15 Jahre Bundes­freiwilligendienst: Erfolgsmodell mit Zukunft

01.07.2026 | Georg Rühle - Landesreferent Freiwilligendienst im EJW

Evangelisches Jugendwerk in Württemberg zieht Bilanz und fordert Stärkung der Freiwilligendienste

Am 1. Juli 2011 wurde der Bundesfreiwilligendienst (BFD) eingeführt. Anlass war die Aussetzung der Wehrpflicht und das damit verbundene Ende des Zivildienstes. Ziel war es, die wegfallenden Zivildienstleistenden im sozialen Bereich zu ersetzen und zugleich bürgerschaftliches Engagement zu stärken.

15 Jahre später zeigt sich: Der BFD hat sich gemeinsam mit dem Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) zu einer Erfolgsgeschichte entwickelt. Auch im Evangelischen Jugendwerk in Württemberg (EJW) leisten jedes Jahr zahlreiche junge Menschen einen Freiwilligendienst. Viele von ihnen engagieren sich anschließend weiterhin ehrenamtlich oder hauptamtlich in Kirchengemeinden, Jugendwerken und sozialen Einrichtungen.

„Freiwilligendienste sind ein Gewinn für alle Beteiligten – für die Freiwilligen selbst, für die Einsatzstellen und für die Gesellschaft insgesamt“, betont Georg Rühle, zuständiger Landesreferent für die Freiwilligendienstarbeit im EJW. Eva Mader, ehemalige Freiwillige in der EJW-Landesstelle fügt hinzu: „Ich bin dankbar für die Erfahrungen im Freiwilligendienst, weil ich viele neue Menschen getroffen habe, neue Perspektiven gewinnen konnte und viel über die Zusammenarbeit mit Menschen gelernt habe. Besonders dankbar bin ich auch für die Bestärkung und Ermutigung, die ich durch viele Menschen erfahren durfte.“

Die Einführung des BFD stellte Träger und Einsatzstellen zunächst vor große Herausforderungen. Neue Strukturen mussten aufgebaut, bestehende Zivildienstplätze in Freiwilligenplätze umgewandelt und pädagogische Begleitangebote geschaffen werden. Dank des Engagements zahlreicher Träger und Einrichtungen konnte der neue Dienst jedoch erfolgreich etabliert werden.

Heute stehen die Freiwilligendienste erneut vor wichtigen Weichenstellungen. Vor dem Hintergrund sicherheitspolitischer Veränderungen und der Diskussion über neue Wehr- und Zivildienstmodelle rücken Fragen nach gesellschaftlichem Engagement, demokratischer Teilhabe und Resilienz wieder stärker in den Fokus.

Aus den Erfahrungen der vergangenen 15 Jahre erwachsen vier zentrale Erkenntnisse und Forderungen:

  • Neue Dienstformate können nur gemeinsam mit der Zivilgesellschaft entwickelt und umgesetzt werden.
  • Zivilgesellschaftliche Strukturen müssen verlässlich finanziert und nachhaltig gestärkt werden.
  • Die Vielfalt der Einsatzfelder, Träger und Wertegemeinschaften ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor der Freiwilligendienste und muss erhalten bleiben.
  • Eine qualifizierte pädagogische Begleitung der Freiwilligen benötigt dauerhaft ausreichende und verlässliche Fördermittel.

Das EJW setzt sich dafür ein, dass diese Erfahrungen in die aktuellen politischen Überlegungen zur Weiterentwicklung der Dienste einfließen.

Gleichzeitig möchte das EJW weitere Kirchengemeinden, Ortsjugendwerke und soziale Einrichtungen ermutigen, Einsatzstelle für Freiwilligendienste im EJW zu werden. Als erfahrener Träger begleitet das EJW neue Einsatzstellen umfassend und übernimmt als Service auch die gesamte Personalverwaltung und -abrechnung.

Gemeinsam mit bisherigen und neuen Einsatzstellen und engagierten jungen Menschen möchte das Evangelische Jugendwerk in Württemberg die Erfolgsgeschichte der Freiwilligendienste auch in Zukunft weiterschreiben.

Weitere Informationen: www.ejw-freiwilligendienst.de

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