20.05.2011 - Autor: Eberhard Fuhr

Widersprüchliches Afrika

Werner Bitzer von seiner Bike-Tour aus Afrika zurückgekehrt

Übervolle Supermärkte europäischer Handelskonzerne, Schokolade vom Traditionshersteller aus dem Schönbuch, neueste Technik bei Bankautomaten und Mobiltelefonen, teure Hotels jedoch zum Teil mit schlechtem Service, auf dem Land aber einfachste Behausungen neben den Sandpisten, die als Hauptstraßen die großen Städte verbinden, ab und zu ein Trampelpfad, einige Menschen oder ein Gockel und Instant-Kaffe in den besten Hotels, die direkt bei den Kaffee- oder Tee-Plantagen liegen. So schilderte Werner Bitzer seine Eindrücke vom Süden Afrikas nach der Rückkehr von seiner ejw-Weltdienst Tour. Gestartet war er Mitte März in Nairobi. Die begleitete Expedition führte ihn in neun Wochen auf 6.500 Kilometern durch sieben afrikanische Länder bis nach Kapstadt.

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Seit seiner ersten afrikanischen Bike-Tour im Jahr 2009 von Kairo bis Iringa habe sich viel verändert. „Afrika wächst, aber wer kein Geld hat, der hungert“ fasst er seine Erfahrungen zusammen. Der Unterschied zwischen Arm und Reich sei enorm. Diese Unterschiede möchte der Diakon aus Walddorfhäslach bei uns nicht erleben. Die Fortsetzung seiner Tour, die er 2009 aufgrund eines Unfalls bei Iringa in Tansania abbrechen musste, war schwierig. „In Botswana, Namibia und Südafrika hat es in drei Monaten mehr geregnet, als in den Jahren 2009 und 2010 zusammen - so viel, wie seit 50 Jahren nicht mehr.“ Ein Drittel der Strecke (ca. 2.000 Kilometer) waren „Off-Road“, die anderen auf geteerten Straßen, die jedoch viel rauher wären, als unsere üblichen Radwege. Von Durchfall stark geschwächt hätte er ein Mal aufgegeben, wenn dies möglich gewesen wäre, aber die Strecke war weit von der nächsten Stadt entfernt. So musste er sich durchbeißen und an insgesamt sechs Tagen auf dem Begleitfahrzeug mitfahren.

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Mit seinem Fahrrad, das er von CENTURION extra für diese Tour bekam, war er sehr zufrieden. Kein einziges Mal hatte er einen Plattfuß oder einen anderen technischen Defekt. „Gutes Material ist nicht alles, aber ohne gutes Material geht es gar nicht“, so seine Erfahrung bei der abenteuerlichen Tour, bei der er auch mit den wilden Tieren Afrikas konfrontiert wurde. Kurz hinter Livingstone (Botswana) brach aus dem Unterholz ein Elefant heraus. Bitzer fuhr schneller um noch vorbei zu kommen. In 100 Meter Entfernung blickte er dann zurück. Der Elefant hatte sich den hinter ihm fahrenden Radlern zugewandt. Die drehten alle schleunigst um. Der Elefant trompete wie wild und schlug mit den Ohren und vollführte auf der Straße einen wilden Tanz. Diese Begegnung sollte die einzige auf dem „Elefant-Highway“ sein. Ein anderes Mal musste ein Camp kurzfristig verlegt werden, da frische Löwenspuren sichtbar waren und die Verantwortlichen kein Risiko eingehen wollten. „Wir leben in einer sehr privilegierten Region mit frischem Wasser, ausgeglichenem Klima, einem funktionierenden Stromnetz, funktionierender Wasserspülung, schnellem Internet und vielen anderen Annehmlichkeiten. Das nehmen wir im Alltag gar nicht so bewusst wahr. Vielleicht muss jeder Mal in die „Fremde“ gehen um das Normale wieder schätzen zu lernen“, zog der 60-Jährige am Ende Bilanz. In den nächsten Monaten möchte er weiter viel mit dem Rad unterwegs sein und auch anderen Lust am Fahrrad-Fahren machen. Wer es wagt auch mal eine längere Strecke zu fahren, komme auf den Geschmack. „Fahrrad fahren macht süchtig“ so seine Erfahrung.

Im Flüchtlingslager Engaz bei Port Sudan

Mit der ejw-Weltdienst-Tour 2011 möchte Werner Bitzer auch ein Projekt des Evangelischen Jugendwerks in Württemberg (ejw) in Port Sudan unterstützen. Der dortige CVJM/YMCA betreibt im Flüchtlingslager Engaz mit Unterstützung aus Württemberg eine Schule für 120 Kinder. Bisher sind für dieses Projekt durch die Initiative von Werner Bitzer über 2.800 Euro zusammengekommen. Weitere Spenden werden dringend benötigt.

Spendenkonto ejw-Weltdienst:

Evangelische Kreditgenossenschaft
BLZ 520 604 10
Konto-Nr. 400 405 485
Kennwort WDT2011

Weitere Informationen:
Hilfe für Flüchtlingskinder in Engaz

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Thai An Vu

Informatikerin & Ehrenamtliche im EJW-Weltdienst

"Zuerst habe ich gedacht, ich bin ja schon selber Migrantin und in Migrantengemeinden aktiv. Doch in Begegnungen mit Menschen aus anderen Kulturen und in anderen Ländern habe ich einen neuen Schatz entdeckt. Es macht Spaß Erfahrungen zu teilen."

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