus ist das Fundament, das Begegnungen tragfähig und Gemeinschaft im Glauben erlebbar macht.
Der ejw-Weltdienst lebt Beziehungen und Partnerschaften auf Augenhöhe.
Den unterschiedlichen Kulturen und Ausdrucksformen christlichen Glaubens wird mit Respekt, Toleranz, Vertrauen und Offenheit begegnet.

bilden
Bildungs- und Ausbildungsprojekte in Partnerländern tragen zur Bildungsgerechtigkeit und Entwicklung der Gesellschaft bei.
Der ejw-Weltdienst hat in seiner entwicklungs- und bildungspolitischen Arbeit eine Querschnittfunktion, die in die verschiedenen Arbeitsbereiche des ejw hineinwirkt.
Wir entsenden Jugendliche über Freiwilligenprogramme und fördern ganzheitliches interkulturelles Lernen.

teilen
Grundlage des Teilens ist, dass wir Beschenkte durch Gott sind und das Beschenkt-werden weitergeben.
Der ejw-Weltdienst nimmt Teil an der Situation und dem Leben benachteiligter und armer Menschen und nimmt die gesellschaftliche Mitverantwortung wahr.
Wir teilen unsere Ressourcen so, dass Eigenständigkeit und Selbständigkeit der Partner gefördert und gestärkt wird.


Der ejw-Weltdienst, ein Arbeitsbereich des Evangelischen Jugendwerks in Württemberg, ist entstanden aus dem CVJM-Weltdienst im ejw und der Ökumenisch-internationalen Arbeit im ejw (ÖkiA). Er arbeitet in Kooperation mit dem weltweiten YMCA. YMCAs/CVJM gibt es in 125 Ländern. Mit einer Mitgliederzahl von etwa 40 Millionen bilden die YMCAS den grösste Jugendverband mit freiwilliger Mitgliedschaft weltweit.

Die „World Alliance of YMCAs" verbindet die YMCAs aller Länder. So ist auch das ejw und somit der ejw-Weltdienst über den deutschen CVJM Gesamtverband und die „European Alliance of YMCAs" Mitglied der World Alliance of YMCAs.

Partnerschaften
• zum YMCA in Äthiopien
• zur Evangelisch-Lutherischen Kirche in Eritrea
• zu verschiedenen YMCAs im Norden Nigerias
• zum YMCA Ost-Jerusalem / Palästina
• zum Jugendwerk der Slowakischen Kirche A.B. (SEM)
• zur Orthodoxen Erzdiözese Vad, Feleac und Cluj (Klausenburg) / Rumänien
• zum YMCA im Sudan


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