26.05.2005 - Autor: rr

Wertefragen sind die Wichtigsten

Bundespräsident Horst Köhler im Gespräch mit Jugendlichen auf dem Kirchentag in Hannover

Köhler im Gespräch mit Jugendlichen

"Deutschland ist ein prima Land, ich liebe dieses Land, aber ich möchte, dass es offen ist zur ganzen Welt hinein". Bundespräsident Horst Köhler auf dem Kirchentag in Hannover im Rahmen der Veranstaltung "Wie können wir glauben? - Fragen von Jugendlichen an Politiker":


Statement Bundespräsident - mp3 audiofile

Ich kann heute den jungen Menschen nicht versprechen, dass es materiell, ökonomisch permanent weiter aufwärts geht. Ich sage ihnen nicht, dass das unmöglich ist, dass wir auch weitere Wohlstandsgewinne erzielen können. Aber die Zeit der letzten 30, 40 oder sogar insgesamt der Nachkriegszeit 60 Jahre des permanten materiellen Aufstiegs, die kann und sollte ihnen niemand versprechen.


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Das wichtigste was ich sehe ist, für eine gute Zukunft, den Blick nach draußen zu richten, nicht nur in Nabelschau zu verharren. Deutschland ist ein prima Land, ich liebe dieses Land, aber ich möchte, dass es offen ist zur ganzen Welt hinein.


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Wir haben das teilweise verschlafen, und das ist keine Kritik an einer besonderen Partei oder besonderen Regierung, die letzten dreißig Jahre haben wir schon in unseren politischen Anstrengungen einiges verschlafen.


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Also Wertefragen sind die wichtigsten Fragen, die aus meiner Sicht beantwortet werden sollten und eine Diskussion darüber geführt werden sollte, um dem Thema Generationengerechtigkeit eine Substanz und eine zuverlässige Substanz zu geben.


Mehr dazu mit Link zu den audiofiles mp3


www.kirchentag2005.de



Live dabei: Unser Jugendpolitiker Berthold Frieß,

Landesreferent im ejw, im Gespräch mit unserem Bundespräsidenten.

Rechts im Bild: Sigrid Müller, CVJM-Gesamtverband


Bilder zum Kirchentag

www1.ndr.de


aus einer Pressemeldung des CVJM-Gesamtverbands.

Bundespräsident Köhler bei CVJM-Fragestunde: "Junge Leute fragen Prominente"_________________


Hannover (cvjm). Bundespräsident Prof. Dr. Horst Köhler stellte sich am 26.Mai bei der CVJM-Veranstaltung "Was ist Sache? ­ Junge Leute fragen

Prominente³ im Zentrum Jugend des Kirchentages den Fragen junger Menschen.

Ihre Zukunftsperspektiven gehörten dann auch zu den wichtigsten Themen in der Diskussion. Geleitet und moderiert wurde diese Fragestunde von Berthold Frieß, Landesreferent für Jugendpolitik im Evangelischen Jugendwerk in Württemberg (ejw) und der jugendpolitischen Referentin des Christlichen Vereins Junger Menschen (CVJM)Sigrid Müller.


Eine Politik für Generationengerechtigkeit hat nach Ansicht des Bundespräsidenten trotz einer immer älter werdenden Gesellschaft eine reale

Chance. Wichtig seien die Werte die die verschiedenen Generationen miteinander verbinden. Daraus ergebe sich, welche Werte unsere Gesellschaft prägen und wie die Menschen ihre Verantwortung gegenüber sich selbst und ihren Mitmenschen wahrnehmen würden. Und er gab den Ball an die jungen Kirchentagsbesucher zurück: "Es hängt auch von euch ab, wie ihr euch beteiligt.³


Der Bundespräsident stellte fest, dass die Politik in den letzten 30 Jahren viele Reformen versäumt habe, deren Folgen, wie die hohe Staatsverschuldung

und ein Bildungssystem, das deutliche Schwächen zeige, die die Gesellschaft zu tragen habe. Jeder junge Mensch müsse seine Chance zur Entfaltung

erhalten. Was jemand im Kopf habe, könne ihm niemand mehr nehmen. Bildungs- und Chancengerechtigkeit stünden dabei in einem engen Zusammenhang.

Studiengebühren, die den Hochschulen zu Gute kämen, sind für den Bundespräsidenten kein Tabu. Allerdings dürfe dies nicht dazu führen, dass begabte junge Menschen aus finanziellen Gründen nicht studieren dürften.


Zuversichtlich zeigte sich der Bundespräsident, als er auf die Zukunft der Kirche angesprochen wurde. Die Aufgabe der Kirche sei es, die Sehnsucht der Menschen nach spiritueller Orientierung aufzunehmen. Dies sei gerade in

einer Gesellschaft wichtig, in der es viel zu viel Beliebigkeit gäbe.


Auch zu seinem persönlichen Glauben äußerte sich der Bundespräsident. Sein Glaube habe ihm gerade in schwierigen Lebenssituationen Halt gegeben. In

seinem Amt helfe er ihm zum Beispiel, wenn er Briefe von Bürgern erhalte, die von ihm Hilfe in schwierigen Situationen erwarteten.




Ebenfalls zu Gast bei der CVJM-Fragestunde im Zentrum Jugend waren der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Fraktion, Dr. Wolfgang Schäuble, und die Vorsitzende des Bundestagsausschusses für Menschenrechte und

humanitäre Hilfe, Christa Nickels (Bündnis 90/Die Grünen).



Damit Frauen Kinder und Karriere vereinbaren könnten, sei zunächst einmal ein Umdenken in der Gesellschaft notwendig und dann viele einzelne

Maßnahmen, so Dr. Schäuble auf eine entsprechende Teilnehmerfrage. In diesem Zusammenhang verwies er darauf, dass er als Innenminister in seinem Ministerium eingeführt hatte, dass auch Mitarbeiter in einem Teilzeitarbeitsverhältnis Referatsleiter werden können.


Er sprach sich gegen eine Aufnahme der Türkei in die Europäische Union aus. Ein solcher Beitritt sei nur möglich, wenn er von den Menschen mitgetragen würde.


Für Dr. Wolfgang Schäuble wäre es wichtig gewesen, dass die EU-Verfassung mit einem Gottesbezug in der Präambel begonnen hätte, weil das deutlich gemacht hätte, dass der Mensch nicht die letzte Instanz sei.



Christa Nickels führte am Beispiel "Thema Gentechnik" aus, dass es eine große Schnittmenge zwischen ihrem christlichen Glauben und ihrem politischen Engagement gebe.


Auf eine kritische Frage zur Haltung der katholischen Kirche zur Abtreibung, stellte sie sich hinter ihre Kirche. Abtreibung sei keine Möglichkeit der Familienplanung.


Halt in ihrem Glauben finde sie besonders bei schwierigen politischen Entscheidungen, wo Politiker schuldig würden, egal wie sie sich entschieden,wie etwa beim Militäreinsatz im ehemaligen Jugoslawien.



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Der Christliche Verein Junger Menschen (CVJM/YMCA) ist weltweit die größte überkonfessionelle christliche Jugendorganisation mit insgesamt 45 Millionen Mitgliedern.

In Deutschland hat der CVJM-Gesamtverband 260.000 Mitglieder und regelmäßige Teilnehmer. Schwerpunkt ist die örtliche Jugendarbeit in den 2.200 Vereinen, Jugendwerken und Jugenddörfern.


Präses (Vorsitzender) des CVJM-Gesamtverbandes ist Regierungsdirektor beim Landesrechnungshof Baden-Württemberg, Karl-Heinz Stengel aus Remchingen in

Baden.


Hauptamtlich wird der CVJM-Gesamtverband in Deutschland e. V. mit seiner Geschäftstelle in Kassel geleitet von CVJM-Generalsekretär Pfarrer Ulrich Parzany, der auf dem Kirchentag Bibelarbeiten leitet und an Diskussionsrunden teilnimmt.


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Druckfähige Bilder können Sie auf im Internet unter www.cvjm.de-> Presse

downloaden oder direkt bei Jutta Knabe anfordern.

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Weitere Fragen beantworten Ihnen gerne:


Jutta Knabe, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit im CVJM-Gesamtverband

in Deutschland, Im Druseltal 8, 34131 Kassel, Telefon (05 61) 30 87-242,

Mobilfunk (0170) 99 55 309, E-Mail: knabe@cvjm.de


und


Sigrid Müller, Referentin für Jugendpolitik im CVJM-Gesamtverband in

Deutschland, Mobilfunk (0170) 99 55 308



 

Ich bin dabei

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Rolf Lehmann

Bürgermeister a. D. / Ministerialdirektor i. R.

"Alles Geld der Welt nützt nichts, wenn es nicht Menschen gibt, die mit diesem Geld verantwortlich umgehen und sich ihren Mitmenschen, der Gesellschaft und der Schöpfung liebevoll und barmherzig als Menschen zuwenden."

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