28.05.2021 - Eberhard Fuhr (Pressesprecher des EJW)

Arbeit mit Kindern: Große Chance für Gemeindearbeit

Markus Röcker, EJW-Landesjugendreferent Jungenarbeit / prokids - Arbeit mit Kindern bei der Delegiertenversammlung des EJW am 8. Mai 2021, die als Online-Versammlung durchgeführt wurde.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Erfahrung sind gefragt

Bei der diesjährigen Delegiertenversammlung des EJW am 8. Mai 2021 haben Lutz Leonhardt (Vorsitzender Fachausschuss prokids), Antje Metzger ((EJW-Landesjugendreferentin) und Markus Röcker (EJW-Landesjugendreferent) den 159 Delegierten anschaulich gezeigt, warum der mit Abstand größte Arbeitsbereich in der Kinder- und Jugendarbeit eine große Chance für die Gemeindearbeit ist. „Dieser Arbeitsbereich ist sozusagen der Fluss, der den See der Kinder- und Jugendarbeit mit immer neuem Wasser speist“, sagte Markus Röcker gleich zum Beginn der Vorstellung. „Nur wenn dieser Fluss genügend Wasser führt, können in dem See neue Arten und neue Formen entstehen und Bewährtes weiter existieren.“ Deshalb müsse der Schwerpunkt der Gemeindearbeit dieses Arbeitsfeld gelegt werden. „Über die Kinder kommen die Eltern in Kontakt zu uns. Das ist eine riesen Chance“, so Röcker. Die Aufgabe könne man aber nicht einigen Ex-Konfirmierten überlassen, auch wenn sie noch so begabt und geschult wären. Dies sei eine Aufgabe von erfahrenen Mitarbeitenden. „Kirchenferne Eltern werden ihre Kinder nur dann zu uns senden, wenn sie merken, dass sie dort qualitativ gut betreut werden“, davon ist Markus Röcker überzeugt. Aber auch die Jugendarbeit profitiere davon, wenn die 14- bis 15-Jährigen von älteren Mitarbeitenden in ihrer Mitarbeiterschaft begleitet werden. „Dadurch wachsen sie nicht nur in ihren pädagogischen Fähigkeiten und ihrer Persönlichkeit, sondern vor allem in ihrem Glauben.“

Eine Chance für die Vielfalt


Lutz Leonhardt erinnerte daran, dass die Jungschar nicht überholt, sondern nach wie vor als kontinuierliche Gruppenarbeit ein Erfolgsmodell sei. Ergänzend stellte er das 44-seitige Heft „18 Modelle in der Arbeit mit Kindern und Familien“ vor, das bewährte Konzepte und neue Ideen enthält. Es gehe aber nicht darum, die Jungschar einfach zu ersetzen, sondern zu stärken und auch durch andere Angebote zu ersetzen, wenn die klassischen Modelle nicht mehr greifen. „Die Vielfalt in der Arbeit mit Kindern“ ist keine Bedrohung, sondern eine Bereicherung“, so Leonhardt. Mit dem Jungschargruß „Mutig voran“ sei es jetzt dran, Mut zu haben und mal Neues auszuprobieren, um auch neue Kinder zu erreichen.

Grundstock der Gemeindearbeit

Bei kurzen Umfrage während der Vorstellung des Arbeitsbereichs unter den Delegierten, die Verantwortung auf Orts-, Bezirks- und Landeseben tragen, wurde deutlich, dass viele Delegierte ihre ersten Berührungspunkte mit der Jugendarbeit in ihrer Kindheit hatten. Dies zeigt, wie wichtig und wertvoll diese Arbeit ist. „In unseren Angeboten hören Kinder erstmals von Gott, sie erfahren über Geschichten, wie sehr sie geliebt und angenommen sind, völlig leistungsfrei. Sie wachsen hinein in eine Gemeinschaft, lernen Sozialverhalten, bekommen wichtige Werte wie Respekt, Nächstenliebe, Loyalität vermittelt. Und gerade jetzt gibt es eine große Chance, Kinder einzuladen, im Sommer mit uns eine Zeit zu verbringen. Sie können mal ganz unverbindlich in die Ortsarbeit schnuppern“, sagte Antje Metzger. Auf Ortsebene erlebe sie aber, dass es immer weniger Mitarbeitende gebe, die sich für die Arbeit mit Kindern einsetzen, da dies anstrengend und auch uncool sei.  Es gebe auch immer weniger hauptamtliche Jugendreferentinnen und Jugendreferenten mit dem Schwerpunkt Arbeit mit Kindern. „Die Freizeiten – DIE Beziehungsintensivzeit an sich – spart man sich aus Zeitgründen und lässt es Ehrenamtliche alleine machen.“ Antje Metzger erinnerte abschließend daran, dass Kinder bei Jesus Christus in der ersten Reihe einen Platz bekommen hätten. Sie appellierte an die Delegierten: „Macht die Arbeit mit Kindern zum Thema, lasst uns gemeinsam drauf schauen, wo es Chancen und Möglichkeiten gibt. Kontaktiert uns. Lasst uns nicht aufhören, Kinder einzuladen und ihnen eine gute Zeit zu bieten.“

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