Für die Studie „Lust auf Ehrenamt wecken“ – durchgeführt von der Jugendstiftung Baden-Württemberg – wurden Antworten von knapp 2.000 Jugendlichen zum Thema Ehrenamt erfasst
Die Motivation von Jugendlichen im ländlichen Raum, sich ehrenamtlich zu engagieren, ist vor allem, anderen helfen zu wollen. Laut der Studie „Lust auf Ehrenamt wecken“ steht an erster Stelle der Wunsch, anderen zu helfen (56 Prozent), gefolgt von dem Wunsch, neue Erfahrungen zu machen (37 Prozent) und Zeit mit Freunden zu verbringen (26 Prozent). Hindernisse sind die hohe zeitliche Belastung durch Schule und Freizeit, aber auch Bedenken hinsichtlich des großen Altersunterschieds zu anderen Ehrenamtlichen.
Jugendliche finden den Weg ins Ehrenamt vor allem durch Familie und Freunde
Der entscheidende Faktor für den Einstieg in ein Ehrenamt ist das soziale Umfeld. Mehr als die Hälfte der Ehrenamtlichen findet den Weg zum Ehrenamt über die eigene Familie oder den Freundeskreis, wohingegen soziale Medien nur eine geringe Rolle spielen. Neben persönlichen Vorteilen, wie Zertifikaten für den Lebenslauf oder einem Kompetenznachweis, wünschen sich die Jugendlichen mehr eigene Entscheidungsräume, um ihre Ideen umzusetzen.
34 Prozent der Nicht-Engagierten können sich vorstellen, ein Ehrenamt zu übernehmen. 43 Prozent der Befragten haben darüber noch nicht nachgedacht oder keine Informationen über mögliche Ehrenämter. Hier gebe es ein großes Potenzial, so die Studie. Lediglich jede vierte Nicht-Engagierte Person lehnt ein Ehrenamt prinzipiell ab.
Die Studie wurde vom Kabinettsausschuss Ländlicher Raum in Auftrag gegeben und von der Jugendstiftung Baden-Württemberg durchgeführt. Die Untersuchung basiert auf einer Online-Befragung von 1.936 Jugendlichen im Alter zwischen 15 bis 19 Jahren aus allgemeinbildenden und beruflichen Gymnasien, Gemeinschaftsschulen, Realschulen und Berufskollegs sowie auf ergänzenden Fokusinterviews und Best-Practice-Beispielen im Ländlichen Raum. Derzeit leben rund 3,8 Millionen Menschen im Ländlichen Raum in Baden-Württemberg. Ein Viertel davon sind Jugendliche zwischen 15 und 25 Jahren.
An der Studie nahmen auch jugendliche Engagierte aus dem Kontext des Evangelischen Jugendwerks in Württemberg (EJW) teil. Das EJW koordiniert, fördert und gestaltet die evangelische Jugendarbeit in Württemberg. Insgesamt engagieren sich im Bereich des EJW über 35.000 Personen zumeist ehrenamtlich für die evangelische Kinder- und Jugendarbeit. Das EJW arbeitet selbstständig im Auftrag der Evangelischen Landeskirche in Württemberg und mit einem großen Netzwerk an Partnern.