Mit Injera und Kaffee: Ein Dankeschön an den Posaunenchor

21.11.2025 | Redaktion: Gisela Schweiker

Seit über 50 Jahren spendet der Steinheimer Posaunenchor die Erlöse seines Christbaumverkaufs für einen guten Zweck (und seit 15 Jahren auch den der OrangenAktion). In den vergangenen Jahren kam das Geld Projekten des EJW-Weltdienstes zugute – und genau dafür gab es nun ein besonderes Dankeschön : einen äthiopischen Koch- und Schlemmerabend für alle Helferinnen und Helfer.

Vier Mitarbeitende des EJW-Weltdienstes stellten die Arbeit des YMCA in Äthiopien vor – schließlich soll der Posaunenchor wissen, wo seine Unterstützung wirkt. Und es wurde gemeinsam gekocht: Mit tatkräftiger Hilfe des Chors und vieler Unterstützerinnen und Unterstützer entstanden fünf typische äthiopische Gerichte, die man sich anschließend schmecken ließ. Den Abschluss machte eine Zeremonie mit äthiopischem Kaffee und – tatsächlich – Popcorn, das in Äthiopien ganz selbstverständlich zum Kaffee gereicht wird.

Auch in diesem Jahr organisiert der Posaunenchor wieder den Christbaumverkauf: am 6. Dezember 2025 kann vor der Peterskirche in Steinheim am Albuch ein Weihnachtsbaum erworben werden – und wie seit über 50 Jahren fließt der Erlös wieder in ein gutes Projekt.

Und wer jetzt auf den Geschmack gekommen ist – wir kommen gerne auch in eure Gemeinde, den CVJM oder (Posaunen-)Chor und kochen mit euch!

Informationen: Kochabend Äthiopien

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Kochen, Essen und Äthiopien erleben – Ein Abend für alle Sinne!

Ihr liebt gutes Essen und seid neugierig auf andere Kulturen? Dann haben wir genau das Richtige für euch! Taucht mit uns ein in die spannende Welt Äthiopiens – durch Kochen, Essen und Geschichten.

Gemeinsam bereiten wir traditionelle äthiopische Gerichte zu, wie zum Beispiel:

  • Doro Wot – würziges Hähnchen in scharfer Sauce
  • Shiro – ein köstliches Kichererbsenpüree
  • Alisha Wot – ein Gemüseeintopf mit Kraut, Karotten und Kartoffeln
  • Injera – die typisch äthiopischen Sauerteigfladen, als Beilage und Besteckersatz

Wie läuft ein Kochabend ab?

  • Wir kommen zu euch, in eure Küche – egal ob Jugendgruppe, Chor, Gemeinde oder OrangenAktions-Gruppe!
  • Wir bringen alles mit: Zutaten, Rezepte und unser Wissen über äthiopische Kochkunst.
  • In etwa 90 Minuten schnippeln, brutzeln und kochen wir zusammen.

Danach genießen wir das Essen – natürlich im äthiopischen Stil. Nebenbei erhaltet ihr spannende Einblicke in die Partnerschaft des EJW-Weltdienstes mit dem YMCA Äthiopien und lernt mehr über Land und Leute. Der Kochabend ist für ca. 15 – 20 Leute zum Kochen und Vorbereiten und insgesamt bis zu 40 Leute zum Essen geplant.

Neugierig geworden? Meldet euch bei uns und holt euch den Geschmack Äthiopiens direkt zu euch!
Mail: weltdienst@ejwue.de
Tel.: 0711 9781-350

Wir freuen uns darauf, mit euch Äthiopien zu erleben!
Herzliche Grüße, euer EJW-Weltdienst-Team

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YMCA Adwa ist ein starkes Zeichen für Resilienz, Hoffnung und die Kraft von Gemeinschaft

Der YMCA in Adwa, im Norden Äthiopiens in der Region Tigray, hat in den vergangenen Jahren eine besonders schwere Zeit durchlebt. Der Bürgerkrieg hat tiefe Spuren hinterlassen: Der YMCA-Compound wurde zeitweise als Flüchtlingslager genutzt, die reguläre Arbeit kam fast vollständig zum Erliegen, und auch die Kommunikation mit der Außenwelt war stark eingeschränkt.

Umso beeindruckender war unser Besuch im März 2025. Von der schwierigen Vergangenheit ist auf den ersten Blick kaum etwas zu spüren. Der YMCA-Compound ist voller Leben: Kinder spielen Fußball, ein Volleyballturnier läuft, Jugendliche treffen sich in Gruppen und auch die Kindergartenarbeit sowie das Foster-Children-Programm sind wieder in vollem Gange. Es herrscht eine spürbare Aufbruchsstimmung – geprägt von Hoffnung, Energie und Gemeinschaft.

Ein besonderer Moment war die Begegnung mit Solomon, dem neuen Branch Manager des YMCA Adwa. Für uns war es mehr als ein Kennenlernen – es war ein Wiedersehen nach 20 Jahren. Solomon war selbst im Jahr 2006 Foster Child im YMCA-Programm. Inzwischen hat er ein Studium in Physiotherapie und Sozialer Arbeit abgeschlossen und ist nun zurückgekehrt, um den YMCA in seiner Heimatstadt mitzugestalten. Seine Rückkehr ist mehr als ein beruflicher Schritt – sie ist ein Herzensanliegen. Solomon bringt nicht nur fachliche Kompetenz mit, sondern auch persönliche Erfahrung, Leidenschaft und eine tiefe Verbundenheit mit der YMCA-Arbeit. Es ist spürbar: Er macht diesen Job nicht nur mit dem Kopf, sondern mit dem Herzen.

Unterstützt wird Solomon von einem neu gewählten, hochmotivierten Board, das sich mit viel Einsatz und frischen Ideen für die Weiterentwicklung des YMCA einsetzt. In Gesprächen mit den Mitgliedern wurde deutlich, wie groß die Bereitschaft ist, Verantwortung zu übernehmen und gemeinsam neue Wege zu gehen. Die Kombination aus einem engagierten Leitungsteam und einer aktiven Mitgliedschaft gibt Anlass zur Hoffnung – und zeigt, welches Potenzial in dieser Gemeinschaft steckt.

Wir sind tief beeindruckt, wie lebendig und aktiv der YMCA Adwa heute wieder ist. Trotz aller Herausforderungen der vergangenen Jahre ist es gelungen, Angebote zu entwickeln, neue Strukturen aufzubauen, junge Menschen zu erreichen und Perspektiven zu schaffen. Der YMCA Adwa ist ein starkes Zeichen für Resilienz, Hoffnung und die Kraft von Gemeinschaft.

Doch neben all den positiven Eindrücken wurde in Gesprächen auch eine tiefe Sorge spürbar: Die Angst vor einem erneuten Konflikt ist präsent. Einer unserer Partner brachte es in einem Satz auf den Punkt: „Please pray for peace.“ Diese Worte begleiten uns – und sie erinnern uns daran, wie wichtig unsere Verbundenheit und unser Gebet für unsere Partner vor Ort sind.

Weitere Informationen:
Äthiopien – Straßen- und Waisenkinder-Projekt

Danke, wenn Sie die Arbeit mit Straßen- und Waisenkindern in Äthiopien unterstützen!

Spendenkonto:
Evangelisches Jugendwerk in Württemberg / EJW-Weltdienst
Evangelische Bank (EB)
IBAN: DE24 5206 0410 0400 4054 85
BIC: GENODEF1EK1
Projekt-Nr. ETH105 – Äthiopien: Straßen- und Waisenkinderprojekt
(bitte geben Sie im Verwendungszweck eine Adresse für die Spendenbescheinigung oder Ihre Freundesnummer an)

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Zwei Jahre lang tobte im Norden Äthiopiens ein Bürgerkrieg. Der Tigray-Konflikt hat nicht nur Hunderttausende Menschenleben gefordert, sondern auch Hunderttausende in eine Hungersnot gestürzt. Die Welt schaute kaum auf diesen Krieg, die Gewalt und das Leid. Der EJW-Weltdienst, wir konnten nur zusehen – ohne Informationen, ohne Gespräche mit den YMCAs in Tigray. Finanzielle Hilfen konnten nur zu Beginn des Krieges geleistet werden.

Unsere Super-Heldinnen und -Helden spielen in der Frühstücksgeschichte auf dem YMCA-Gelände in Mekele mit. Jeden Morgen gegen sieben Uhr versammeln sich dort immer Kinder, ihre Mütter und ältere Frauen – hungrig nach einer Nacht voller Entbehrungen. In einer Halle auf dem Gelände sitzen die Menschen ruhig und geduldig auf dem Boden und warten auf ihr Frühstück. Für die Kinder gibt es zwei Brötchen und eine Tasse Tee.

Seit mehr als drei Jahren organisiert und verteilt der YMCA dieses Frühstück. Jeden Morgen finden sich etwa zehn ehrenamtliche Helferinnen und Helfer – heute sind das meine Heldinnen und Helden – zusammen, um die Mahlzeiten vorzubereiten und zu verteilen.

Eine von ihnen ist Fitsum. Sie ist Mitte dreißig und betreibt ein kleines Café am Taxibahnhof, sie ist alleinerziehend mit zwei Töchtern. Doch jeden Morgen helfen sie und ihre Tochter Azeema bei der Zubereitung des Tees und der Verteilung der Lebensmittel.

Die Menschen sind unendlich dankbar für diese direkte Hilfe vor Ort. Zwei Brötchen, eine Tasse Tee. „Ohne dieses Frühstück hätten wir die letzten Jahre nicht überlebt“, sagt eine ältere Frau, deren Worte für uns übersetzt werden. Ein Dank, den wir so nicht hören möchten, und doch ist er für die Betroffenen bis heute die Realität.

Während der Kriegsjahre kamen bis zu 500 Menschen zum Frühstück. Heute sind es immer noch zwischen 100 und 150 Menschen, die täglich die Hilfe des YMCA in Anspruch nehmen.

Für uns war diese Heldengeschichte zutiefst bewegend – ein Beweis dafür, was der YMCA mit nur 15 Eurocent pro Frühstück erreichen kann.

Der EJW-Weltdienst unterstützt dieses Frühstücksprojekt weiter – eine immer noch dringend notwendige Hilfe für den YMCA in Mekele.

Spendenkonto
Evangelisches Jugendwerk in Württemberg
EJW-Weltdienst
Evangelische Bank
IBAN: DE24 5206 0410 0400 4054 85
Verwendungszweck: WDETH02 – Nothilfe Äthiopien

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Klimawandel – Folgen für Äthiopien

Der Klimawandel stellt eine massive Herausforderung für die Länder des Globalen Südens dar, gerade auch für Äthiopien. Während wohlhabende Länder besser auf die Auswirkungen vorbereitet sind, leidet Äthiopien oft unter Missernten, Naturkatastrophen und wachsender Armut. Diese Herausforderungen sind existenziell, da der Klimawandel die Lebensgrundlagen der Bevölkerung in gefährlicher Weise destabilisiert.

Äthiopiens Wirtschaft ist stark von der Landwirtschaft abhängig. Der Klimawandel verändert jedoch die Regenzeiten und führt zu extremen Wetterereignissen wie Dürre und starken Regenfällen. Dürreperioden in den letzten Jahrzehnten haben immer wieder zu großen Ernteausfällen geführt. Neben der Dürre verursachen heftige Regenfälle auch vermehrt Erdrutsche, zum Teil mit Hunderten von Toten. Erosion und Abholzung erhöhen das Risiko weiter, da sie die Stabilität des Bodens mindern. Diese Katastrophen gefährden die Existenz vieler Familien.
Die Folgen des Klimawandels verschärfen die Armut in Äthiopien zusätzlich. Die landwirtschaftlichen Erträge sinken, die Nahrungsmittelpreise steigen und Millionen Menschen sind auf Hilfe angewiesen. Besonders Kinder leiden unter den Konsequenzen und sind häufig von Unterernährung betroffen, was langfristige Auswirkungen auf ihre körperliche und geistige Entwicklung haben kann. Die Armutsfalle verstärkt sich, da Familien, die bereits in prekären Verhältnissen leben, selten Rücklagen bilden können und staatliche Unterstützung begrenzt ist.

Die klimatischen Veränderungen führen auch zu sozialen und wirtschaftlichen Problemen. Viele Menschen ziehen in die Städte, in der Hoffnung, dort Arbeit und bessere Lebensbedingungen zu finden. Diese Landflucht überlastet die städtischen Infrastrukturen, was zu einer Zunahme von städtischer Armut und Konflikten um Ressourcen führt. Der Wettbewerb um knappe Ressourcen wie Wasser und Land nimmt zu.

Dennoch gibt es in Äthiopien Bemühungen, den Folgen des Klimawandels zu begegnen. Die Regierung setzt auf Aufforstungsprogramme, die Wiederherstellung degradierter Böden und den Ausbau von Bewässerungssystemen. Diese Projekte zeigen, dass ein langfristiger Ansatz nötig ist, um die Resilienz der Bevölkerung gegenüber den Folgen des Klimawandels zu stärken. Trotz aller Bemühungen bleibt internationale Unterstützung unerlässlich, um die schlimmsten Auswirkungen abzufedern.

Lesen Sie mehr über Äthiopien und die Arbeit des YMCA im neuesten Freundesbrief Äthiopien auf Seite 2.

Wenn Sie den Freundesbrief zweimal im Jahr per Post oder Mail erhalten möchten, können Sie diesen hier bestellen: weltdienst@ejwue.de

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Lust auf ein „zoom-meeting“ mit äthiopischen und deutschen Teilnehmenden?

Zwischen dem EJW-Weltdienst und dem YMCA Äthiopien finden regelmäßig zoom-meetings statt, um aktuelle Themen zu besprechen. Um auch einen Ort zu haben, wo man sich abseits von geschäftlichen Themen trifft und ins Gespräch kommen kann, möchten wir zoom-meetings ohne feste Tagesordnungspunkte anbieten. Bei den Treffen wird es darum gehen, sich auszutauschen, andere Menschen und eine andere Kultur kennenzulernen. Der Austausch und das Kennenlernen stehen im Vordergrund.
Die Treffen werden jedes Mal ein bisschen anders ablaufen – lasst euch also überraschen.
Ein erster Termin soll bereits Ende 2024 / Anfang 2025 stattfinden.

Wenn du Lust hast, ins Gespräch zu kommen und von unseren Freunden in Äthiopien zu hören, melde dich gerne bei Imke Becker:
imke.becker@ejwue.de

Sobald ein erster Termin steht, werden wir dazu nochmal separat einladen.

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Neues Partnerschaftsheft des EJW-Weltdienstes jetzt erschienen

Was ist eigentlich der EJW-Weltdienst?
Was bedeutet „Partnerschaftsarbeit“ und wie verstehen wir unseren Auftrag?
Wo und in welchen Arbeitsfeldern sind unsere Partner aktiv?

Das und vieles mehr soll das neue Partnerschaftsheft „Miteinander eine Welt gestalten“ beantworten.
Das Heft versteht sich als grundlegende Vorstellung des EJW-Weltdienstes – die Projekte werden in Ergänzung zur Homepage www.ejw-weltdienst.de und mit den dort hinterlegten und laufend aktualisierten Projektinformationen („fact sheets“) beworben.

Gerne können Sie das Partnerschaftsheft über das EJW-Weltdienst-Büro bestellen und Interessierten weitergeben:
Mail an weltdienst@ejwue.de oder telefonisch bei Imke Becker 0711 9781-350.

Zum Download:
Miteinander eine Welt gestalten – Partnerschaftsheft

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Ein besonderer Reiz der weltweiten Arbeit ist es, immer wieder im wahrsten Sinne des Wortes in andere Länder und Kulturen hineinschnuppern und -schmecken zu können. Schön ist es, dies gemeinsam mit anderen zu tun, beispielsweise bei den internationalen Kochabenden, die der EJW-Weltdienst in unregelmäßigen Abständen anbietet.

Frank Lutz, Mitglied im Länderausschuss Äthiopien, erzählt von einem Abend mit dem Geschmack und Geruch Äthiopiens:

Ende 2023 lud der EJW-Weltdienst zu einem äthiopischen Kochabend nach Gärtringen ein. Rund 25 Teilnehmer aus allen Altersgruppen folgten der Einladung.

Nach einer kurzen Einweisung und Aufteilung in Teams ging es zuerst mal ans Schnippeln. So wurden Kohl, Karotten, Kartoffeln, Tomaten, Knoblauch und sehr viele Zwiebeln für die fünf geplanten Gerichte zerkleinert. Gekocht wurden Doro Wot, Hühnerfleisch und gekochte Eier in einer scharfen Soße, Key Wot, ein sehr ähnliches Gericht, aber mit Rindfleisch, und Shiro, ein Brei auf Basis von Kichererbsen. Drei Gerichte, die durch die äthiopische Gewürzmischung Berbere ihren typischen Geschmack und auch die typische Schärfe erhalten. Für äthiopische Verhältnisse wurden sie aber in einer eher milden Variante zubereitet. Außerdem wurden noch Gomen, ein äthiopisches Spinatgericht, und Alischa Wot zubereitet, das hauptsächlich aus Kraut, Karotten und Kartoffeln besteht. Zwei eher milde Gerichte.

Nachdem alles vorbereitet war und alles auf dem Herd vor sich hin köchelte, gab es für die Teilnehmenden Informationen über das Land Äthiopien und die dort laufenden Projekte des EJW-Weltdienstes. Zwischenzeitlich bereitete sich dann der typische Geruch Äthiopiens im Gemeindehaus aus.

Nachdem schließlich alles fertig gekocht war, gab es noch eine Einweisung wie die Gerichte ohne Besteck mit den Sauerteigfladen Injera als „Löffel“ gegessen werden. Anschließend konnten sich dann alle selbst vom sehr guten Geschmack der äthiopischen Gerichte überzeugen.

Gerne veranstalten wir auch an Ihrem Ort einen Äthiopischen Kochabend.
Melden Sie sich gerne bei uns, am besten über das Büro des EJW-Weltdienstes: per Mail: weltdienst@ejwue.de, Tel. 0711 9781-350.

Ein internationaler Kochabend mit Gerichten und Informationen aus Palästina findet am 28.06.2024 in der Jugendkirche Stuttgart statt:
Kochabend Palästina – Infos und Anmeldung

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Neuer Freundesbrief Äthiopien ist erschienen

Die EJW-Weltdienst-Delegation, die im Oktober nach langer Zeit wieder in die äthiopische Nordregion Tigray reisen konnte, lernte in Adwa eine besondere Wohngemeinschaft kennen: die Geschwister Harayat, Tesfamaryan und Indaragu, drei junge Erwachsene. Der jüngste Bruder, Harayat, ist in der 12. Klasse und bereitet sich gerade auf seinen Schulabschluss vor. Er ist dankbar dafür, dass er über das Straßen- und Waisenkinderprogramm des YMCA unterstützt wird. Dadurch war und ist es ihm möglich, die Schule regelmäßig zu besuchen und sich aufs Lernen zu konzentrieren, da er seine Zeit nicht damit verbringen musste, für seine eigene Versorgung zu sorgen. Sein Ziel ist es, Medizin zu studieren und später als Arzt zu arbeiten.

Auf dem Foto oben sind die Geschwister zusammen mit einem Mitarbeiter des YMCA Adwa sowie Harald Metzger und Annegret Schwarz vom Länderausschuss Äthiopien zu sehen.

Wie der YMCA Adwa während des Krieges Harayat, Tesfamaryan und Indaragu unterstützte und noch weiteres über die drei Geschwister lesen Sie im neu erschienenen Freundesbrief Äthiopien.

Außerdem im neuen Freundesbrief Äthiopien:
– Endlich – Wiedersehen in Adwa und Mekele
– Ausbildung unter Druck
– Frühstücken in Mekele
und weitere Informationen zur aktuellen Lage in Äthiopien.

Wenn Sie den Freundesbrief zweimal im Jahr per Post oder Mail erhalten möchten, schreiben Sie uns gerne: weltdienst@ejwue.de

Von den Begegnungen in Äthiopien haben die Reisenden in einer hybriden Veranstaltung erzählt.
Interessante Einblicke und Erkenntnisse aus dem ehemaligen Bürgerkriegsgebiet gibt es hier:

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Eine Reise in ein ehemaliges Kriegsgebiet

Es ist uns etwas flau im Magen, als wir die anstehende Projektreise planen. Zum ersten Mal seit Ausbruch des Bürgerkrieges 2020 besuchen wir die beiden YMCA Mekele und Adwa in der Region Tigray. Der Flug von Addis Abeba nach Mekele dürfte problemlos sein. Weil der Flughafen in Axum beschädigt wurde, erreichen wir Adwa nur mit dem Auto und die Überlandfahrten sind nicht ohne Risiko. Wir freuen uns sehr, die Menschen wieder zu sehen, mit denen wir in Mekele beim Workcamp noch wenige Monate vor Kriegsausbruch Hand in Hand gearbeitet haben. Ebenso sind wir gespannt auf die Begegnungen mit den Straßen- und Waisenkindern im YMCA Children Center Adwa.
Ob es die Sicherheitslage zulässt, bis nach Adwa zu fahren, werden wir erst vor Ort entscheiden können.

Hier werden wir jeden Tag ein kurzes Blitzlicht veröffentlichen – sofern das Internet es zulässt!
Wir freuen uns, wenn ihr uns auf dieser Reise im Gebet begleitet!

Annegret, Frank, Harald, Silas und Valerian

Weitere Eindrücke findest du auf Instagram: @ejw_weltdienst
Von den Erfahrungen der Reise erzählen wir bei einem Reisebericht – online und in Esslingen: https://www.ejw-bildung.de/68717

Freitag, 03.11.2023 – Aus der Hektik in die Stille.

Ein letzter Abend in Addis Abeba. Die Themen sind besprochen und wir machen ein bisschen Sightseeing. Nach dem Aussichtsberg En Toto steht die Kathedrale St. George zum Besuch an – mitten im lebendigen Zentrum der Stadt. Die Anfahrt wird zum Stresstest und die Parkplatzsuche zum Glücksfall.

Endlich auf dem Weg zur Kirche. Um die Kirche herum ein Park mit großen Bäumen. Nach wenigen Metern setzt Stille ein. Wir sehen viele Menschen auf dem großen Platz vor der Kathedrale, viele Frauen in weiße Decken gehüllt. Ein Gottesdienst unter dem Abendhimmel von Addis Abeba. Langsam erreicht uns das Gebet des Priesters und die Gesänge der Menge. Der Frieden umschließt uns und die Hektik des Alltags bleibt hinter uns zurück. Wir hoffen, dass sich auch durch die Kirchen der dringend benötigte Frieden im Land ausbreitet.


Donnerstag, 02.11.2023 – Schneiderinnenausbildung läuft

Zurück in Addis Abeba ging der Weg heute unter anderem ins CCA (YMCA Children Center Addis). Aktuell steht dort die Ausbildung der Schneiderrinnen kurz vor dem Abschluss. Wir konnten uns von der Qualität der Arbeiten überzeugen. Unter anderem werden dort die Stoffe verarbeitet, die wir bei der letzten Projektreise mitgebracht hatten.

Heute findet die Ausbildung auf Industrienähmaschinen statt und nicht mehr an den in Äthiopien weit verbreiteten mit den Füßen angetriebenen Maschinen, damit die angehenden Schneiderinnen neben der Möglichkeit sich selbständig zu machen auch in einer der ansässigen Textilfabriken leicht Arbeit finden können.

Außerdem findet im CCA noch die Ausbildung von Köchinnen und Köchen statt. Die beiden anderen Ausbildungsprogramme des CCA zum Friseur und am Computer können aktuell nicht stattfinden. Die Regierung ändert häufig die Anforderungen an die Ausbildungsstätten, wie z.B. die nötigen Raumgrößen. Der YMCA sucht nach Möglichkeiten möglichst bald wieder aufzunehmen. . (Frank Lutz)

Dienstag, 31.10.23 – Wiedersehen in Adwa

Heute waren wir zu Besuch bei verschiedenen Fosterchildren, die vom YMCA Adwa unterstützt werden. In einem von außen recht groß wirkenden Haus trafen wir den 16-jährigen Naoum an, der dort mit seiner Großmutter lebt und die siebte Klasse besucht. Dieses „große“ Haus war innen allerdings in sechs oder acht kleine fensterlose und stickige Zimmer aufgeteilt, die jeweils von einer Familie bewohnt werden. Bei diesen Zimmern handelt es sich um von der Regierung zur Verfügung gestellte Armenwohnungen, für die die Miete lediglich 50 Birr beträgt.

Irgendwann bemerkten wir, dass wir den beiden vor ungefähr 9 Jahren schon einmal bei einem Besuch begegnet waren. Durch die Unterstützung war es möglich, dass Naoum weiterhin die Schule besucht hat, so dass langfristig die Perspektive besteht, dass er nach einer Ausbildung Arbeit findet und sich und seine Großmutter so selbst versorgen kann. (Frank Lutz)

Montag. 30.10.2023 – Siegerpose

Nach einer langen Überlandfahrt sind wir in Adwa angekommen und haben dort den YMCA angeschaut. Wir haben die untergebrachten Flüchtling auf dem YMCA Gelände getroffen und haben eine kurzweilige Akrobatikaufführung angeschaut. Eine Gruppe von jungen Leuten trainiert in einem der Räume. Dort ist auch das Bild entstanden: Gerade wurde er noch von seinem Kumpanen bei der Partner-Akrobatik durch die Luft gewirbelt und landet dann perfekt nach einem Rückwärtssalto auf einer Matte. Arm raus und fertig ist die Siegerpose.

Dieses Bild war den restlichen Tag in meinem Kopf und meine Gedanken kreisen immer noch darum.
In all dem Leid, von dem wir hören und all den Widrigkeiten, die wir sehen ist für mich die Siegerpose ein Funke der Hoffnung. Ein Symbol für den Glaube an sich selbst, an die Selbstwirksamkeit. Ein Zeichen, dass Veränderung mit den eigenen Händen möglich ist und ein Zeichen für die Fähigkeit, Hindernisse zu überwinden.

Ich haben in den wenigen Tagen hier den YMCA oft als einen Ort gesehen, der den Kinder, Jugendlichen aber auch den Erwachsenen einen Weg zu solchen Siegerposen eröffnet. Egal ob durch das tägliche Frühstück, die Life-Skill-Trainings, der Einsatz für die Fosterchildren oder Business-Support, ich bin mir sicher, dass sich das mit Gottes Zutun vielfältig multipliziert. Erste Früchte davon kann man schon sehen, wenn Familien, die Business-Support erhalten haben, sich im YMCA stark engagieren.

Zum Schluss: Wer am Ende des Tages immer Sieger ist, ist Gott.
Man kann sein Zutun hier sehen 😊. Und heute gehört im ganz besonderer Dank für die Bewahrung auf der Fahrt und Dank und Erstaunen über die schöne Schöpfung, die wir auf der Fahrt anschauen durften. (Wer hiervon Bilder sehen will, muss am 28.11 zum Reisebericht in den CVJM Esslingen kommen 😉)
Grüße Silas

Sonntag, 29.10.2023 – Frühstück
Morgens um sieben beim YMCA Mekele. Rund 100 Kinder sitzen in einer Halle. Teilweise von ihren Müttern oder älteren Geschwistern begleitet. Sie warten geduldig, bis das von den Mitarbeitern vorbereitete Frühstück ausgeteilt wird. Für jedes Kind zwei Brötchen und eine Tasse Tee. Heute dürfen wir als Gäste das Essen verteilen. Kein Schreien und kein Drängeln. Jedes Kind nimmt sich das, was ihm zusteht und sorgt sich auch darum, dass die anderen etwas bekommen. Eine Mutter meinte, dass ihr jüngstes Kind den Krieg nur überlebt hat, weil es hier täglich etwas zu Essen bekommen hat. Falls mal etwas übrig bleibt, dann bekommen auch die Mitarbeiter, hauptsächlich ehrenamtliche, mal etwas ab.
Diese Aktion findet jeden Tag statt. Sieben mal pro Woche. Inzwischen seit zweieinhalb Jahren. Antrieb ist für sie ihr Herz für die Kinder und die Verantwortung für die Menschen in ihrem Umfeld. (Frank Lutz)

Samstag, 28.10.2023Business as usual

Mekele. Wenn man durch die Stadt fährt, scheint fast alles normal zu sein. Man kann gar nicht glauben, dass der zwei Jahre andauernde Krieg erst im November 2022 mit einen Waffenstillstand geendet hat. Auch wenn es äußerlich nicht sichtbar ist, hat der tiefe Spuren im Leben der Menschen hinterlassen. Im YMCA Mekele erfahren wir von Yirga, dass in praktisch jedem Haus jemand fehlt. 200.000 junge Menschen in Tigray wurden während dem Krieg an Waffen ausgebildet. Um einige wenige davon kann sich der YMCA kümmern. Kann ihnen Werte vermitteln, damit sie irgendwie mit den Erlebnissen umgehen können. Wenn diese jungen Menschen nicht lernen mit dem Erlebten umzugehen, dann sind sie tickende Zeitbomben (Frank Lutz)


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