Hier berichten Teilnehmende der Learning Communities 2013-2017 und der aktuellen Lernenden Gemeinschaften von ihren Erfahrungen mit dem Format und was sich durch die Teilnahme in ihrer Organisation verändert hat.

Achim Berger ist 1. Vorsitzender des CVJM Mundelsheim und als Teamverantwortlicher bei der aktuellen Lernenden Gemeinschaft 2017-2019 dabei. Sein Feedback zur ersten Wochenend-Session:

 

So haben wir die erste Session erlebt:

Die Wochenend-Session war gut vorbereitet und wir fühlten uns an den Tagen gut begleitet. Insgesamt haben wir die Zeit als sehr intensiv und dicht erlebt. Es gab Raum für maximale Kreativität, die dann durch den zielführenden Ablauf in die Wirklichkeit geholt wurde. Wir haben euch vertraut und sind nicht enttäuscht worden. Es gab Mut für neue Ideen und das Wochenende hat Appetit auf Weite gemacht.

Das hat die erste Wochenend-Session bei uns bewirkt:
Wir sind motiviert! Durch das intensive Arbeiten und den Austausch sehen wir einen klaren Weg vor uns. Im Verlauf des Wochenendes gab es viel Raum um uns als Team auszutauschen und uns auch mit anderen zu unterhalten. Das hat unseren Blick erweitert. Wir haben durch die geschärfte Wahrnehmung Ängste entdecken können und diese in das Ziel mit eingearbeitet. Das ergebnisorientierte Format des Wochenendes war eine große Hilfe um konkrete Schritte zu planen. Als Ergebnis haben wir einen 3-Jahres-Plan erstellt.


So gehen wir weiter:
Schon eine Woche nach der Session haben wir uns als Team wieder getroffen. Durch das Erkennen der Ängste haben wir diese in unsere Überlegungen aufnehmen und entkräften können. Wir arbeiten an der Umsetzung unseres Konzepts. Vor uns liegt jetzt Arbeit, Arbeit, Arbeit, ... :-) Und die Motivation: "Ja das könnte funktionieren!"

Siggi Waldmann vom CVJM Langenburg hat mit einem Team an der Learning Community 2013-2015 teilgenommen. Im Interview erzählt er von seinen Erfahrungen mit dem Format und den Veränderungen im CVJM Langenburg.

Foto: Siggi Waldmann

 

Welche Veränderungen konnten Sie durch die Learning Community beobachten?

Durch die Learning Community sind wir als CVJM Ausschuss stärker über inhaltliche Aspekte unserer Arbeit ins Gespräch gekommen. Wir haben mehr aufeinander gehört, anstatt "nur" gemeinsam Arbeitsaufträge durchzuziehen. Das war ein sehr positiver Aspekt.
Des weiteren wurde innerhalb des Ausschusses vor allem die Mitarbeiterbegleitung stärker unter die Lupe genommen. Als Ausschussmitglieder haben wir unsere jeweils eigene Art, Mitarbeiter zu begleiten, eigene Gaben und Begrenzungen bewusst wahrgenommen und gemeinsam durchgesprochen. Die Mitarbeiterbegleitung wurde in jährlich stattfindenden Mitarbeitergesprächen verstärkt.

Wie hat die Teilnahme an der Learning Community die Mitarbeiter in ihrer Leitungskompetenz vorangebracht?

Gerade die beiden Mitarbeiter, die an allen vier Wochenenden teilnahmen, haben stärker das eigene Handeln reflektiert und dadurch mehr inhaltliche und organisatorische Gedanken in den Ausschuss eingebracht. Dabei haben sie bewusst auch Handwerkszeug der Leitung und Durchfürung einer Gruppe oder eines Abend eingesetzt und sich darüber Gedanken gemacht.
Auch die weiteren Mitarbeiter, die an Learning Community Wochenenden teilnahmen, kamen mit neuen Ideen zur Umsetzung in Leitung und Durchführung von Gruppenangeboten zurück und setzen diese vor allem im Bereich der Mitarbeiterförderung gut ein

Was ist aus Ihrer Sicht der größte Nutzen für den CVJM und den gesamten Bezirk?

Die größten Stärkung erfuhren wir durch Learning Community in zwei Bereichen: zum einen wurde der Bereich der Mitarbeiterförderung weiter ausgebaut und vor allem durch regelmäßige Mitarbeitergespräche gestärkt. Zum anderen sind wir als Leitungsgremium des CVJM stärker über inhaltliche Aspekte unserer Arbeit in den Austausch genommen. Hierfür haben wir uns bewusster Zeit genommen - davon profitiert die Arbeit sehr!

Die Jugendkirche ZAGG aus Aalen hat an der Learning Community 2015-2017 teilgenommen. Ramona Büchinger war Teil des Teams und berichtet wie das Format der Jugendkirche geholfen hat.

 

Was war für euch als Jugendkirche der größte Nutzen der Lernenden Gemeinschaft?

Wir haben sehr davon profitiert, dass wir in dem Learning-Community-Prozess Zeit hatten um miteinander ins Gespräch zu kommen, was uns für unsere Jugendkirche in Aalen wichtig ist, zu reflektieren wie es im Moment aussieht und auf Gott zu hören was seine Pläne für die Zukunft sind. Dafür waren vor allem die Wochenenden sehr wertvoll, die für uns (etwas) wie  „angeleitete Klausurwochenenden“ waren. Insbesondere für uns ehrenamtliche Mitarbeiter in der Jugendarbeit waren die neuen und sehr guten Impulse wichtig, um uns über unsere Vision klar zu werden und die Richtung in die es gehen soll, bewusst durch die Planung konkreter Schritte zu lenken. Hilfreich und ermutigend war es auch von anderen Gruppen und ihren Erfahrungen zu hören.

Wie hat sich die Teilnahme auf euer Miteinander ausgewirkt?

Eine veränderte Gemeinschaft fängt mit veränderten Menschen an. Durch die Impulse und das Vorleben der Mitarbeiter der Learning Community und auch die persönliche Begleitung  zwischen den Wochenenden (in Kleingruppen, den sogenannten HUT-Gruppen) haben zunächst einmal wir selbst uns verändert. Bei der Learning Community haben wir erlebt wie bereichernd es ist, sein Leben für andere zu öffnen und seinen Glauben ehrlich und authentisch im Alltag und in Gemeinschaft zu leben. Dadurch dass so viel und geduldig in uns investiert wurde, sind wir ermutigt auch in andere Menschen zu investieren und das weiterzugeben, was wir selbst erleben durften.

 

Welche konkreten Veränderungen für euch als Gemeinde wurden durch die Teilnahme angestoßen?

Die größte Veränderung durch das Learning Community war bei uns das Umdenken von „Jugendarbeit, die durch Programm gestaltet wird“ zu „Jugendarbeit, die durch Beziehung gestaltet wird“. Dieses Umdenken hat sehr viel Zeit gebraucht und ist auch immer noch im Prozess. Deshalb haben wir nach der ersten Learning Community Runde auch beschlossen gleich eine zweite Runde anzuhängen, da wir gemerkt haben, dass eine andauernde und nachhaltige Veränderung Zeit braucht.

 

 

Daniela Röhrle hat mit einem Team des CVJM Welzheim an der Lernenden Gemeinschaft 2013-2015 teilgenommen. Im Interview berichtet sie, was sich dadurch bei ihnen verändert hat.

 

Welche Veränderungen wurden durch die Lernende Gemeinschaft bei euch im CVJM angestoßen?

Bei uns im Team wurde eine große Sehnsucht geweckt, zukünftig mehr Zeit dafür zu nutzen unseren Glauben mit anderen zu teilen und mehr in persönliche Beziehungen als in Programme zu investieren. Uns wurde bewusst, dass wir von vielen Mitgliedern wissen, was sie praktisch machen, in welcher Gruppe sie z.B. mitarbeiten, aber wenig darüber, wie es ihnen geht und wo sie im Glauben stehen. Wir haben uns Gedanken gemacht, wie es in Zukunft gelingen kann, persönlichen Austausch mehr und mehr zu leben und gemeinsam im Glauben zu wachsen. Das betrifft zum einen die Zusammenarbeit innerhalb der Mitarbeiterschaft und zum anderen den Kontakt mit den Teilnehmern unserer Gruppen und Kreise. Zudem wurden wir darin bestärkt, unseren Weg hin zu den Menschen außerhalb von CVJM und Kirchengemeinde, den wir durch unser Engagement an den Schulen bereits begonnenen haben, weiter zu intensivieren.

 

Wie hat sich die Lernende Gemeinschaft ganz praktisch ausgewirkt?

Durch die positiven Erfahrungen Einzelner im Vorfeld und ganz konkret durch die Begleitung der zwei dauerhaft teilnehmenden Personen im Leiterhuddle* entstand der Wunsch, ein ähnliches, auf unseren CVJM angepasstes Kleingruppenangebot zu schaffen. Dadurch wollen wir  in Mitarbeitende und Interessierte investieren und sie in ihrem Glauben und ihrer Mitarbeiterschaft begleiten. Hierbei wurden uns v.a. zwei Elemente wichtig: Zum einen das  Hören auf das, was Gott uns sagen will und zum anderen konkrete, kleine gehbare Schritte zu planen und diese im Alltag umzusetzen. Daraus haben sich unsere „HuT- Gruppen“ (Hören und Tun) entwickelt, die sich seither als großer Segen erweisen. Zudem war die Idee, den bestehenden Mitarbeiterkreis anders zu konzipieren, um einzelne Elemente gezielter gestalten zu können. Daraus sind drei eigenständige Teams entstanden, die neben den nun in der Anzahl reduzierten organisatorisch geprägten Treffen regelmäßig Sing and Pray-Abende und thematische Abende veranstalten und auch hier eine wertvolle Möglichkeit bieten, Glauben gemeinsam zu leben und zu teilen. Unser Traum eines offenen Jugendtreffs als niederschwelliges Angebot ist bislang leider an geeigneten bzw. bezahlbaren Räumlichkeiten gescheitert. Ein Ziel für die Zukunft wird sein, hier Alternativen zu finden, um mehr und mehr auch Jugendliche anderer Milieus zu erreichen.

*Anmerkung: Huddles sind Kleingruppen, die sich regelmäßig austauschen und dabei von einem Coach begleitet werden.

 

Wie hat die Teilnahme das Miteinander des Gesamt-CVJM und die Leitungskultur geprägt?

Unser Anliegen war es, nicht nur kurzfristig etwas zu „installieren“, sondern langfristig eine Kultur des gemeinsamen Glaubens und des persönlichen Austausches zu prägen. Damit wollten wir bei uns selbst als Leitung beginnen. Unsere Sitzungen waren, abgesehen von einer kurzen Andacht zu Beginn, von organisatorischen Themen und Sachthemen bestimmt. Motiviert durch die Erfahrungen auf der Lernenden Gemeinschaft nehmen wir uns seither in den Sitzungen zu Beginn 45 Minuten Zeit zum persönlichen Austausch. Dabei denken wir auch über Glaubensthemen nach und reflektieren, wo wir mit diesen Themen stehen, was wir uns wünschen und wie wir unsere Erkenntnisse ganz konkret in unserer wöchentlichen Arbeit umsetzen können. Ich empfinde das als eine sehr wertvoll investierte Zeit, die in die restliche Sitzung hineinwirkt und an manchen Stellen sicherlich auch den Fokus verändert. Durch die verschiedenen Veränderungen beginnt der Umgang innerhalb des CVJM umfassender und persönlicher zu werden, zum Teil auch zwischen Personen, die zuvor wenig Kontakt hatten.

Wir sind an diesem Wochenende zusammengerückt, nicht zuletzt auch als geistliche Gemeinschaft, indem wir gemeinsam auf Gott gehört, gesungen und gebetet haben. Konkretes Ergebnis des Wochenendes sind Pläne für die nächsten Schritte in den Teams (Kirchengemeinden u. ejCR), die in den nächsten 6 Monaten gegangen werden sollen. Deshalb bin ich zuversichtlich, dass das Wochenende tatsächlich Folgen für die Jugendarbeit in den Gemeinden und im Bezirk hat.
Das Wochenende war eine Bereicherung auch für mich persönlich, und ich hoffe, dass noch weitere Gemeinden aus dem Bezirk beim nächsten Wochenende im Oktober dabei sein werden. Denn die Zukunft der Kirche liegt daran, dass wir Kinder und Jugendliche mit dem Evangelium von Jesus Chris
tus erreichen.“

Tobias Dürr, Pfarrer der Evang. Gemeinde Wildenstein

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„Anstrengend, aber gut. Ohne das Coaching / die Moderation wären wir nie in so kurzer Zeit so produktiv gewesen."

Julia Bender, Mitglied im Bezirkarbeitskreis (BAK) des Evang. Jugendwerks Bezirk Crailsheim

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 „Das Wochenende war superanstrengend. Aber der ständige Austausch auf verschiedenen Ebenen, das gegenseitige intensive Zuhören, das Einnehmen verschiedener Blickwinkel und das Ringen um ein echtes Verständnis des anderen haben sich gelohnt. Danach hat man das Gefühl, wirklich zu wissen, was man will. Und es ist großartig, es dann auch ausprobieren und umsetzen zu dürfen.“

Uwe Langsam, Pfarrer der Evang. Johanneskirchengemeinde Crailsheim

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„Es war ein anstrengendes und arbeitsintensives Wochenende, aber ich war positiv überrascht, wie akribisch dieses Wochenende vorbereitet und durchgeführt wurde. Es hat mir auch wieder gezeigt, wie wichtig es ist, nicht nur die eigene Gemeinde im Blick zu haben, sondern ab und zu mal einen Blick über den Tellerrand hinaus zu anderen Gemeinden zu wagen.“

Ulrike Niever, Kirchengemeinderätin in Altenmünster

 

 

 

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