24.11.2021 - Redaktion: Eberhard Fuhr (Pressesprecher des EJW)

Wirkung, Partizipation und Kirche

Mitgliederversammlung der aej diskutiert gesellschaftlich relevante Themen

Ein Bericht von Leonie Baisch, Delegierte aus Württemberg

Das digitale Tagungsportal ist geöffnet, der Zoom-Link ist angeklickt und schon kann es losgehen. Die 132. Mitgliederversammlung der aej (Arbeitsgemeinschaft evangelischer Jugend in Deutschland) fand vom 19. - 20.11.2021 nun schon zum zweiten Mal online statt. Die aej dient als Dachverband der evangelischen Jugendarbeit, in dem sich Landeskirchen, Freikirchen, Vereine und Verbände austauschen und vernetzen. In den jährlichen Mitgliederversammlungen treffen Vertreterinnen und Vertreter aus ganz Deutschland aufeinander, die in der evangelischen Jugendarbeit tätig sind. Auch zwei Vertreterinnen aus dem EJW waren als Delegierte für die aej-Württemberg als Kacheln bei Zoom dabei. Da eine der Delegierten für ihr Studium gerade in Rom ist, kam das Online-Format gerade recht. Zwei Tage lang kamen also hauptamtlich und ehrenamtlich engagierte Menschen zusammen, um sich über die Jugendarbeit und die Situation von Kindern und jungen Menschen in Deutschland auszutauschen.

Im Plenum war das bestimmende Thema die großangelegte Initiative der aej „Jugend.Faktor.Kirche“, die bei dieser MV nach fast zwei Jahren intensiver Beschäftigung ihren Abschluss gefunden hat. Nachdem in den letzten beiden Jahren ganz breit diskutiert wurde, wie und ob Jugend relevant für Kirche ist und umgekehrt, lag der Fokus dieses Mal auf Fragen und ihre Wirkung, Partizipation und Kirche. Zu jedem Thema gab es einen TED-Talk, sozusagen einen Impulsvortrag, der in eine Diskussion mündete. Jede und Jeder hatte zudem die Möglichkeit, die eigenen Gedanken und Impulse auf einer digitalen Pinnwand festzuhalten.

In kleineren Gruppen, den Tagungsausschüssen zu bestimmten Themen, wie beispielsweise Bewahrung der Schöpfung, Jugendpolitik oder Ökumene, wurden Anträge formuliert und beraten, die dann am Samstagnachmittag von den Delegierten beschlossen wurden. Über die aej hat die Jugendarbeit ein Sprachrohr in Kirche und Politik und so finden auf der MV getätigte Beschlüsse oder Stellungnahmen meist großes Gehör. Unter anderem wurde eine Arbeitsgruppe zur queeren Jugendarbeit eingerichtet und ein Antrag zur Einhaltung des 1,5 Grad Klimaziels beschlossen.
Auch der gesellige Teil kam nicht zu kurz. Am Freitagabend gab es die Möglichkeit, bei einer Live-Kochshow Linsenbolognese zu kochen und sich in allen Pausen in digitalen Pausenräumen zu treffen. Der vorletzte Programmpunkt war die Verabschiedung der langjährigen Delegierten, zu denen dieses Jahr auch Landesjugendpfarrer Bernd Wildermuth gehörte.

Geendet hat die Mitgliederversammlung mit einem gemeinsamen Gottesdienst über Zoom.
Nach zwei vollen Tagen gilt es nun, die Ideen, Beschlüsse und Anregungen auf Bundesebene aber vor allem auch in den Gliedkirchen, Vereinen und Verbänden weiterzudenken und zu konkretisieren.

Interview mit Anna Mader (Delegierte aus Württemberg)


Wie war das für dich, so viele neue Menschen und ein ganz neues Gremium zum ersten Mal online kennen zu lernen?
Am ersten Tag war es tatsächlich unheimlich viel neues Organisatorisches was so auf mich einprasselte, aber da war es gut, dass ich meine Mitdelegierte und unseren Landejugendpfarrer hatte und meine offenen Fragen klären konnte. Als es dann gegen Abend und am zweiten eher so in den inhaltlichen Teil ging und wir in Kleingruppen Beschlüsse vorbereiteten und diskutierten war es richtig cool zu sehen, dass alle voll dabei waren und es hat mega viel Spaß gemacht. Insgesamt war es unheimlich cool zu erleben wie eine MV so abläuft und ich fühlte mich am Ende des ersten Tages schon voll angekommen.

Aber sag mal, du warst nicht die ganze Zeit allein vor der Kamera, oder?
Nein tatsächlich nicht – denn beim Einführungstreffen für Neudelegierte habe ich festgestellt, dass ein anderer Delegierter auch in Konstanz studiert, so wie ich. Wir haben uns dann spontan am ersten Tag in der Uni in einem der Gruppenräume getroffen. Von dort aus haben wir uns dann zusammen reingeschaltet. Das war echt ein super Zufall, denn dadurch habe ich trotzdem neue Menschen kennengelernt und konnte mit jemandem über die Geschehnisse auf der MV reden.

Normalerweise ist bei solchen Tagungen das Essen ein Highlight. Wie sah bei dir aufgrund der digitalen Versammlung die Versorgungslage aus?
Tatsächlich kamen bei mir trotz Onlinetagung richtige Tagungshaus-Gefühle auf, da wir unser Essen dann in der Cafeteria und der Mensa der geholt haben. Das war echt lecker, mega unkompliziert und so gabs auch Snacks für die Pausen – so wie das zu ner richtigen Tagung dazugehört haha. Am zweiten Tag hatte ich das Glück, dass ich mittags bekocht wurde. Das Essen war bei mir auch in der Onlineversion ein richtiges Highlight.

Was war dein Highlight und was dein Low-Point?

Mein absolutes Highlight waren die Diskussionen in meinem Tagungsausschuss zum Thema „Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung“. Dort haben wir über schon gestellte Anträge diskutiert, Formulierungen verändert und überlegt ob wir weitere Anträge einbringen werden. Interessant war es dabei zu hören was es für unterschiedliche Meinungen unter den Delegierte gibt und daraufhin dann den Versuch zu starten, einen gemeinsamen Konsens zu finden. Das hat meine Perspektive nochmal um einiges erweitert.
Schade war, dass der Abschlussgottesdienst am zweiten Tag aufgrund einer schlechten Internetverbindung vom Streamingort aus mega verzehrt war. Kurzzeitig ist die Übertragung sogar komplett abgebrochen. Dadurch fehlte so bisschen der gemeinsame Abschluss, da man den Gottesdienst in der Übertragung nicht wirklich genießen konnte.

Welchen Gedanken oder Impuls nimmst du mit nach Württemberg? Woran möchtest du weiterarbeiten?
Im Gespräch mit anderen Delegierten war es cool zu sehen wie andere Landeskirchen oder Freikirchen ihre Jugendarbeit organisiert haben. Manches davon könnte man in Württemberg auch auf unsere Ausgangssituation angepasst einbauen. Abseits von den Organisationsstrukturen war es für mich aber auch ermutigend zu sehen, dass die MV sich zu aktuellen gesellschaftlich relevanten Themen äußert und auf diesem Weg die christlichen Werte ganz klar nach außen kommuniziert. Die evangelische Jugend hat nämlich echt was zu sagen.

Weitere Informationen:


Das Evangelische Jugendwerk in Württemberg (EJW) koordiniert, fördert und gestaltet die evangelische Jugendarbeit in Württemberg. Unser Ziel ist es, junge Menschen zum Glauben an Jesus Christus einzuladen, ihren Glauben im Alltag zu stärken und sie bei ihrem Engagement für Jugendarbeit und Gesellschaft zu unterstützen. Kurz gesagt: begegnen, begleiten und befähigen. Deshalb unterstützen wir Kinder, Konfirmanden, Jugendliche, Familien und (junge) Erwachsene über unsere sinnstiftenden Arbeitsbereiche, Veranstaltungen, Bildungsangebote und Reisen. Zudem bringen wir die einzelnen Jugendwerke vor Ort sowie in den Bezirken voran. Als größter konfessioneller Jugendverband in Baden-Württemberg bieten wir jährlich circa 306.000 jungen Menschen regelmäßige und circa 462.000 einmalige Angebote. Wir arbeiten selbstständig im Auftrag der Evangelischen Landeskirche in Württemberg und mit einem großen Netzwerk an Partnern. Mehr über uns erfahren Sie unter www.ejwue.de/ueber-uns/wer-wir-sind/ 

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Rolf Lehmann

Bürgermeister a. D. / Ministerialdirektor i. R.

"Die evangelische Jugendarbeit und der weltweite CVJM befähigen Menschen zu verantwortungsvollem Engagement durch Bibel und Bildung. Deshalb steht diese Jugendarbeit am Anfang aller notwendigen Veränderungen, die ein wenig Reich Gottes und Licht aus der ewigen Welt in diese dunkle und kalte Welt herein leuchten lassen."

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