„Church-O-Mat“ half bei jeder zehnten Wahlentscheidung

03.12.2025 | Henrik Struve - Landesjugendreferent für Jugendpolitik im EJW

Bei 10% der abgegebenen Stimmen zur diesjährigen Kirchenwahl half der neu entwickelte Church-O-Mat bei der Wahlentscheidung

Der erstmals zu einer Kirchenwahl eingesetzte Church-O-Mat hat sich als großer Erfolg erwiesen: Von rund 390.000 Wählenden der Evangelischen Landeskirche in Württemberg nutzten über 40.000 Menschen die digitale Wahlentscheidungshilfe. Damit orientierte sich etwa jede zehnte Stimmabgabe zur Landessynodalwahl am Church-O-Mat. Die Initiatoren zeigen sich überwältigt von der positiven Resonanz. Die hohe Nutzungszahl sei ein deutliches Zeichen für das große Interesse an Beteiligung, Transparenz und Mitgestaltung in der Kirche.

Der Church-O-Mat ist aus einer ehrenamtlichen Initiative junger Engagierter aus der evangelischen Jugendarbeit entstanden. In einem Thesenworkshop entwickelten Jugendliche und junge Erwachsene gemeinsam mit Expert:innen aus Kirche und Theologie insgesamt 30 Thesen zu aktuellen kirchenpolitischen Fragen. Ziel war es von Beginn an, insbesondere junge Menschen für die Kirchenwahl zu begeistern und einen niedrigschwelligen Zugang zu kirchlichen Themen zu ermöglichen.

Besonders intensiv wurde der Church-O-Mat in den Wahlkreisen Esslingen mit rund 5.700 Nutzer:innen, Ludwigsburg mit etwa 5.300, Böblingen mit rund 4.200, Stuttgart mit etwa 4.000 sowie Tübingen mit circa 3.800 Nutzer:innen genutzt. Die Zahlen zeigen, dass das Angebot landesweit angenommen und als ernsthafte Orientierungshilfe wahrgenommen wurde.

Für die Wahl zur Landessynode kandidierten 159 Personen, von denen sich 156 aktiv am Church-O-Mat beteiligten und ihre Positionen zu den Thesen angaben. Viele nutzten das Angebot auch gezielt im Wahlkampf, unter anderem über Social Media. Auf diese Weise konnten sich die Wähler:innen ein differenziertes Bild von Haltungen und inhaltlichen Schwerpunkten machen.

Der Church-O-Mat verstand sich nicht nur als technische Entscheidungshilfe, sondern auch als Plattform für die inhaltliche Auseinandersetzung mit kirchlichen Zukunftsfragen. Das Themenspektrum reichte von Glaubensfragen über soziale Verantwortung bis hin zur Rolle der Kirche in Politik und Gesellschaft. Ziel sei es gewesen, die Vielfalt kirchlicher Positionen sichtbar zu machen und zu verdeutlichen, dass jede Stimme zählt. Der Church-O-Mat habe viele Menschen zum Nachdenken und zum Austausch angeregt.

Angesichts des großen Zuspruchs könnte der Church-O-Mat bei zukünftigen Kirchenwahlen offiziell in die Wahlvorbereitung und -werbung eingebunden werden. Damit ließen sich sowohl die Identifikation mit der Kirche als auch die Wahlbeteiligung weiter stärken. Insgesamt zeige der Erfolg des Projekts, dass Kirche von Beteiligung, Meinungsvielfalt und Verantwortung lebe.

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