19.11.2012 - Autor: ef

Zeit-Räume für junge Menschen

Neue Formen für die Jugendevangelisation vorgestellt

Mitarbeiterinnen einen Jugendwochen in Maichingen im Gespräch mit Dieter Braun (rechts). Foto/Copyright: Eberhard Fuhr (EJW)

Beim „Fachtag Jugendevangelisation“, den das Evangelische Jugendwerk in Württemberg (EJW) in Kooperation mit dem deutschen CVJM und dem CVJM Landesverband in Württemberg durchgeführt hat, sind am vergangenen Sonntag vier aktuelle Formen für die Jugendevangelisation vorgestellt worden. Diese wurden zuletzt in sieben Orten in Württemberg eingesetzt. Dieter Braun, Jugendevangelist im EJW und im CVJM, stellte bei der Veranstaltung im EJW-Tagungszentrum Bernhäuser Forst fest, dass es eine Wiederentdeckung mehrtägiger evangelistischer Veranstaltungen gibt, die verstärkt an die Stelle von einzelnen Abenden treten. „Wir benötigen Zeit-Räume, in denen junge Menschen auf ihren ersten Schritten in den Glauben begleitet werden“ berichtete er den rund 100 zumeist ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, von denen viele in der Vergangenheit schon bei Jugendwochen mitgearbeitet haben. Dabei plädierte er für schlichtere Formen, die vor Ort auch mit weniger Mitarbeiter und in engeren Zeiträumen umgesetzt werden können. Dieter Braun hat seit 1. September die Aufgabe, jugendevangelistische Praxismodelle regional zu entwickeln, vor Ort zu erproben und diese im gesamtdeutschen Kontext zu multiplizieren. Mit der Aufgabe verbunden sind Lehraufträge zum Beispiel an der CVJM‐Hochschule und am CVJM‐Kolleg in Kassel. Finanziert wird die neue Stelle durch den EJW-Förderverein, den CVJM-Gesamtverband in Deutschland und den CVJM-Landesverband in Württemberg.

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Grundsatzreferat zur Jugendevangelisation - Dieter Braun from ejw on Vimeo.


Jugendevangelisation braucht kreative Köpfe und authentische Persönlichkeiten

In seinem Impulsreferat zum Thema „Wie wird das Evangelium für junge Leute relevant“ hat Roland Werner, Generalsekretär des CVJM-Gesamtverbands und Sprachwissenschaftler, den Begriff Evangelisation, der für viele ein Reizwort sei, als „Gute-Nachricht Nahe-Bringung“ übersetzt. „Evangelisation ist der Versuch, etwas nahe zu bringen, nicht nur verbal, sondern auch mit dem ganzen Sein“. „Die Situation der Jugendevangelisation ist sehr vielschichtig und die zentrale Frage ist, wie können wir das Evangelium so sagen, dass die Leute es verstehen?“ Für Roland Werner ist damit eine ganzheitliche Aufgabe verbunden, in der Einzelne begleitet und Gruppenbildung gefördert wird. Dies sei ein Übergang zwischen Evangelisation und Pädagogik, beides gehöre heute zusammen. „Jugendevangelisation wird relevant „in der Kraft und Dimension des Heiligen Geistes, der tröstet und aufrichtet, befreit und begabt und durch den junge Leute zu ihrer wahren Berufung heranreifen.“ Die gelte vor allem für junge Menschen, bei denen er zum Teil „eine starke Ideologisierung mit erschreckenden Werten für die NPD-Anhängerschaft und eine frühe politische Festlegung“  festgestellt hat. Die Frage „Wie können wir inklusiv arbeiten und zur Mitte führen?“ gab er den Teilnehmern als herausfordernde Aufgabe mit. Dabei sieht er auch eine Verbindung zwischen Jugendevangelisation und Seelsorge, die nicht zu trennen sei. „Jugendevangelisation muss eine seelsorgerliche Komponente haben“. Auf die Frage, wie Jugendevangelisation relevant wird, gebe es keine einfachen Antworten. „Es braucht kreative Köpfe und Herzen. Es braucht neue Ideen und vor allem authentische Persönlichkeiten mit einem langen Atem.“

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Wie wir das Evangelium für junge Leute relevant machen - Roland Werner from ejw on Vimeo.


Bildung als Kommunikation des Evangeliums

Klaus Schulz, Professor an der CVJM-Hochschule in Kassel, erläuterte, dass Jugendevangelisation und Lehre nach dem Epheserbrief dazu da sei, dass christliche Mündigkeit und Urteilskraft erreicht werde. „Lehre ist nicht Wissensvermittlung, sondern Erhellung dessen, was wahres Menschsein ausmacht.“ In diesem Sinne habe Jugendevangelisation einen Bildungsauftrag für alle Menschen. Dabei müsse der Einzelne angesprochen werden. „Einzelne müssen auch Einzelne bleiben dürfen und nicht als Missionsopfer zur Vergrößerung der Mitgliederzahl abgewertet werden.“  Der Jugendliche sei ernst zu nehmen. Er soll nicht zu dem werden, der von anderen Interessen ferngesteuert werde, sondern der lerne, selbst für sich Verantwortung zu übernehmen. „Es darf nicht zu einer neuen Abhängigkeit von Peer-Groups oder Jugendleitern kommen oder zum Gruppenzwang einer vermeintlich christlichen Kultur werden.“ Er unterschied auch zwischen dem „Letzten“ und dem „Vorletzten“. Bildung diene dem „weltlichen Regiment“ und nicht dem „ewigen Regiment“, der Rettung des Menschen. „Bildung ist dazu da, den Menschen zum Frieden zu erziehen, zur Achtung einer freiheitlichen Rechtsordnung beizutragen, soziale Gerechtigkeit zu fördern, Fürsorge für die Schwachen zu leisten und die Verständigung mit Menschen anderer Kulturen und Religionen zu versuchen.“ Das Bildungsbedürfnis von Heranwachsenden im Pluralismus sei eine große Herausforderung weil man lernen müsse, dass die „existenzielle Gewissheit des Gottesglaubens, dass Gott mich liebt“ etwas anderes sei als „weltanschauliche Securitas, wir sind auf der richtigen Seite“. „Wir sind nicht deshalb richtig, weil wir gerade christlich geboren sind, sondern wir sind dann richtig, wenn wir nach Christus leben.“ Dies sei eine wichtige Auseinandersetzung, die er auch in seinem Hause immer wieder zu führen habe.

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Jugendevangelisation & Bildung - Klaus Schulz from ejw on Vimeo.




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Warum wir in Netzwerken arbeiten - Karsten Hüttmann from ejw on Vimeo.

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