Für die Studie „Lust auf Ehrenamt wecken“ – durchgeführt von der Jugendstiftung Baden-Württemberg – wurden Antworten von knapp 2.000 Jugendlichen zum Thema Ehrenamt erfasst
Die Motivation von Jugendlichen im ländlichen Raum, sich ehrenamtlich zu engagieren, ist vor allem, anderen helfen zu wollen. Laut der Studie „Lust auf Ehrenamt wecken“ steht an erster Stelle der Wunsch, anderen zu helfen (56 Prozent), gefolgt von dem Wunsch, neue Erfahrungen zu machen (37 Prozent) und Zeit mit Freunden zu verbringen (26 Prozent). Hindernisse sind die hohe zeitliche Belastung durch Schule und Freizeit, aber auch Bedenken hinsichtlich des großen Altersunterschieds zu anderen Ehrenamtlichen.
Jugendliche finden den Weg ins Ehrenamt vor allem durch Familie und Freunde
Der entscheidende Faktor für den Einstieg in ein Ehrenamt ist das soziale Umfeld. Mehr als die Hälfte der Ehrenamtlichen findet den Weg zum Ehrenamt über die eigene Familie oder den Freundeskreis, wohingegen soziale Medien nur eine geringe Rolle spielen. Neben persönlichen Vorteilen, wie Zertifikaten für den Lebenslauf oder einem Kompetenznachweis, wünschen sich die Jugendlichen mehr eigene Entscheidungsräume, um ihre Ideen umzusetzen.
34 Prozent der Nicht-Engagierten können sich vorstellen, ein Ehrenamt zu übernehmen. 43 Prozent der Befragten haben darüber noch nicht nachgedacht oder keine Informationen über mögliche Ehrenämter. Hier gebe es ein großes Potenzial, so die Studie. Lediglich jede vierte Nicht-Engagierte Person lehnt ein Ehrenamt prinzipiell ab.
Die Studie wurde vom Kabinettsausschuss Ländlicher Raum in Auftrag gegeben und von der Jugendstiftung Baden-Württemberg durchgeführt. Die Untersuchung basiert auf einer Online-Befragung von 1.936 Jugendlichen im Alter zwischen 15 bis 19 Jahren aus allgemeinbildenden und beruflichen Gymnasien, Gemeinschaftsschulen, Realschulen und Berufskollegs sowie auf ergänzenden Fokusinterviews und Best-Practice-Beispielen im Ländlichen Raum. Derzeit leben rund 3,8 Millionen Menschen im Ländlichen Raum in Baden-Württemberg. Ein Viertel davon sind Jugendliche zwischen 15 und 25 Jahren.
An der Studie nahmen auch jugendliche Engagierte aus dem Kontext des Evangelischen Jugendwerks in Württemberg (EJW) teil. Das EJW koordiniert, fördert und gestaltet die evangelische Jugendarbeit in Württemberg. Insgesamt engagieren sich im Bereich des EJW über 35.000 Personen zumeist ehrenamtlich für die evangelische Kinder- und Jugendarbeit. Das EJW arbeitet selbstständig im Auftrag der Evangelischen Landeskirche in Württemberg und mit einem großen Netzwerk an Partnern.
Martina Krattenmacher (Bund Der Landjugend Württemberg-Hohenzollern e. V.) folgt auf Alexander Strobel (Evangelisches Jugendwerk in Württemberg) als neue Vorstandssprecherin – Vollversammlung beschließt Grundsatzprogramm
Die Vollversammlung des Landesjugendrings (LJR) hat am 19. April Martina Krattenmacher zur neuen Vorstandssprecherin gewählt. In den nächsten drei Jahren werden eine jugendgerechte Infrastruktur für junge Baden-Württemberger*innen, die finanzielle Absicherung der Jugendverbandsarbeit, zukunftssichere Bildungspolitik und Stärkung von Jugendbeteiligung und Demokratiebildung im Vordergrund stehen, betont Krattenmacher: „Dazu hat die Vollversammlung den Leitantrag ‚Jung. Zusammen. Baden-Württemberg‘ beschlossen. Das ist unser Grundsatzprogramm für die nächsten drei Jahre.“
Carina Himmler (Deutscher Gewerkschaftsbund Jugend) und Silas Böttcher (Kreisjugendring Göppingen) wurden neu in den fünfköpfigen Vorstand des LJR gewählt. Benjamin Mutter (Naturschutzjugend – NAJU) und Dominik Nawratil (BDKJ) wurden im Amt bestätigt.
Der bisherige Vorstandssprecher Alexander Strobel (Evangelisches Jugendwerk in Württemberg) und Vorstandsmitglied Sabine Renelt (BUNDjugend) hatten nicht wieder kandidiert. Die Vollversammlung dankte ihnen für ihr Engagement im Vorstand und verabschiedete sie feierlich.

Vollversammlung beschließt Grundsatzprogramm
Die Vollversammlung ist das höchste beschlussfassende Gremium des Landesjugendrings. Sie bestimmt die landesweiten Leitlinien, Ziele und Aufgaben des LJR und entscheidet über grundlegende Fragen der Gesamtorganisation. Sie tagte am 18. und 19. April 2026 in Wernau.
Im dort beschlossenen neuen Grundsatzprogramm geht es um jugendpolitische Aktivitäten, die weit über eine bloße Auflistung einzelner Maßnahmen hinausgehen: „Sie stehen für einen klaren Wertekompass, der die demokratische Selbstorganisation junger Menschen stärkt, ihre Rechte sichtbar macht und Baden-Württemberg als jugendgerechtes, chancengerechtes und vielfältiges Gemeinwesen weiterentwickeln will“, erklärt Krattenmacher.
Das Grundsatzprogramm „Jung. Zusammen. Baden-Württemberg.“ findet sich auf der Homepage des Landesjugendrings.
Der Landesjugendring ist die Arbeitsgemeinschaft von 32 Jugendverbänden auf Landesebene und von den Orts-, Stadt- und Kreisjugendringen. Er vertritt darüber hinaus die Interessen von Kindern und Jugendlichen in Baden-Württemberg.
Verantwortlich: Martina Krattenmacher (Vorstandssprecherin)
Bildquelle: Andrea Bottar, LJR
554 Gemeinden luden über Konfessionsgrenzen hinaus gemeinsam zu truestory Nights 2026 ein. Dabei waren rund 4.000 Ehrenamtliche im Einsatz
554 Gemeinden, Jugendallianzen und Teenkreise haben in den vergangenen sechs Wochen zu truestory Nights, dem Jugendprojekt des proChrist e.V. aus Kassel, eingeladen. Vom 16. Februar bis zum 29. März 2026 fanden an 222 Orten in Deutschland, Österreich und der Schweiz evangelistische Jugendwochen statt. In Gemeindehäusern und Jugendzentren, Turnhallen, Kellern, Vereinsheimen und sogar einem Burger King. Rund 31.000 Jugendliche nahmen die Angebote vor Ort wahr. Hinzu kommen über 21.000 Aufrufe der Livestreams auf YouTube.
Begeisterung für das Engagement
Zahlreiche ermutigende Rückmeldungen aus den Orten zeigen, dass Jesus gewirkt hat. In einem Ort stellten sich die Teens am letzten Abend in zwei Reihen an, um als Reaktion auf das Gehörte ein Band ans Kreuz zu knoten. Eine 14-jährige Besucherin beschrieb ihren Abend so: „Ich habe gerade zum ersten Mal gebetet. Also so richtig. Nicht nur so ‘Hallo Gott, bitte hilf mir jetzt’, sondern irgendwie anders.“ Und eine andere Besucherin sagte: „Ich weiß zwar noch nicht genau wie das Leben dann aussehen wird, aber ich möchte mein Leben mit Jesus leben!“
130 Evangelistinnen und Evangelisten waren im Einsatz. Die Abende wurden maßgeblich von den rund 4.000 ehrenamtlichen Mitarbeitenden vor Ort gestaltet. Ein Evangelist schrieb: „Mein Herz ist voll. Ich bin überwältigt vom Hunger der jungen Menschen. Ich kann noch nicht in Worte fassen und auch nicht ganz glauben, wie viele Leute beim Gebet zur Lebensübergabe aufgestanden sind.“
Der Livestream
Neben den zahlreichen Live-Events mit Evangelistinnen und Evangelisten strahlte proChrist vom 17. bis 21. März den fünfteiligen truestory Nights-Livestream auf YouTube aus. Kira Geiss und Tim Guttenberger kamen mit den Studiogäste über die großen Themen der Jugendlichen ins Gespräch. Über 4.000 Nachrichten wurden während der Sendewoche von Zuschauenden über die begleitende App ins Studio geschickt.
Gemeinden über Konfessionsgrenzen hinaus vereint
Ein besonderes Merkmal von truestory ist das überkonfessionelle Miteinander: An mehr als der Hälfte der Veranstaltungsorte haben mindestens zwei Gemeinden gemeinsam eingeladen – an einzelnen Orten sogar bis zu neun. In einigen Regionen haben sich überregional mehrere Orte zusammengeschlossen, um noch mehr Jugendliche als in den vergangenen Jahren erreichen zu können. 42 Kooperationspartner aus christlichen Werken und Verbänden unterstützten das Gesamtprojekt.
Meike Schiller, truestory-Projektleiterin resümiert: „Wir sind sehr dankbar für jeden, der sich im Rahmen von truestory engagiert hat. Ein besonderer Dank gilt den ca. 90 Mitarbeitenden, die von ihren Werken und Gemeinden freigestellt wurden, um über 3 Jahre hinweg truestory vorzubereiten und mitzudenken.“ Julia Garschagen ergänzt: „Es ist toll zu sehen: Aller Aufwand hat sich gelohnt. Jesus bewegt Jugendliche und verändert Leben.“
Alle Livestreams sind weiterhin verfügbar auf: https://youtube.com/@truestoryeu
truestory Night und Worttransport im EJW
Auch in Württemberg fanden insgesamt 10 truestory Nights an verschiedenen Orten in Kombination mit dem Projekt „Worttransport“ statt. Worttransport schult und begleitet angehende Evangelistinnen und Evangelisten im Bereich der Jugendevangelisation. Die Veranstaltungsorte waren Bezirksjugendwerke, CVJM und Kirchengemeinden, die es auf dem Herzen haben, junge Menschen mit der guten Nachricht von Jesus Christus zu erreichen.
Allein in der Woche vom 23. bis 28. Februar 2026 konnten auf diese Weise 2.500 Jugendliche erreicht werden. Besonders ermutigend war es zu sehen, wie Jugendliche Freunde aus der Schule zu truestory Nights einluden und wie viel Sehnsucht nach echtem Tiefgang bei den Jugendlichen zu spüren war.
Ein Verantwortlicher aus einem der Veranstaltungsorte resümiert: „Ich glaube 1/4 waren aus nicht unserer Bubble. Das finde ich mega und glaub der meiste Zulauf war, dass viele ihre Freunde oder so eingeladen haben. Testify hat da auch geholfen[…].“ Und eine Teilnehmerin kommt zu dem Fazit: „Ich konnte für heute Abend richtig viel für mein persönliches Leben mitnehmen.“
Das sind die Gründe, aus denen das Evangelische Jugendwerk in Württemberg die truestory Nights in Kombination mit Worttransport veranstaltet. Um junge Menschen Jesus Christus vorzustellen.
Zusatzqualifikation Natursport- und Erlebnispädagogik – Neuer Kurs ab Oktober 2026
Der CVJM Outdoorpark und das ZIP-Team (Zentrum für interaktive Projekte) bieten ab Herbst 2026 die „Weiterbildung Natursport- und Erlebnispädagogik“ an. Sie richtet sich an alle, die Menschen durch aktives, erfahrungsorientiertes Lernen voranbringen möchten und eignet sich für Personen aus dem Bereich der Erwachsenenbildung sowie haupt- und ehrenamtliche Mitarbeitende aus der Kinder- und Jugendarbeit.
Vermittelt werden grundlegende Kenntnisse aus der Natursport- und Erlebnispädagogik. So sind die Teilnehmenden im Anschluss in der Lage, erlebnispädagogische Aktivitäten passend für bestimmte Ziele und Gruppen auszuwählen sowie die Aktivitäten mit geeigneten Methoden zu reflektieren und zu transferieren. Die Weiterbildung besteht aus einer fachlichen Qualifizierung, dem Kennenlernen von Outdoorsportarten und -Elementen, Formen der Persönlichkeitsentwicklung sowie der Auseinandersetzung mit Werten, Glauben und Sinnfragen.
Die Weiterbildung dauert ein Jahr und umfasst insgesamt 21 Tage. Aufgeteilt sind diese Tage in 7 Blöcke: 6 x 2 bis 3 Tage und 1 x 6 Tage. Der Hauptteil der Weiterbildung findet in Karlsruhe und Umgebung statt. Der Wochenblock (7. Block) findet in den Nordvogesen in Frankreich statt.
Weitere Informationen: www.weiterbildung-erlebnispaedagogik.de/
„Spaltung sucks“ – eine Kampagne gegen Hass und Hetze des Landesjugendrings Baden-Württemberg e.V.
Bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg dürfen so viele junge Menschen wie nie zuvor mitentscheiden, wie das Land von morgen aussieht. Rund eine Million 16- bis 27-Jährige sind wahlberechtigt. Mit der Absenkung des Wahlalters auf 16 Jahre tragen junge Menschen erstmals in großer Zahl direkte Verantwortung für politische Entscheidungen auf Landesebene.
Gleichzeitig verschärft sich das gesellschaftliche Klima spürbar. Der Ton in politischen Debatten wird rauer, Polarisierung gehört zunehmend zum Alltag. Fake News, Desinformation und Hate Speech sind längst keine Randphänomene mehr – besonders in digitalen Räumen, in denen sich junge Menschen informieren, austauschen und Meinungen bilden.
Diese Entwicklungen treffen junge Menschen in einer Lebensphase, in der politische Haltungen noch im Werden sind. Viele sind politisch interessiert und engagiert, fühlen sich aber von klassischer Politik kaum angesprochen. Wahlkämpfe richten sich oft an ältere Generationen, während junge Perspektiven unterrepräsentiert bleiben. Das verstärkt ein Gefühl von Nicht-Gesehen-Werden und öffnet Räume für Vereinfachungen, populistische Erzählungen und Abwertung anderer.
Genau hier setzt Spaltung sucks an: Die Kampagne will junge Menschen nicht belehren, sondern befähigen. Sie macht demokratische Werte erlebbar, stärkt Selbstwirksamkeit und setzt dem Prinzip der Spaltung bewusst Gemeinschaft, Solidarität und Menschenwürde entgegen.
Weitere Informationen: https://spaltung-sucks.de/
Das EJW, als Mitglied des Landesjugendrings Baden-Württemberg e. V., unterstützt und verbreitet die Kampagne für mehr Demokratie im Land.
Die Evangelische Gemeindejugend Baden (EGL Baden) bietet im März und April 2026 erlebnispädagogische Schulungswochenenden für Haupt- und Ehrenamtliche an.
„Fit für Erlebnispädagogik“ ist eine praktisch angelegte Grundlagenschulung für haupt- und ehrenamtliche Mitarbeitende in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Die Basisschulung findet an zwei Wochenenden (13. – 15. März 2026 / 24. – 26. April 2026) im CVJM Outdoorpark in Karlsruhe statt. Die beiden Wochenenden bauen aufeinander auf und sind nur zusammen buchbar.
Ziel der Schulung ist, den Teilnehmenden die christliche Erlebnispädagogik in Praxis und Theorie zu vermitteln und sie zu befähigen, erlebnispädagogische Übungen anzuleiten und mit einer Gruppe reflektieren zu können.
Im Preis von 80€ für beide Wochenenden sind das Schulungsprogramm sowie die Verpflegung enthalten. Übernachtungsmöglichkeiten gibt es auf dem Baumhaus oder im Gruppenraum. Auch die Übernachtung im eigenen Zelt ist möglich. Die Anreise erfolgt eigenverantwortlich.
Weitere Infos und Anmeldung: www.egj-baden.de
Bei einem Kreativtag wurde der Startschuss für das CHRSTIAL28 gesetzt und das Thema „Zwischen Himmel und Erde“ veröffentlicht sowie das neues Design vorgestellt
Mit einem kraftvollen und inspirierenden Kreativtag in Kassel hat der Weg zum CHRISTIVAL28 offiziell begonnen. 140 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Gemeinden, Jugendarbeiten und christlichen Werken kamen zusammen, um die ersten Bausteine für das deutschlandweite Jugendevent vom 24. bis 28. Mai 2028 in Magdeburg zu legen.
Der Kreativtag bildete den Auftakt eines mehrstufigen Prozesses, in dem Ideen gesammelt, Schwerpunkte gesetzt und kreative Impulse in Teams entwickelt werden – alles mit dem Ziel, jungen Menschen einen Ort zu schenken, an dem sie Glauben vertiefen, Jesus erleben und neue Perspektiven in Gemeinschaft entdecken.
Thema festgelegt:,,Zwischen Himmel und Erde“
Das zentrale Thema des CHRISTIVAL28 lautet „Zwischen Himmel und Erde“. Es beschreibt die Spannung, in der junge Christinnen und Christen leben: fest verankert im Glauben an Jesus Christus – und gleichzeitig mitten in einer Welt voller Veränderung, Herausforderungen und Möglichkeiten. Die Bibeltexte aus der Bergpredigt sollen das Festival besonders begleiten.
Neues Logo und Redesign: Frisch, klar und jesuszentriert
Beim Kreativtag wurde außerdem das überarbeitete Logo sowie ein umfassendes Redesign des CHRISTIVAL vorgestellt. Die neue Gestaltung verleiht dem Event einen modernen und jesuszentrierten Look. Das „X“ steht für Jesus Christus (alt gr.: Xριστός) und das Kreuz.

Über das CHRISTIVAL
Das CHRISTIVAL ist eines der größten christlichen Jugendevents im deutschsprachigen Raum. Seit 1976 bringt es in regelmäßigen Abständen mehrere Tausend Jugendliche und junge Erwachsene zusammen, um Glauben zu teilen, Hoffnung zu stärken und Gemeinschaft zu feiern. Veranstaltet wird es vom Christival e. V., getragen von einem breiten ökumenischen Netzwerk aus über 80 Gemeinden, Verbänden und Werken. 1. Vorsitzender ist Philipp Kruse, der zusammen mit Projektleiter Chris Pahl das Event leitet. Das CHRISTIVAL bietet Impulse, Workshops, kreative Formate, diakonische Projekte und vieles mehr – immer mit dem Ziel, junge Menschen zu ermutigen, ihrem Glauben im Alltag Ausdruck zu geben.
Weitere Informationen: www.christival.de
Die aej-Mitgliederversammlung 2025 beschließt vier Maßnahmenpakete und solidarisiert sich mit angegriffenen Engagierten
Die Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland e. V. (aej) hat auf ihrer Mitgliederversammlung 2025, die vom 21. bis 23. November in Plön tagte, ein umfassendes Maßnahmenpaket gegen Rechtsextremismus verabschiedet. Unter dem gemeinsamen Titel „Stark gegen Rechtsextremismus“ beschlossen die Delegierten vier weitreichende Anträge sowie einen zusätzlichen Beschluss zur Solidarität mit angegriffenen Engagierten. Die aej reagiert damit auf die wachsende Bedrohung demokratischer Strukturen, die Zunahme rechtsextremer Gewalt und auf gezielte Angriffe gegen kirchliche und jugendverbandliche Akteur*innen.
Mit dem Beschluss „Stark gegen Rechtsextremismus: Widerstandsfähige Strukturen“ legt die aej die Grundlage für ein deutliches Bekenntnis zu Demokratie und christlichen Werten. Bis 2026 entwickelt der Vorstand einen Unvereinbarkeitsbeschluss, der festhält, dass rechtsextreme, rechtspopulistische oder menschenfeindliche Positionen nicht mit der Arbeit der aej vereinbar sind. Damit wird verbindlich, dass Mitarbeitende und entsandte Vertreter*innen diese Grundsätze tragen und vertreten müssen. Christliche Werte wie Nächstenliebe, gleiche Würde aller Menschen, Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung bilden dafür die Grundlage. Auch die Mitgliedsverbände sollen eigene Regelungen finden.
Im Beschluss „Stark gegen Rechtsextremismus: Bildung ist Haltung – Jugend stark machen“ ist festgeschrieben, die Fähigkeit junger Menschen rechtsextremen Positionen argumentativ zu begegnen und demokratische Aushandlungsprozesse aktiv zu gestalten. Demokratie soll in der evangelischen Jugendarbeit erlebbar bleiben. Bis zur Mitgliederversammlung 2026 soll eine zentrale Plattform entstehen, auf der Materialien, Best-Practice-Beispiele und Bildungsangebote gebündelt werden, um Diskursräume zu öffnen und die Sprachfähigkeit junger Menschen zu fördern.
Der Beschluss „Stark gegen Rechtsextremismus: Medienbildung und Jugendpolitik im Netz“ legt einen Schwerpunkt auf digitale Sicherheit, Medienkompetenz und den Umgang mit Hass im Netz. Die aej wird Weiterbildungen und Module für Hauptberufliche und Ehrenamtliche entwickeln und bündeln, um rechtsextreme Inhalte zu erkennen, mit digitaler Hetze umzugehen und sicher online zu agieren. Die aej fordert zugleich ein sichereres Netz, bessere Regulierung sozialer Medien und konsequente Strafverfolgung von Hasskriminalität.
Mit dem Beschluss „Stark gegen Rechtsextremismus: aktiv helfen“ stärkt die aej strukturelle Unterstützungsangebote für Betroffene rechtsextremer Gewalt. Es soll geprüft werden, ob bestehende Versicherungsleistungen rechtliche Schritte abdecken, gegebenenfalls macht sich die aej für deren Erweiterungen stark. Daneben soll eine umfassende Übersicht über staatliche, kirchliche und seelsorgerische Ansprechstellen entstehen. Weitere Prüfaufträge betreffen die Frage, ob die aej selbst eine Ansprechstelle oder koordinierende Unterstützungsstruktur bereitstellen kann.
„Mit den vier Beschlüssen setzen wir ein deutliches Zeichen: Wir stärken unsere Strukturen, wir investieren in Bildung, wir vermitteln Medienkompetenz und wir schaffen konkrete Unterstützung für Menschen, die sich gegen Rechtsextremismus engagieren. Diese Maßnahmen greifen ineinander und machen klar, dass wir christliche Werte und die demokratische Grundordnung aktiv verteidigen. Die Evangelische Jugend übernimmt Verantwortung – für junge Menschen, für unsere Engagierten und für eine offene, vielfältige Gesellschaft“, erklärt der aej-Vorsitzende Hansjörg Kopp.
Ergänzt wird dieses Maßnahmenpaket durch den Beschluss „Angriffe auf unsere Engagierten sind kein Einzelfall“, mit dem die aej ihre Solidarität mit allen Personen betont, die in kirchlichen oder evangelischen Kontexten angegriffen, diffamiert oder bedroht werden. Angesichts aktueller Fälle rechter Kampagnen fordert die aej kirchliche Institutionen und Jugendverbände auf, klare Kommunikationsstrategien gegen rechte Einflussnahme zu entwickeln. Die aej wird hierzu das Gespräch mit der EKD suchen, um Verfahren und Strategien gemeinsam zu erarbeiten.
aej-Generalsekretärin Dr. Annika Schreiter betont: „Unsere Engagierten erleben zunehmend Anfeindungen – online wie offline. Wir lassen sie damit nicht allein. Die aej wird Schutz, klare Verfahren und verlässliche Strukturen schaffen. Gleichzeitig investieren wir in Bildung, Medienkompetenz und politische Sprachfähigkeit junger Menschen. Das ist unser Auftrag aus dem Evangelium und unsere Verantwortung für die Demokratie.“
Die Beschlüsse bilden zusammen ein breit angelegtes Maßnahmenpaket, das die Evangelische Jugend in Deutschland in ihrer Haltung stärkt, Strukturen widerstandsfähiger macht und Engagierte schützt.
Beschlüsse der 137. aej-Mitgliederversammlung 2025
Beschluss 1 Stark gegen Rechtsextremismus: Widerstandsfähige Strukturen
Beschluss 2 Stark gegen Rechtsextremismus: Bildung ist Haltung – Jugend stark machen
Beschluss 3 Stark gegen Rechtsextremismus: Medienbildung und Jugendpolitik im Netz
Beschluss 4 Stark gegen Rechtsextremismus: Aktiv helfen
Beschluss 7 Stark gegen Rechtsextremismus: Angriffe auf unsere Engagierten sind kein Einzelfall
Die aej vertritt als Dachorganisation die Interessen der Evangelischen Jugend in Deutschland auf Bundesebene. 32 Mitgliedsorganisationen und acht außerordentliche Mitglieder arbeiten hier zusammen. Unter dem Leitbild Orientierung an Christus – Vielfalt als Chance – Selbstbestimmung von Kindern und Jugendlichen prägt Evangelische Jugend den persönlichen Glauben an Gott, verwirklicht Gerechtigkeit zwischen Menschen, Geschlechtern und Generationen und zeigt Wege in eine Welt voller Vielfalt auf. Evangelische Jugend schafft Räume für die Partizipation junger Menschen in Kirche, Politik und Gesellschaft und beteiligt sich an allen Entscheidungen, die junge Menschen betreffen.
Bei 10% der abgegebenen Stimmen zur diesjährigen Kirchenwahl half der neu entwickelte Church-O-Mat bei der Wahlentscheidung
Der erstmals zu einer Kirchenwahl eingesetzte Church-O-Mat hat sich als großer Erfolg erwiesen: Von rund 390.000 Wählenden der Evangelischen Landeskirche in Württemberg nutzten über 40.000 Menschen die digitale Wahlentscheidungshilfe. Damit orientierte sich etwa jede zehnte Stimmabgabe zur Landessynodalwahl am Church-O-Mat. Die Initiatoren zeigen sich überwältigt von der positiven Resonanz. Die hohe Nutzungszahl sei ein deutliches Zeichen für das große Interesse an Beteiligung, Transparenz und Mitgestaltung in der Kirche.
Der Church-O-Mat ist aus einer ehrenamtlichen Initiative junger Engagierter aus der evangelischen Jugendarbeit entstanden. In einem Thesenworkshop entwickelten Jugendliche und junge Erwachsene gemeinsam mit Expert:innen aus Kirche und Theologie insgesamt 30 Thesen zu aktuellen kirchenpolitischen Fragen. Ziel war es von Beginn an, insbesondere junge Menschen für die Kirchenwahl zu begeistern und einen niedrigschwelligen Zugang zu kirchlichen Themen zu ermöglichen.
Besonders intensiv wurde der Church-O-Mat in den Wahlkreisen Esslingen mit rund 5.700 Nutzer:innen, Ludwigsburg mit etwa 5.300, Böblingen mit rund 4.200, Stuttgart mit etwa 4.000 sowie Tübingen mit circa 3.800 Nutzer:innen genutzt. Die Zahlen zeigen, dass das Angebot landesweit angenommen und als ernsthafte Orientierungshilfe wahrgenommen wurde.
Für die Wahl zur Landessynode kandidierten 159 Personen, von denen sich 156 aktiv am Church-O-Mat beteiligten und ihre Positionen zu den Thesen angaben. Viele nutzten das Angebot auch gezielt im Wahlkampf, unter anderem über Social Media. Auf diese Weise konnten sich die Wähler:innen ein differenziertes Bild von Haltungen und inhaltlichen Schwerpunkten machen.
Der Church-O-Mat verstand sich nicht nur als technische Entscheidungshilfe, sondern auch als Plattform für die inhaltliche Auseinandersetzung mit kirchlichen Zukunftsfragen. Das Themenspektrum reichte von Glaubensfragen über soziale Verantwortung bis hin zur Rolle der Kirche in Politik und Gesellschaft. Ziel sei es gewesen, die Vielfalt kirchlicher Positionen sichtbar zu machen und zu verdeutlichen, dass jede Stimme zählt. Der Church-O-Mat habe viele Menschen zum Nachdenken und zum Austausch angeregt.
Angesichts des großen Zuspruchs könnte der Church-O-Mat bei zukünftigen Kirchenwahlen offiziell in die Wahlvorbereitung und -werbung eingebunden werden. Damit ließen sich sowohl die Identifikation mit der Kirche als auch die Wahlbeteiligung weiter stärken. Insgesamt zeige der Erfolg des Projekts, dass Kirche von Beteiligung, Meinungsvielfalt und Verantwortung lebe.
Wehrdienstdebatte darf nicht über die Köpfe junger Menschen hinweg geführt werden
Die geplante Reform des Wehrdienstes wirft weitreichende Fragen für junge Menschen auf. Mit dem Wehrdienstmodernisierungsgesetz (WDModG) ist vorgesehen, dass ab 2026 komplette Jahrgänge angeschrieben und ab 2027 verpflichtend gemustert werden. Die Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland e. V. (aej) beobachtet diese Entwicklungen aufmerksam und betont: Die gesellschaftliche Debatte über die Folgen des Gesetzes muss jetzt geführt werden – und sie darf nicht über die Köpfe junger Menschen hinweg geführt werden. Auch die aej-Mitgliederversammlung 2025, die vom 21. bis 23. November in Plön tagte, hat sich mit dem Thema befasst und die Bedeutung einer breiten öffentlichen Auseinandersetzung hervorgehoben.
Das Gesetzesvorhaben hat bereits jetzt spürbare Auswirkungen: Viele Jugendliche und junge Erwachsene sind verunsichert. Fragen nach persönlicher Zukunft, Gewissensentscheidungen, Alternativen und sozialem Druck stehen im Raum. Gleichzeitig ist die Präsenz von Bundeswehrwerbung im Alltag junger Menschen deutlich gestiegen – in sozialen Medien, an Schulen, im öffentlichen Raum. Dagegen kommen gesellschaftliche Diskussionen über Alternativen, Entscheidungsmöglichkeiten und Belastungen junger Menschen oft zu kurz. Die aej sieht deshalb einen hohen Bedarf, offene Räume für Diskussion, Beratung und Orientierung zu schaffen.
Evangelische Jugendarbeit ist nah an der Lebenswelt junger Menschen. Sie bietet Gesprächskultur, vertraute Ansprechpersonen und einen geschützten sozialen Rahmen, in dem Fragen, Zweifel und Entscheidungen ernst genommen werden. Aus dieser Nähe heraus setzt sich die aej dafür ein, dass junge Menschen mit ihren Perspektiven, Bedürfnissen und Sorgen im Zentrum der öffentlichen Debatte stehen – und dass sie an den politischen Aushandlungsprozessen beteiligt werden.
Darüber hinaus macht die aej deutlich, dass junge Menschen echte Wahlmöglichkeiten brauchen. Die Evangelische Jugend setzt sich seit vielen Jahren für starke, qualitativ hochwertige und auskömmlich finanzierte Freiwilligendienste ein. Diese Angebote ermöglichen jungen Menschen, sich freiwillig zu engagieren, Verantwortung zu übernehmen und gesellschaftliche Erfahrungen zu sammeln – ohne Zwang und ohne sozioökonomischen Druck. Die aej wird sich daher weiterhin dafür einsetzen, dass Freiwilligendienste ausgebaut, gerecht finanziert und gegenüber verpflichtenden Diensten gestärkt werden. Denn wenn Freiwilligendienste nur ein kleines Taschengeld bedeuten und der Wehrdienst gegenüber Einstiegsgehältern überdurchschnittlich gut bezahlt wird, ist Wahlfreiheit insbesondere für junge Menschen aus finanziell belasteten Familien nicht gegeben.
„Junge Menschen dürfen in dieser Debatte nicht übergangen werden“, sagt der aej-Vorsitzende Hansjörg Kopp. „Wenn ganze Jahrgänge angeschrieben oder gemustert werden sollen, braucht es Transparenz, Alternativen und Raum zur eigenen Gewissensbildung. Evangelische Jugendarbeit steht jungen Menschen dabei verlässlich zur Seite – nicht mit Druck, sondern mit Orientierung und professioneller Begleitung.“
„Wir nehmen die Sorgen und Fragen junger Menschen sehr ernst“, ergänzt Dr. Annika Schreiter, Generalsekretärin der aej. „Es geht hier um Lebensentscheidungen, die mit Verantwortung, Unsicherheiten und persönlicher Haltung verbunden sind. Die aej wird Räume schaffen, in denen junge Menschen informiert, beraten und gestärkt werden – unabhängig davon, wie sie sich entscheiden. Dabei bleiben wir klar an ihrer Seite.“
Die aej wird das Thema weiterhin aktiv begleiten und sich an der öffentlichen Debatte beteiligen – mit dem Ziel, junge Menschen zu stärken, zu schützen und ihnen Orientierung zu geben.
Beschluss der 137. aej-Mitgliederversammlung: Wehrdienst – Weckruf!
Die aej vertritt als Dachorganisation die Interessen der Evangelischen Jugend in Deutschland auf Bundesebene. 32 Mitgliedsorganisationen und acht außerordentliche Mitglieder arbeiten hier zusammen. Unter dem Leitbild Orientierung an Christus – Vielfalt als Chance – Selbstbestimmung von Kindern und Jugendlichen prägt Evangelische Jugend den persönlichen Glauben an Gott, verwirklicht Gerechtigkeit zwischen Menschen, Geschlechtern und Generationen und zeigt Wege in eine Welt voller Vielfalt auf. Evangelische Jugend schafft Räume für die Partizipation junger Menschen in Kirche, Politik und Gesellschaft und beteiligt sich an allen Entscheidungen, die junge Menschen betreffen.