Schulen sind nicht nur offen für die Zusammenarbeit mit außerschulischen Partnerinnen und Partnern wie dem Evangelischen Jugendwerk in Württemberg, sondern – speziell im Ganztagsbereich – geradezu auf Kooperationen angewiesen. An vielen Stellen hat die evangelische Jugendarbeit gute Erfahrungen mit schulbezogener Jugendarbeit gesammelt. Daher hat die Delegiertenversammlung des EJW am 20. Mai 2017 das Grundlagenpapier zur schulbezogenen Jugendarbeit im EJW verabschiedet. Neben dem Grundlagenpapier wurde bereits im Mai 2012 im Rahmen der „Denkwerkstatt Zukunft“ des EJW ein Thesenpapier zum Thema Jugendarbeit und Schule veröffentlicht.
Fachlich begleitet wird die Jugendarbeit in der Schule seit 2011 vom hochrangig besetzten Beirat Jugendarbeit und Schule. Kaum ein anderes Feld der Jugendarbeit ist so stark in Bewegung wie die Kooperation von Jugendarbeit und Schule. Die Schülerinnen- und Schülerarbeit will diese Bewegung begleiten und dabei zu einem Motor für Innovation und Konzeptionsentwicklung werden. Für eine solche Aufgabe benötigt es fachkundige Beratung – auch von Menschen außerhalb des „Systems Jugendarbeit“.
Der Fachausschuss hat daher seit dem Jahr 2011 einen „Beirat Jugendarbeit und Schule“ berufen, der Impulse für dieses Arbeitsfeld geben soll. Der Beirat tagt zweimal jährlich bei einer längeren Sitzung, teilweise mit weiteren Gästen aus der Bildungspolitik. Er ist zum Einen „Resonanzraum“ für laufende Aktivitäten der Schülerinnen- und Schülerarbeit, um diese aus verschiedenen Perspektiven zu beleuchten, zum anderen Impulsgeber für neue Ideen. Die Mitglieder des Beirats sind persönlich berufen. Sie bringen die Perspektiven von Kirche, Jugendarbeit, Schulleitung, Landespolitik, Kommune, Hochschule, Wirtschaft, Sport, Diakonie, freien Schulen und verschiedenen Fachinstitutionen rund um Jugendarbeit und Schule mit ein.
Eine Erfahrung an vielen Orten ist: Die Kooperation von Jugendarbeit und Schule gelingt nicht ohne hauptamtliche Stellenanteile. Manche Orte und Bezirke haben gute Erfahrungen damit gemacht, einen Teil der vorhandenen Hauptamtlichen-Stellen einer konkreten Schulkooperation zu widmen – aber auch die „bisherige Jugendarbeit“ braucht weiterhin Hauptamtliche. Es geht bei der Kooperation von Jugendarbeit und Schule also auch darum, neue Finanzierungsquellen zu erschließen. Die Schülerinnen- und Schülerarbeit im EJW bemüht sich, Finanzierungen bspw. bei der Landeskirche und beim Land Baden-Württemberg zu gewinnen und berät, wie man solche Finanzierungen in Anspruch nehmen kann.
Einige Finanzierungsmöglichkeiten sollen hier genannt werden:
Monetarisierung von Lehrerwochenstunden (Ganztagsgrundschule)
Seit dem Schuljahr 2014/15 haben Ganztagsgrundschulen die Möglichkeit, Lehrerwochenstunden für den Ganztagsbetrieb „in Geld umzuwandeln“ und an außerschulische Partner weiterzuleiten. Daraus ergibt sich erstmals die Möglichkeit, dass auch hauptamtliche Tätigkeit bspw. von Jugendreferenten im Ganztagsbereich adäquat finanziert werden kann.
Schulsozialarbeit
Die Schulsozialarbeit in Baden-Württemberg wurde ab 2012 stark ausgebaut. Auch die evangelische Jugendarbeit kann Träger von Schulsozialarbeit sein. Sehr ermutigende Erfahrungen wurden dort gemacht, wo Kombinationsstellen (eine Person mit 50% Schulsozialarbeit und 50% kirchlicher Jugendarbeit) geschaffen wurden
Finanzierung vor Ort
In jedem Fall lohnt sich die Kontaktaufnahme mit Schulleitung, Schulträger (Kommune) oder den vielerorts vorhandenen Schul-Fördervereinen. An vielen Stellen gibt es bei der Finanzierung erstaunliche Unterstützungen. Auch Stiftungen, örtliche Wohltätigkeitsorganisationen oder Firmen kommen als Finanzgeber in Frage.
Programme mit finanzieller Unterstützung
Unter den etablierten Programmen weisen wir zudem auf das Schülermentorenprogramm und das Jugendbegleiter-Programm hin. Beide sind auch mit finanzieller Ausstattung verbunden, allerdings nicht in einem Maße, das hauptamtliche Stellenanteile zulässt. Für Kooperationen im Bereich der (Kirchen-)Musik gibt es die Musikalische Dauerkooperation Schule – Verein, die sich ausdrücklich auch eine Kooperation mit der Kirchenmusik bezieht.
Verlässliche Kooperation: Berechnungsgrundlagen für das Modell zur Ganztagsbildung mit außerschulischen Partnern
Dieses Modell wurde von der Arbeitsgruppe Außerschulische Partner im Ganztag erarbeitet und unter anderem mit dem Städtetag Baden-Württemberg in mehreren gemeinsamen Treffen abgestimmt.