12.04.2011 - Eberhard Fuhr

Visionen entwickeln, konkret helfen, globale Gesellschaft mitgestalten

Der ejw-Weltdienst ist offiziell gestartet. Neue Struktur für die bewährte internationale Arbeit des ejw.

Bei ersten ejw-Weltdienst Fest am vergangenen Sonntag im Bernhäuser Forst haben sich rund 110 Menschen für die vielfältige internationale Arbeit des ejw interessiert und den neuen Fachauschuss gewählt. „Es schwingt ja schon auch etwas Geschichte mit, wenn wir uns heute treffen“ stellte Pfarrer Gottfried Heinzmann, der Leiter des ejw, fest. Manche hätten es kaum für möglich gehalten, dass die Ökumenisch-internationale Arbeit des ejw (ÖkiA) und der CVJM-Weltdienst zusammenkommen. Es sei ein langwieriger und teilweise auch mühsamer Prozess gewesen merkte Heinzmann an und bedankte sich ausdrücklich bei allen Beteiligten. „Ich finde es sehr bemerkenswert, dass wir uns alle miteinander auf den Weg gemacht haben und wir trotz mancher Bedenken vor allem die großen Chancen und Möglichkeiten des Neuen gesehen haben.“
Durch die neue Struktur und die Beteiligungsmöglichkeiten sollen vor allem junge Menschen Spaß und Interesse an der Weltdienstarbeit finden. Heinzmann ist überzeugt davon, dass die Internationale Arbeit des ejw noch viele Chancen für die Jugendarbeit bietet, die noch mehr entdeckt werden können. Auf der Grundlage von bestehenden Partnerschaften sollen junge Menschen andere Kulturen kennenlernen, wahrnehmen, wie sie leben, was sie denken und glauben, was ihnen Not macht und was ihnen Freude macht.
„Miteinander Visionen zu entwickeln, wie an einer konkreten Stelle anderen Menschen geholfen und die globale Gesellschaft verändert werden kann, das macht einen Teil der Faszination der Weltdienst-Arbeit aus. Ich wünsche mir, dass noch mehr junge Menschen diese faszinierende Arbeit kennenlernen und in einem weltweiten Horizont glauben und leben“ so Heinzmann bei der Festveranstaltung.

Albert Kober mit der Goldenen Weltbund-Nadel geehrt

links: Berti Kober, rechts: Pfarrer Gottfried Heizmann, Leiter des ejw

links: Berti Kober, rechts: Pfarrer Gottfried Heinzmann (Leiter des ejw)

Rund 27 Jahre war Albert (Berti) Kober ehrenamtlich im CVJM-Weltdienst tätig, davon 20 Jahre als Vorsitzender des Fachausschusses CVJM-Weltdienst. Er hat eine Menge an Zeit, Kraft und Engagement investiert. Jetzt hat er sich entschieden, nicht mehr für den Fachausschuss zu kandidieren. Gottfried Heinzmann ehrte ihn für seine „Mitarbeit, Impulse und Weichenstellungen“ mit der Goldenen Weltbundnadel des CVJM.
Berti Kober verfüge über einen unglaublichen Erfahrungsschatz in der Weltdienstarbeit trage aber auch viel Abenteuer-Lust in sich. So kann er von einer Überführung eines VW-Busses nach Nigeria berichten, den er 1984 durch die Sahara nach Bauchi gesteuert hat. Die geplante Ankunftszeit wurde damals fast auf den Tag genau erreicht. Berti Kober trage aber auch eine große Liebe zur Weltdienst-Arbeit und eine Auferstehungshoffnung in sich. 
„Resignation vor der Not der Welt und der Glaube an die Ausweglosigkeit von verfestigten Strukturen sind uns Christen mit der Auferstehung Jesu Christi verwehrt“ zitierte Heinzmann aus der „Bernhäuser Basis“, die 1971 auf einer Mitarbeitertagung des CVJM Gesamtverbandes auf dem Bernhäuser Forst formuliert wurde. Dieser Leitsatz gelte auch für Berti Kober.

Ingrid Deuschle erhielt die Silberne ejw-Nadel

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links: Ingrid Deuschle, rechts: Pfarrer Gottfried Heinzmann (Leiter des ejw)

Zuständig für Finanzrahmenpläne, für Abschlüsse und auch für die Bedankung von Spenden war Ingrid Deuschle viele Jahre ehrenamtlich im ejw-Weltdienst tätig. „Mir wurde erzählt, dass du eine Spezialistin in Sachen Ebay-Verkauf  bist. Und schon eine Menge Gegenstände aus Haushaltsauflösungen und ähnlichem zu Geld gemacht hast, das dann dem Adwa-Konto des Weltdienstes zu Gute kam“ erzählte Heinzmann.
Ihre  Verbindung zur Posaunenarbeit habe dazu geführt, dass schon manche Instrumente aus dem Bezirk Freudenstadt nach Eritrea weitergegeben werden konnten. Heinzmann dankte ihr herzlich für ihre Mitarbeit und überreichte ihr die Silberne ejw-Nadel.

Neuer ehrenamtlicher Fachausschuss gewählt

Mit der Wahl der neuen Ausschüsse wurde die neue Struktur mit einem Fach- und zehn Unterausschüssen umgesetzt. Der neue Fachausschuss hat auch einen größeren Verantwortungsbereich. Er soll die Arbeit in allen Partnerländern im Blick behalten, gleichzeitig auch die inhaltlichen Querschnittbereiche bearbeiten und die Kontakte zum gesamten Evangelischen Jugendwerk in Württemberg mit den CVJM, sowie der Evangelischen Landeskirche halten. Der Fachausschuss erstellt das Gesamtbudget für das folgende Jahr, legt die Fundraising-Maßnahmen fest und macht Vorschläge für die Verteilung der Spenden, Zuschüsse und Projektmittel.
Gewählt und vom Vorstand des ejw bestätigt wurden:
Beate Breithaupt (Remshalden), Hans-Joachim Janus (Schwaigern), Harald Metzger (Filderstadt),  Annette Schert (Kernen), Tobias Schneider (Niederstetten), Dr. Martin Schweiker (Walheim), Thai An Vu (Stuttgart), Walter Wolf (Stuttgart) und Bernd Wolpert (Kusterdingen).

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links: Sabine Österreicher, rechts: Andrea Kalmbach

Bei der Nachmittagsveranstaltung, die von Frank Weberheinz souverän moderiert wurde, stellten sich anschließend die zehn Unterausschüsse abwechslungsreich und kreativ vor. Weberheinz lud dazu ein, sich an den Ständen zu informieren und aktiv in den Gremien mitzuarbeiten. Zuvor berichteten Frank Alldinger (Fellbach), Thai An Vu (Stuttgart), Michael Kleemann (Weinstadt) und Daniel Weiberle (Vaihingen), welche wertvollen Impulse sie bei ihrer Mitarbeit in der internationalen Arbeit des ejw bekommen haben.

Gemeinschaft ohne Zäune

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Ein Geschenk für Andrea Kalmbach zur Einsetzung als Projektreferentin im ejw-Weltdienst

Beim abschließenden Gottesdienst wurde Andrea Kalmbach als Projektreferentin im ejw-Weltdienst in ihr Amt eingeführt. Nach dem Abitur hat sie Religionspädagogik und Soziale Arbeit an der Evangelischen Hochschule Ludwigsburg studiert und im Februar 2011 erfolgreich abgeschlossen (B.A.).
Zu ihren zukünftigen Aufgaben im ejw-Weltdienst gehören der Aufbau eines Freiwilligenprogramms und die Betreuung der Partnerschaften des ejw im Sudan und in Nigeria. Ziel der befristeten Projektstelle ist es, Jugendliche und Junge Erwachsene für die Arbeit im ejw-Weltdienst zu gewinnen und ihnen den weiten Horizont der Weltdienstarbeit zu öffnen.
In seiner Predigt wies Pfarrer Gottfried Heinzmann darauf hin, dass Paulus in seinem Brief an die Epheser (2, 14-22) eine große Vision von einer Gemeinschaft formuliert, in der unterschiedliche Menschen in Frieden zusammenkommen und eine weltweite Kirche den ganzen Kosmos umfasst. „Es ist ein großes Vorrecht in der Weltdienst-Arbeit, dass wir wahrnehmen und erleben, wie Menschen in anderen Ländern Gott loben. Dass wir merken, wie wir miteinander im Gebet verbunden sind.“
Gottfried Heinzmann berichtete von einer beeindruckenden Begegnung bei einer Reise nach Äthiopien mit einem Jungen und seinem blinden Großvater. „Auf unsere Nachfragen erzählt Großvater Kasai, dass er sein Augenlicht schon in den 70er Jahren verloren hat. Er saß in einem Auto, das auf eine Mine auffuhr. Als die Eltern von Hoftum gestorben sind, hat er ihn zu sich genommen. Während wir noch ganz beschäftigt sind, das alles nachzuvollziehen und darüber nachzudenken, wie er überhaupt überleben kann, ist ihm doch etwas ganz anderes wichtig. Er möchte uns dafür danken, dass Hoftum durch das Straßenkinder-Programm des YMCA unterstützt wird. Am Ende sagt er: „Ich bete für Euch!“ Der heilige Tempel, der wächst, lebt durch die Gebete und die Fürsorge der Christen füreinander. „Ich bete für euch“, sagte der blinde Großvater Kasai. Als wir ihn am Ende bitten, dass wir zum Abschluss noch miteinander beten, betet er Teile aus der äthiopischen Gottesdienstliturgie. Und wir wissen, dass er uns darin einschließt. Jesus eröffnet uns den Zugang zu einer Gemeinschaft ohne Zäune, in der die Zukunft Gottes wächst.“

Weitere Informationen:

Das Evangelische Jugendwerk in Württemberg (EJW) koordiniert, fördert und gestaltet die evangelische Jugendarbeit in Württemberg. Unser Ziel ist es, junge Menschen zum Glauben an Jesus Christus einzuladen, ihren Glauben im Alltag zu stärken und sie bei ihrem Engagement für Jugendarbeit und Gesellschaft zu unterstützen. Kurz gesagt: begegnen, begleiten und befähigen. Deshalb unterstützen wir Kinder, Konfirmanden, Jugendliche, Familien und (junge) Erwachsene über unsere sinnstiftenden Arbeitsbereiche, Veranstaltungen, Bildungsangebote und Reisen. Zudem bringen wir die einzelnen Jugendwerke vor Ort sowie in den Bezirken voran. Als größter konfessioneller Jugendverband in Baden-Württemberg bieten wir jährlich circa 306.000 jungen Menschen regelmäßige und circa 462.000 einmalige Angebote. Wir arbeiten selbstständig im Auftrag der Evangelischen Landeskirche in Württemberg und mit einem großen Netzwerk an Partnern. Mehr über uns erfahren Sie unter www.ejwue.de/ueber-uns/wer-wir-sind/ 

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Ingo Rust

Finanzbürgermeister Stadt Esslingen

"Evangelische Jugendarbeit gehört zu den besten Schulen für Führungskräfte in Wirtschaft und Gesellschaft. Das durfte ich selbst erleben und unterstütze deshalb auch heute noch die Arbeit des Evangelischen Jugendwerks in Württemberg."

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