15.02.2018

Interview mit dem evangelischen Olympiapfarrer

Im Bild der Olympiapfarrer Thomas Weber (rechts). | Bildquelle: www.kirche-und-sport.de

Einen besonderen Einblick hat Thomas Weber, der aktuell bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang in Südkorea ist

Dort ist er als evangelischer Pfarrer Teil der deutschen Olympiamannschaft. Wir hatten die Gelegenheit, mit ihm zu telefonieren und ihm einige Fragen zu stellen.

Wie gefällt es Ihnen bisher bei den Olympischen Spielen in Pyeongchang?

Thomas Weber: „Ich bin jetzt ja das zweite Mal in Südkorea bei den Olympischen Spielen. 1988 bei den Sommerspielen in Seoul war ich auch schon dabei. Jedoch ist das jetzt eine andere Atmosphäre bei den Winterspielen, da die Südkoreaner mit vielen Winter-Sportarten gar nichts anfangen können, für sie ist vieles neu. Aber die Menschen dort sind sehr freundlich und es gibt auch welche, die Englisch sprechen können. Mit denen kann man sich dann auch sehr gut unterhalten“

Was sind Ihre Aufgaben als „Olympiapfarrer“ für das deutsche Team?

„Ich bin vor allem im Hintergrund Ansprechpartner und Gesprächspartner für die Sportler und Helfer. Außerdem bieten wir (Er und sein Kollege der katholischen Kirche) an den Wochenenden Gottesdienste an. Bei den Sommerspielen 2016 in Rio de Janeiro, als der Trainer der Kanu Mannschaft tödlich verunglückt ist, war ich auch als Notfallseelsorger im Einsatz. Jedoch hoffe ich nicht, dass so etwas in Pyeongchang passiert.“

Wie viele Athleten nehmen das Angebot der Gottesdienste wahr?

„Es sind ja nicht nur die Athleten, sondern auch alle Helfer und Betreuer eingeladen. Es ist jedoch immer schwierig, einen guten Zeitpunkt zu finden. Die Athleten trainieren oder sind auf den Wettkämpfen. Und wenn sie bei dem dichten Zeitplan mal etwas Zeit haben, schauen sie sich auch gerne etwas von dem Gastgeberland (Südkorea) an. Deshalb sind bei den Gottesdiensten nur zwischen 10 und 15 dabei.“

Hatten Sie schon Kontakt zu den bisherigen deutschen Olympia Siegern, beispielweise mit der Biathletin Laura Dahlmeier?

„Wir waren jetzt noch nie bei den Biathleten, aber im deutschen Haus wird natürlich immer auf die Sieger angestoßen. Gestern waren wir beim Rodeln, wo Natalie Geisenberger gewonnen hat. Außerdem hat ja Tatjana Hüfner den 4. Platz belegt, was für Sie eine große Enttäuschung ist. Trotzdem stand auch sie im Mittelpunkt, nicht nur die Siegerin, das ist das Schöne an Olympia.“

Sie waren nun ja schon öfter bei Olympia dabei. Was ist für Sie immer das Highlight bei Olympia?

„Ein absolutes Highlight für mich ist, den Sport und dabei die beeindruckenden Leistungen aus nächster Nähe zu sehen. Zudem sieht man nicht nur eine Sportart, sondern viele verschiedene. Außerdem ist es genial, den Siegern in ihr strahlendes Gesicht zu blicken und dabei zu erkennen, dass sie einfach nur glücklich sind, dass sich die jahrelange Arbeit endlich bezahlt macht.“

Was können wir „Hobbysportler“ von den Olympiateilnehmern lernen bzw. was möchten Sie uns mitgeben?

„Man sollte sich früh genug ein zweites Standbein suchen. Es kann mit dem Sport sehr schnell vorbei sein. Man weiß nie was passiert und man sollte auf jeden Fall einen Plan B haben. Hobbysportler sollten ihren Sport genießen und daran denken, dass Leidenschaft verbindet. Außerdem kann Sport Schranken überwinden, was ich auch hier bei Olympia erfahren kann. Hier werden vor allem auch nationale Schranken überwunden.

Das Interview führte Manuel Henninger, der sein Freiwilligendienst beim Eichenkreuz-Sport absolviert, für den PULS-WhatsApp-Newsletter.

Mehr zum Olympiapfarrer auf www.kirche-und-sport.de

Literaturtipp zu den olympischen Spielen: „Mittendrin“ – das Begleitheft der evangelischen und katholischen Kirche für die Teilnehmer der Olympischen Winterspiele 2018 ist zum kostenlosen Download erhältlich: www.kirche-und-sport.de/download/mittendrin2018.pdf

Das Impulsheft "Mittendrin" ist als geistliches Trainingsbuch gedacht und bietet den Sportlern biblische Texte, Gebete und Meditationen sowie eine Kurzinformation zum Christentum in Südkorea. Es ist ein Beitrag zur Olympiade, die in Südkorea unter dem Motto "Passion. Connected - Leidenschaft verbindet" steht.

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